Die Wärmeflasche am Äquator
23.12.2025 LeserbeiträgeEine berühmte Missionsärztin aus Zaire berichtete folgendes Ereignis aus ihrer Missionszeit in Afrika.
Eines Abends half ich einer Mutter in der Entbindungsstation. Trotz allen Anstrengungen starb sie uns und hinterliess ein winziges, frühgeborenes Baby sowie ein ...
Eine berühmte Missionsärztin aus Zaire berichtete folgendes Ereignis aus ihrer Missionszeit in Afrika.
Eines Abends half ich einer Mutter in der Entbindungsstation. Trotz allen Anstrengungen starb sie uns und hinterliess ein winziges, frühgeborenes Baby sowie ein weinendes zweijähriges Mädchen. Das würde schwer werden, das kleine neugeborene Baby am Leben zu erhalten. Denn wir hatten keinen Strom, keinen Inkubator, und nachts war es oft sehr zügig und kühl, trotzdem wir am Äquator lebten.
Eine Praktikantin ging und holte eine Wärmeflasche, die das Baby wärmen sollte. Doch wenig später kam sie zurück, berichtete mir verzweifelt, dass die Gummiwärmeflasche geplatzt war. Es war unsere letzte gewesen.
Na gut, sagte ich, haltet das Baby so nahe am Feuer wie möglich und passt gut auf die Zugluft auf. Am letzte gewesen. folgenden Tag hatte ich eine Gebetsstunde mit Waisenkindern. Dort erzählte ich ihnen von dem neugeborenen Baby und dem zweijährigen Waisenkind und auch von der kaputten Wärmeflasche. Während der Gebetszeit betete Ruth, ein zehnjähriges afrikanisches Mädchen, mit der typisch schonungslosen Direktheit der afrikanischen Kinder: «Bitte, lieber Gott, schicke uns eine Wärmeflasche, morgen ist es vielleicht schon zu spät, weisst du, lieber Gott.
Da könnte das Baby schon tot sein. Also schicke sie bitte heute Nachmittag!» Ich holte innerlich Luft wegen der Unverblümtheit dieses Gebets, dann hörte ich sie weiter beten: «Und wenn du schon dabei bist, lege noch eine schöne Puppe dazu, für das arme Waisenkind, so dass es merkt, dass du es trotzdem lieb hast.»
Ich muss ganz ehrlich sein: Ich konnte nicht glauben, dass Gott das tun würde! Oh ja, Gott kann alles, trotzdem lieb hast.» das steht ja theoretisch auch in der Bibel. Aber es gibt Grenzen, nicht wahr? Immerhin hatte ich seit vier Jahren kein Paket mehr bekommen aus meinem Heimatland. Wenn schon jemand ein Paket senden würde – warum sollte er ausgerechnet eine Wärmeflasche an den Äquator, ins tropische Afrika schicken? Am späten Nachmittag erhielt ich die Nachricht, ein Auto sei gekommen und hätte ein Paket gebracht.
Als ich aus der Wohnung kam, stand ein grosses Paket auf der Veranda. Ich spürte, wie mir die Tränen gebracht. über das Gesicht liefen. Ich suchte sofort die Waisenkinder, um mit ihnen gemeinsam das Paket aufzumachen. Ruth stand zuvorderst mit ihren erwartungsvollen Augen. Neben vielen Kleidungsstücken, Verbandsmaterial und Süssigkeiten kam tatsächlich eine Wärmeflasche zum Vorschein.
Ich konnte es kaum glauben, ich weinte vor Freude. Ich hatte Gott nicht gewagt, darum zu bitten – aber die kleine Ruth. Ihre Augen strahlten vor Freude!
Plötzlich rief sie: «Wenn Gott uns die Wärmeflasche geschickt hat, so ist sicher die Puppe für das arme Waisenkind auch noch drin!» Tatsächlich kam zuunterst in der Schachtel, unter all den Kleidern, eine süsse kleine Puppe zum Vorschein. Wir konnten es wirklich fast nicht glauben! Ruth hat aber nie daran gezweifelt!
Sie fragte: «Kann ich dem armen Waisenkind jetzt die Puppe bringen, dass es endlich weiss, Gott hat gezweifelt! es lieb?» Das Paket war fünf Monate unterwegs gewesen. Eine Sonntagsschullehrerin hatte es mit ihren Schülern eingepackt. In der Nacht, bevor sie es abgeschickt hatte, träumte sie, sie solle eine Wärmeflasche und eine niedliche Puppe auch noch in das Paket legen. Am Morgen hat sie gedacht: Was soll diese Wärmeflasche in Afrika? Sie hat sie dann trotzdem eingepackt – und die kleine Puppe auch! Das passierte fünf Monate, bevor ein kleines afrikanisches Mädchen dafür betete!
Wirklich, es stimmt, was in der Bibel steht: «Bevor sie rufen, werde ich antworten!» – Jesaja 65,24
Lydia Reichenbach
