55 Jahre JFK – und Saanen feiert mit
08.09.2026 SaanenSeit 55 Jahren gehört die John F. Kennedy International School zu Saanen. Ihr Jubiläum nimmt die internationale Schule zum Anlass, die Verbindung zum Dorf weiter zu stärken. Den Auftakt machte am Freitag ein «Carnival», zu dem ausdrücklich auch die ...
Seit 55 Jahren gehört die John F. Kennedy International School zu Saanen. Ihr Jubiläum nimmt die internationale Schule zum Anlass, die Verbindung zum Dorf weiter zu stärken. Den Auftakt machte am Freitag ein «Carnival», zu dem ausdrücklich auch die einheimische Bevölkerung eingeladen war.
Kletterwand, Kinderschminken, Hüpfburg und kleine Jahrmarktspiele, dazwischen Festbänke und viele Familien: Rund um den Pfrundacher herrschte am Freitagnachmittag Volksfeststimmung. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler der JFK, Eltern und Mitarbeitende feierten mit – aber auch viele einheimische Familien waren der Einladung gefolgt.
Genau diese Öffnung ist Schulleiterin Shirley Mitchell wichtig. «Wenn wir etwas öffentlich ankündigen, ist das eine Einladung: Bitte kommt und macht mit», betont sie. Die Schule wolle, dass die Bevölkerung von ihren Angeboten profitiere und daran teilhabe. «Wir sind nicht die isolierte Schule auf dem Hügel. Wir sind die JFK International School Saanen – und Saanen ist für mich ein wichtiger Teil davon.» Sie wünsche sich, dass auch das Dorf die JFK ein Stück weit als seine Schule empfinde. Umso mehr habe sie sich gefreut, beim Jubiläumsfest so viele einheimische Familien zu sehen.
Seit 55 Jahren in Saanen verwurzelt
Wie eng die Geschichte der Schule mit Saanen verbunden ist, zeigte auch die Ansprache von Victoria Lovell, Schwiegertochter von Bill und Sandy Lovell. Bereits 1950 wurde im Pfrundacher ein Kinderheim eröffnet, 1971 entstand die John F. Kennedy International School. Bill und Sandy Lovell führten die Schule während 40 Jahren. «Bill und Sandy verstanden, dass es bei Bildung nicht einfach darum geht, was ein Kind weiss. Es geht darum, wer dieses Kind wird», sagte Victoria Lovell. Neugier, Mut, Selbstständigkeit, Freundlichkeit und die Fähigkeit, über sich selbst hinauszublicken, hätten zu dieser Philosophie gehört. «Was diese Schule immer aussergewöhnlich gemacht hat, ist, dass sie wirklich international ist und gleichzeitig ihren familiären Charakter nie verloren hat.»
Und auch sie schlug die Brücke zum Dorf: «Die JFK hätte ohne Saanen nicht werden können, was sie heute ist. Und ich glaube, dass auch Saanen dadurch bereichert wurde, diese aussergewöhnliche internationale Schule als Teil seiner Gemeinschaft zu haben.»
Diese familiäre Atmosphäre sei bis heute eine der grossen Stärken der JFK, sagt Schulleiterin Mitchell. Rund 100 Kinder im Alter von zweieinhalb bis 14 Jahren besuchen die Schule während des regulären Schuljahres. Drei Viertel sind Tagesschülerinnen und -schüler, ein Viertel lebt im Internat. Im Winter kommen Kinder hinzu, die mit ihren Familien für ein Trimester in der Region leben und hier die Skisaison verbringen.
Mitchell leitet die JFK seit Januar 2025 und hat zuvor an Schulen in verschiedenen Teilen der Welt gearbeitet. Eine Schule wie diese sei ihr jedoch noch nie begegnet. «Jedes Kind ist bei uns mit Namen bekannt und wird als Individuum wahrgenommen.» Auch die enge Einbindung der Familien mache die JFK besonders. «Kinder, die an die JFK kommen, finden hier ein Zuhause – und das bleibt ihr Zuhause lange über die Schulzeit hinaus.»
Ein Jubiläumsjahr mit Fortsetzung
Hinter dem Fest steckte viel Arbeit: Ein eigens gegründetes JFK55-Komitee unter dem Vorsitz von Fabiana Ecclestone plante den Anlass. Lokale Betriebe steuerten verschiedene Angebote bei und zahlreiche Mitarbeitende der Schule packten beim Aufbau und während des Festes mit an.
Das Jubiläumsfest war erst der Auftakt: Insgesamt drei Veranstaltungen sind zum 55-jährigen Bestehen geplant, zwei weitere folgen im Laufe des Schuljahres. Auch dazu soll die Bevölkerung wieder ausdrücklich eingeladen sein.
SAMANTHA MARMET/SWO







