«Lifere, nid lafere»
31.03.2026 GsteigDer Vorstand der Dorforganisation Gsteig-Feutersoey lud am 25. März seine Mitglieder ins Hotel Restaurant Bären, um Rechenschaft über das vergangene Jahr abzulegen. Die zahlreich erschienenen Besucher:innen erfreuten sich an der bärenstarken Versammlungsführung ...
Der Vorstand der Dorforganisation Gsteig-Feutersoey lud am 25. März seine Mitglieder ins Hotel Restaurant Bären, um Rechenschaft über das vergangene Jahr abzulegen. Die zahlreich erschienenen Besucher:innen erfreuten sich an der bärenstarken Versammlungsführung durch Präsidentin Cornelia Walker sowie dem aussagestarken Vortrag des Meteorologen Willi Schmid. «Lifere, nid lafere» – dieses schweizerdeutsche Sprichwort, traf akkurat die Mentalität der Dorforganisation Gsteig.
EUGEN DORNBIERER-HAUSWIRTH
«Tour d’horizon» durch den Jahresbericht der Präsidentin
So tönts im Gsteig: Mit viel Witz und Gespür moderierte Andrea Kohli am 14. Februar 2025 in der Kirche einen klangvollen Abend, an dem zahlreiche Besucher:innen stimmungsvolle Klänge verschiedener Formationen geniessen durften.
Abenteuer auf zwei Rädern: Am 10. April, im Rahmen der GV, berichtete Thomas Schranz über seinen spektakulären Motocross-Höhenweltrekord am Vulkan Ojos del Salado in Chile. Taten statt Worte, eindrücklich festgehalten in Bild und Ton.
Einweihung des Fonduecaquelons am 6. Juni 2025: Das XXL-Caquelon ist in rund 15 Minuten zu Fuss vom Dorf Gsteig aus erreichbar. Der Wanderweg Richtung Topfel ab der Kirchenkurve erhielt damit neues Leben. Er lädt ein zu einem schönen Spaziergang und verbindet Genuss, Natur und Bewegung.
Hauptversammlung von Gstaad Saanenland Tourismus: Am 17. Juni 2025 fand dieser Anlass erstmals in Gsteig statt. Insgesamt 152 Gäste erlebten einen Anlass, der ganz im Zeichen von Tradition und Genuss stand. Sowohl die harmonischen Klänge des Jodlerklubs Gsteig als auch ein feiner Apéro riche fanden bei den Anwesenden grossen Anklang.
Samichlous-Besuch am 6. Dezember: Viele staunende Kinder erwarteten auf dem Pfarrhausmätteli den Samichlous. «Sami Niggi Näggi» nahm sich Zeit für die Versli und Zeichnungen der Kinder und verteilte insgesamt 110 Chlousesäckli. Auch die Erwachsenen genossen die gemütliche Stimmung bei Glühwein, Apfelpunsch und guten Gesprächen.
Adventsmäret am 13. Dezember: Die festlich geschmückte Turnhalle und die Aussenstände luden zum Verweilen ein. Besonders stimmungsvoll war das Konzert der Kindergartenkinder sowie der Schülerinnen und Schüler der 1. bis 3. Klasse. Mit ihren Liedern verbreiteten sie eine wunderschöne Vorweihnachtsstimmung. Mit dem Umzug durchs Dorf liess man gemeinsam das Jahr ausklingen.
In ihrer «tour d’horizon» liess Cornelia Walker das Vereinsjahr nochmals Revue passieren – die Mitglieder verdankten den Rückblick mit herzlichem Applaus.
Jahresrechnung
Die Bilanz und Erfolgsrechnung wurden von Steffen Nischan vorgetragen. Er erläuterte die Ausgaben- und Einnahmenposten im Detail und betonte: «Das Rechnungsergebnis schliesst leicht negativ ab, was ausschliesslich auf die Einweihung des Fonduecaquelons und die Willkommenschalets zurückzuführen ist. Unsere Prognosen für die kommenden Perioden bleiben daher unverändert optimistisch.»
Wahlen
Verabschiedet wurde Miriam Oehrli. In den Vorstand gewählt wurden Franz Reichenbach und Thomas Oehrli.
Unter dem Leitmotiv «lifere, nid lafere» moderierte die Präsidentin die Versammlung so zielgerichtet, dass alle Traktanden im Eilzugstempo und ohne Gegenstimme verabschiedet wurden.
Grussworte
Flurin Riedi, Tourismusdirektor GST, sprach ganz diplomatisch von den Dorforganisationen. Was er vor einem Jahr als Juwel bezeichnete, hat seither noch mehr an Schliff gewonnen. Riedi war wiederum beeindruckt von dem, was am Fuss des Col du Pillon geleistet wird. An jährlich stattfindenden Konferenzen werden aktuelle Themen besprochen und Beschlüsse gefasst. Die Dorforganisation Gsteig-Feutersoey und mehrere Hundert Mitglieder in allen Dorforganisationen des Saanenlandes halten den «Karren» am Laufen.
Barbara Kernen, Gsteiger Gemeindepräsidentin, war nicht minder beeindruckt. In ihrer kurzen Wortmeldung schwang viel Anerkennung für das Geleistete mit.
Ja, ja – das Wetter…
Mit der Wahl des Themas hatten die Organisatoren ein geschicktes Händchen. Nachdem am Tag vor der GV frühlingshafte Sonne erfreute, liess Frau Holle pünktlich zu Sitzungsbeginn die Kissen ausschütteln. «Wetterkapriolen» nannte das vor Jahren Theodor Romang.
Der Referent des Abends, Willi Schmid, begeisterte sein Publikum mit einem hervorragend gestalteten Vortrag und einem zauberhaften Film über die Vielfalt atmosphärischer Erscheinungen.
Ein besonderes Highlight seiner Ausführungen war das Thema Nordlichter über Gsteig-Feutersoey. Schmid erklärte eindrücklich, wie diese sonst eher im Norden heimischen Lichtspiele am Schweizer Nachthimmel entstehen – ein Anblick, der in der Region zuletzt für Staunen sorgte. Neben den tanzenden Polarlichtern deckte der Experte ein breites Spektrum ab:
– optische Schönheiten: die Entstehung von Regenbögen und die mystischen Halo-Erscheinungen an Nebelobergrenzen
– elementare Kräfte: die Dynamik von Gewittern, Blitz und Donner sowie die Entstehung von Hagel und Starkniederschlag
– lokale Winde: die Rolle des Föhns und die Bildung von Nebel in den Alpentälern
Dank Schmids Fähigkeit, komplexe Meteorologie verständlich und spannend zu vermitteln, bot der Abend weit mehr als nur graue Theorie – er war eine Hommage an die Naturgewalten und die Schönheit unserer Atmosphäre.
Mit viel Sonne im Herzen, erwärmt von der guten Stimmung und dem feinen Apéro, traten die Besuchenden nach der GV den Heimweg in die frisch eingeschneite Nacht an.
VORSTAND DORFORGANISATION GSTEIG-FEUTERSOEY
Präsidentin: Cornelia Walker
Vizepräsident: Marcel Hauswirth
Mitglieder: Sabrina Iseli, Dominic
Perreten, Sibylle Walker, Franz
Reichenbach, Thomas Oehrli
Finanzen: Steffen Nischan (GST)
ZUR PERSON
Dr. Willi Schmid, wohnhaft in Stallikon im Kanton Zürich, ist ein bekannter Schweizer Atmosphärenphysiker. Das Saanenland ist für ihn eine zweite Heimat. Seit Kindesbeinen ist er auf den Ski unterwegs und kennt das Skigebiet in und auswendig. Wandern und Bergsteigen im Saanenland sind ihm nicht nur Ausgleich, sondern ermöglichen ihm auch Einblicke in die alpine Natur.
EDH




