Eine Korrektur ist überfällig!
09.06.2026 LeserbriefeDie «Nachhaltigkeitsinitiative/Keine 10-Millionen-Schweiz» ist eine direkte und meiner Meinung nach logische Folge der 2014 vom Volk angenommenen Initiative «Gegen Masseneinwanderung», die ebenfalls zum Ziel hatte, die Zuwanderung zu steuern. Regierung und Parlament haben die ...
Die «Nachhaltigkeitsinitiative/Keine 10-Millionen-Schweiz» ist eine direkte und meiner Meinung nach logische Folge der 2014 vom Volk angenommenen Initiative «Gegen Masseneinwanderung», die ebenfalls zum Ziel hatte, die Zuwanderung zu steuern. Regierung und Parlament haben die Initiative nie umgesetzt. Ich finde dies eine unglaubliche Missachtung des Volkswillens unserer demokratischen Spielregeln.
Das Bevölkerungswachstum ist seit vielen Jahren eine der grössten Sorgen der Menschen in unserem Lande! Kein Wunder, ist doch die Schweizer Bevölkerung seit 2002 um 1,7 Millionen gewachsen, eine Steigerung von 23 Prozent. Deutschland wuchs im selben Zeitraum um 1 Prozent, Italien um 3 Prozent. Es wird langsam eng in unserem Land. Bei einer späteren Annahme der «Bilateralen III» droht aus Sicht der Gegner durch die Übernahme der EU-Unionsbürgerrichtlinie eine weitere Zuwanderung: Bis zu 600’000 bis 700’000 EU-Bürgerinnen und EU-Bürger könnten zusätzlich in unser Land kommen.
Wenn Gegner der Initiative, wie auch kürzlich ein Leserbriefschreiber in dieser Zeitung, bei solchen Zahlen von «Abschottung und Ausgrenzung» sprechen, verstehe ich die Welt nicht mehr!
Der stellvertretende Chefredaktor des «Nebelspalters», Dominik Feusi, kommt in einer Auswertung aktueller BFS-Daten zum Schluss, dass rechnerisch fast sechs Menschen in die Schweiz zuwandern, damit eine Person zusätzlich voll erwerbstätig ist. Es wird also bei einem Zuwachs von sechs Personen nur ein voller Lohn versteuert – und fliessen Lohnabzüge davon in die AHV und die anderen Sozialwerke?!
Bei einer Annahme der Initiative könnten immer noch ca. 40’000 Menschen jährlich in unser Land kommen, bei Weitem genug, um die Lücken in Mangelberufen mit Fachkräften abzudecken. Bundesrat Beat Jans z.B. behauptet, bei Annahme der Initiative breche das Gesundheitswesen in der Schweiz zusammen. Diese Aussage ist meines Erachtens verantwortungslos und reine Panikmache, wie nachfolgende Analyse eines «Nebelspalter»- Artikels aus dem Gesundheitswesen zeigt:
• 2025 entfielen laut Staatssekretariat für Migration (SEM) 3,6 Prozent aller ausländischen Zuzüge auf Erwerbstätige in Gesundheit und Pflege.
• Der Anteil ausländischer Ärzte an der Gesamtzuwanderung lag bei rund 1 Prozent. • Bei Pflegefachkräften lag der Anteil bei rund 0,5 Prozent.
Eine Auswertung des Zürcher SVP-Kantonsrats Tobias Weidmann kommt zum Schluss, dass auf sogenannte Mangelberufe 11,4 Prozent der Nettozuwanderung entfallen. Und sein Parteikollege und Nationalrat Hans Kaufmann weist darauf hin: Die Hälfte der neuen Stellen entsteht beim Staat (die ungebremste Bürokratie lässt grüssen) und sowohl in der Pflege als auch in der Gastronomie weist die Seco-Arbeitsmarktstatistik mehrere Tausend Arbeitslose aus. Scheinbar holen wir die falschen Leute!
Fazit: Wir haben in 24 Jahren 1,7 Millionen Menschen in unser Land geholt und immer noch klagt die Wirtschaft über einen «Fachkräftemangel». Deshalb ist es gut, wenn dieser Selbstbedienungsladen für billige Arbeitskräfte aus dem Ausland etwas kleiner wird. Das erhöht den Druck auf Unternehmen und Wirtschaft, effizienter zu werden.
Letzteres könnte dazu führen, dass der Wohlstand pro Kopf wieder wächst. Ebenfalls helfen würde, wenn ein Teil unserer wohlstandsverwöhnten Gesellschaft wieder etwas länger arbeiten würde.
CHRISTOPH RINGIER, SCHÖNRIED
