Seilziehen um GST-Gemeindebeiträge

  03.04.2023 Politik

Die Gemeindeversammlung von Saanen brachte keine Überraschungen. Diskussionen gabs einzig bei der Höhe der zu genehmigenden Gemeindebeiträge an Gstaad Saanenland Tourismus (GST).

KEREM S. MAURER
140 Stimmberechtigte wohnten am Freitagabend der Gemeindeversammlung von Saanen bei, die wegen des erwarteten Besucheraufkommens in der Kirche Saanen abgehalten wurde. Die Erhöhung des Investitionskredits für die Sanierung der Lehnenbrücke beim Bissenschulhaus um 1,149 Millionen Franken auf total 1,274 Millionen Franken wurde genauso diskussionslos abgenickt wie die Erhöhung des Planungskredits für die Erneuerung und Erweiterung des Eisbahnareals um 447’000 Franken auf neu 607000 Franken. Dabei ging es ausschliesslich um das Projekt 2, also um die Erweiterung des Untergeschosses, die Aussenraumgestaltung und zwei neue Eisfelder.

750’000, 1 Million oder 1,25 Millionen?
Gemeinderat Nathanael Perreten, Ressortleiter Finanzen, präsentierte das Traktandum 2, das die Bewilligung von Gemeindebeiträgen an das Destinationsmarketing beinhaltete. Ausser im Jahr 2016 (750’000 Franken) betrug der Jahresbeitrag der Gemeinde an das Destinationsmarketing von 2012 bis 2021 jeweils 1,25 Millionen Franken. 2022 lag der Beitrag bei 500’000 Franken.

An der Urnenabstimmung vom Februar 2022 lehnte die Stimmbevölkerung den Antrag über die Ausrichtung von 1,16 Millionen Franken pro Jahr für die Jahre 2022 bis 2024 ab. Wie Nathaneal Perreten erklärte, stellte der GST in der Folge ein Gesuch für einen jährlichen Gemeindebeitrag von 900’000 Franken für die Jahre 2023 und 2024. Dieses Gesuch wurde von der Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG), dem Hotelier- und dem Gewerbeverein mitunterzeichnet. Unter Berücksichtigung des erwähnten Entscheides der Stimmbevölkerung im Februar beantragte der Gemeinderat, zugunsten des Destinationsmarketings für die Jahre 2023 und 2024 jährlich 750’000 Franken zu bewilligen.

Thomas Boo verlangte das Wort und vertrat die Ansicht, die ganze Welt konkurriere mit dem Saanenland, gutes Marketing sei wichtig und koste entsprechend Geld. Er beantragte, den Gemeindebeitrag um eine halbe Million auf 1,25 Millionen Franken jährlich zu erhöhen.

Auch Brigitte Hoefliger war der Meinung, dass man mehr investieren müsse, um mehr Gäste zu generieren. Sie stellte den Antrag, den Gemeindebeitrag auf eine Million Franken zu erhöhen. Ihr Antrag setzte sich gegen den von Boo mit 93 zu 33 Stimmen durch.

Knapp wurde es, als Hoefligers Millionenforderung den 750’000 Franken der Gemeinde gegenübergestellt wurden. Hoefliger unterlag mit 62 gegen 65 Stimmen. Damit waren beide Anträge aus der Versammlung wieder vom Tisch. In der Schlussabstimmung resultierten 112 Ja-Stimmen gegen 21 Nein-Stimmen für den jährlichen Gemeindebeitrag von 750’000 Franken zugunsten des Destinationsmarketings – wie vom Gemeinderat ursprünglich beantragt.

Mehr Geld für Mäuseschwänze und Feuerwehr
Zum Schluss der Versammlung ging Gemeinderat David Schmid, Ressortleiter Sicherheit, auf zwei an der letzten Gemeindeversammlung gestellte Erheblichkeitsanträge ein. So wurde der Preis für Mäuseschwänze in Saanen rückwirkend auf den 1. Januar 2023 von bisher einem Franken pro Stück auf 1.50 Franken erhöht. Ebenso beträgt der Feuerwehrsold seit Anfang Jahr neu 40 Franken statt wie bisher 30 Franken. Letzteres untersteht dem fakultativen Referendum.


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