383 Schützinnen und Schützen pilgerten am vergangenen Sonntag zum historischen Feldstand ob der Burgruine Mannenberg. Auch das 91. Mannenbergschiessen schrieb schönste Geschichten. Zeiger Samuel Trummer wurde Tagessieger, sein Bruder und Chefzeiger Stephan siegte in der ...
383 Schützinnen und Schützen pilgerten am vergangenen Sonntag zum historischen Feldstand ob der Burgruine Mannenberg. Auch das 91. Mannenbergschiessen schrieb schönste Geschichten. Zeiger Samuel Trummer wurde Tagessieger, sein Bruder und Chefzeiger Stephan siegte in der Königskategorie Stammsektionen mit Zweisimmen «die Ehemaligä». Das Wanderfähnlein 39 holte die Saanen-Gstaad-Gruppe «Kranich».
Das Mannenbergschiessen ist Kult. 1933 fanden Pioniere aus dem Simmental, Saanenland und Pays-d’Enhaut eine Erfolgsformel, die heute kein smarter Eventmanager spannender schreiben könnte: zwei Probeschüsse, gezeigt auf die magische, spezielle Mannenberg-B-Scheibe, zwei Schüsse in einer Minute gezeigt, sechs Schüsse Schnellfeuer ungezeigt, damit die Spannung bis zur Rangverkündung prickelnd steigt. Mannenberg ist Gruppenschiessen, Einzelwettkampf und Kameradschaft pur. Die höchste Schützenehre ist die Aufnahme auf die Mannenberg-Ehrenwand für 50 Auszeichnungen.
Ohne Zeiger kein Schiessen
Das historische Schiessen wäre ohne Zeiger nicht möglich. Sie halten die Scheiben im Schuss, stellen die 36 Scheiben auf, gehen in sichere Deckung, sprinten auf das Hornsignal zu den Scheiben, zeigen am liebsten die Viererkelle, notieren die Schnellfeuer und haben untereinander einen starken geselligen Kitt. Zeigen ist im elektronischen Zeitalter aus der Zeit gefallen, Zeiger sind cool.
Zeiger «trummern» auf
Einzelne Zeiger stehlen sogar Zeit, um selber zu schiessen. Da trumpften Chefzeiger Stephan Trummer mit 39 Punkten und dem Gruppensieg und sein Bruder Samuel mit dem Tagessieg mit 40 Punkten und einem 99 Tiefschuss gross auf. Hitze- und schönwetterbedingt konnte Jäger Samuel Trummer sein Schützenauge auf der gestarteten Hirschjagd noch schonen.
Präsident Matti ist hochzufrieden
Mannenberg-Präsident Marc Matti freute sich über 383 Teilnehmende: «Seit Corona konnten wir die Teilnehmerzahl um 400 konsolidieren und wir sind ein ganz starker Anlass im Tal. Das 91. Mannenbergschiessen bleibt dank den Zeigern in starker Erinnerung.» Der Präsident führte souverän durch die Rangverkündung, im Wissen, dass die Schützinnen und Schützen dank vorzüglichem Spatz bestens «gehirtet», und dank gemütlichem «Dorfen» in feiner Laune waren. Zum Mannenbergschiessen gehört eine gute Einteilung: vor oder nach Sonnenaufgang in der Feuerlinie. Weil fast alle Mannenbergler Berner:innen sind, war die Einteilung besser als am Kilchberg Schwinget.
Gruppen-Tagessieg Zweisimmen «Ehemaligä»
Bei den Stammsektionen holte sich im grellen Mittagslicht die Zweisimmer Gruppe «Ehemaligä» den Sieg und das Wanderfähnlein 1933. Trotz des 36. Ranges durfte die Saanen-Gstaad-Gruppe «Kranich» mit Ruedi Stauffer, Ueli Würsten, Ueli Fiechter, Eveline Moser, Fritz Heimberg und Edi Sieber auf die Bühne und das Wanderfähnlein 39 entgegennehmen.
13 Maximum mit 40 Punkten
Zusammen mit Tagessieger Samuel Trummer holten 13 Schützinnen und Schützen das Maximum. Beste Saaner mit 39 Punkten waren Fritz Heimberg und Reinhard Zumbrunnen. In der Ewigenliste, bei der das Ziel die Aufnahme auf die Mannenberg-Ehrenwand und 50 Auszeichnungen ist, konnte Präsident Matti keinen 50er bejubeln lassen. Es lebe das 92. Mannenbergschiessen 2027.
MATTHIAS KURT
Rangliste: www.mannenberg.clubdesk.com