Franjo von Allmen holte sich mit einer überlegenen Fahrt den ersten Platz in Crans-Montana. Auch Lars Rösti bewies sich auf der Abfahrtsstrecke und holte den sechsten Rang. Die Rennen standen unter dem Zeichen von Trauer nach der Brandkatastrophe und dem Sport im ...
Franjo von Allmen holte sich mit einer überlegenen Fahrt den ersten Platz in Crans-Montana. Auch Lars Rösti bewies sich auf der Abfahrtsstrecke und holte den sechsten Rang. Die Rennen standen unter dem Zeichen von Trauer nach der Brandkatastrophe und dem Sport im Fokus.
JOCELYNE PAGE
Nach der schnellen Fahrt des Italieners Dominik Paris schien eine Bestzeit kaum mehr möglich, doch dann kam Franjo von Allmen: Der Boltiger hatte die «Piste Nationale» im Griff und fuhr mit 65 Hundertstelsekunden Vorsprung zum Sieg, bereits das zweite Jahr in Folge. Nach dem Rennen zeigte er sich nicht nur zufrieden, sondern auch zu Scherzen aufgelegt. Auf die Frage eines SRF-Journalisten, wie er ein solches Tempo habe aufbauen können, antwortete er kurz: «Magic!» Ein herzliches Lachen folgte. Danach schlug er bescheidenere Töne an und erklärte, dass ihm vor allem sein Feingefühl fürs Skifahren geholfen habe. «Zudem ist es eine Strecke, die mehr oder weniger auf mich zugeschnitten ist. Von dem her bin ich froh, dass ich den Lauf ohne Fehler hinunterbringen und den Speed mitnehmen konnte.»
Rösti: «Es war eine Erlösung»
Das Obersimmental erhielt jedoch noch mehr Gründe, um diese Abfahrt zu feiern:
Lars Rösti aus St. Stephan war ebenfalls schnell unterwegs und untermauerte seine Leistung mit dem sechsten Rang. «Es fühlt sich super an, es war eine Erlösung», sagt Rösti auf Anfrage dieser Zeitung. Ein solches Resultat habe ihm gutgetan, zumal er bislang eine harzige Saison erlebt habe. Es ist sein bisher bestes Weltcupresultat. «Dieses Resultat an einem Heimrennen zu erreichen, ist umso schöner.»
Crans-Montana: Gedenken und Sport im Fokus
Die Durchführung der Weltcuprennen in Crans-Montana war für die Organisatoren ein Balanceakt. Nach der tragischen Brandkatastrophe mit 41 Todesopfern und über 100 Verletzten wollten sie während der drei Renntage Raum für Trauer und Gedenken schaffen und gleichzeitig den Sport nicht aus dem Blick verlieren.
Das zeigte sich auch im Erscheinungsbild der Rennpiste und des Zielgeländes. Anstelle des sonst farbigen Zielbogens und bunter Werbeplakate wurden schwarz-weisse Formate gewählt. In mehreren Sprachen war der Schriftzug «Unsere Gedanken sind bei euch» zu lesen, begleitet von einer schwarzen Trauerschleife und den Logos der Hauptsponsoren. Auf Festivitäten im Zielgelände wurde verzichtet. Stattdessen gab es Gedenkmomente, unter anderem Schweigeminuten, eine Akustikdarbietung von «Halleluja» durch den Musiker Bastian Baker sowie ein schwarzes Herz unterhalb des Starthauses, auf dem die Athleten weisse Rosen niederlegten. Positive Emotionen sollte der Sport selbst erzeugen, etwa durch Applaus und Anfeuerungsrufe im Zielgelände.
Die Bemühungen um einen angemessenen Rahmen waren spürbar. Der Auftakt der Renntage verlief jedoch schwierig. Die Frauenabfahrt musste nach sechs Athletinnen aufgrund der Wetterbedingungen abgebrochen werden. Zudem kam es zu mehreren Verletzungen, darunter jene der Norwegerin Marte Monsen und Amerikanerin Lindsey Vonn.
In den darauffolgenden Rennen sorgten die Schweizer Athletinnen und Athleten für positive sportliche Akzente. Neben dem Sieg von Franjo von Allmen feierte auch Malorie Blanc ihren ersten Weltcupsieg. Die Walliserin gewann den Super-G.
Celine Reichenbach: Erfolgreiche Europacup-Abfahrtsrennen
Die Lauenerin Celine Reichenbach mischt zurzeit im Europacup mit und dies erfolgreich: Mitte Januar holte sie sich an einer Abfahrt in Pass Thurn den siebten Platz. Vergangenes Wochenende erzielte sie im französischen Orcieres Merlette den zwölften Rang.