Brigitte Zahnd blickt optimistisch in die Zukunft
22.03.2024 RegionNach einem durch die Ukraineflüchtlingen bedingten Anstieg der Deutschkurse sowie der Kursteilnehmenden hat sich bei der Volkshochschule Obersimmental-Saanenland im vergangenen Geschäftsjahr die Normalität wieder eingestellt. Doch diese bietet Grund zum Optimismus, denn die Situation der Volkshochschule stellt sich sogar fast ein wenig besser dar als in den Jahren vor der Pandemie. Dennoch hat die Volkshochschule im laufenden Jahr viele Herausforderungen zu meistern.
VHS: Erfolglose Vorstandssuche verhindert Neuwahl
Mehr besuchte Kursstunden, aber weniger Teilnehmende, die bevorstehende EduQua-Rezertifizierung, eine vakante Stelle im Vorstand und ein Minus in der Kasse. Die Volkshochschule Obersimmental-Saanenland hat im laufenden Geschäftsjahr neben den üblichen Herausforderungen einiges vor – trotzdem herrscht Grund zur Zuversicht.
KEREM S. MAURER
Rund 20 Personen besuchten am Dienstagabend die Mitgliederversammlung der Volkshochschule Obersimmental-Saanenland im Golfhotel Les Hauts de Gstaad & Spa in Saanenmöser. Präsidentin Brigitte Zahnd führte unaufgeregt und speditiv durch die Sitzung, seitens der Mitglieder gab es keine Wortmeldungen zu den Traktanden. Die Volkshochschule schliesst das vergangene Geschäftsjahr mit einem Verlust von 14’390 Franken ab. Für das kommende Jahr wird ein Überschuss von 369 Franken budgetiert.
Grosses Minus kurz erklärt
Als Hauptgrund für den hohen Verlust – im Vorjahr resultierte ein Gewinn von 9’451 Franken – führte Geschäftsstellenleiterin Katja Minnig den Jubiläumsanlass an, der mit 10’188 Franken zu Buche schlug. Kosten, die man vor einem Jahr nicht habe budgetieren können, weil noch vieles unklar gewesen sei, sagte Minnig und betonte, mit diesem Kostenrahmen gerechnet zu haben. Aufgrund der vielen Deutschkurse für Flüchtlinge im Jahr 2022 wurden die Subventionen nach einem anderen Verfahren abgerechnet. Anstelle einer Restzahlung mussten 6000 Franken zurückbezahlt werden. Ausserdem habe man eine «überaus interessante, aber kostspielige» Weiterbildung für die Kursleitenden zum Thema Persönlichkeitsentwicklung durchgeführt. «Zusätzlich und unvorhergesehen haben wir uns an individuellen Ausbildungskosten beteiligt», schloss Katja Minnig ihre Ausführungen zur Jahresrechnung, welche von der Versammlung genauso wie das Budget wortlos durchgewunken wurde.
Erstaunlicher Zuwachs an Kursstunden
Von total 160 ausgeschriebenen Kursen wurden 137 (86 Prozent) durchgeführt und 23 abgesagt. 1866 Kursstunden wurden besucht, was einem Plus von 221 Stunden gegenüber dem Vorjahr entspricht. «Dieser Zuwachs ist erstaunlich, da im Vorjahr noch deutlich mehr Deutschkurse für Flüchtlinge aus der Ukraine angeboten wurden», sagte Brigitte Zahnd. Denn auch die Zahl der Kursteilnehmenden sank von 1118 im Vorjahr auf 994. Vergleiche man diese Zahl aber mit den Jahren vor der Pandemie, sei diese ähnlich, wenn nicht sogar ein wenig höher, was Grund zur Zuversicht böte, so Zahnd.
Anstehende EduQua-Rezertifizierung
Nach der Demission von Corina Oehrli per Ende 2023 habe bislang noch niemand für ihr Amt im Vorstand der Volkshochschule begeistert werden können, bedauerte die Präsidentin. Deshalb entfiel die traktandierte Neuwahl eines Vorstandsmitglieds. Mit Applaus wiedergewählt wurden die vier Vorstandsmitglieder Daniela Eschler (Boltigen), Marius Frank (Feutersoey), Hansueli Gammeter (Zweisimmen) und Sven Hojak (Oey) für eine weitere Amtszeit.
Die Schwerpunkte für das nächste Jahr liegen neben der Suche nach einem neuen Vorstandsmitglied unter anderem bei der Vorbereitung der Unterlagen für die EduQua-Rezertifizierung, die im September 2024 erstmals nach neuer Norm erfolgen wird.
JUBILÄEN DER KURSLEITENDEN
Geehrt wurden:
Monika Kammer und Christa Teuscher für jeweils 20 Jahre, Jenny Sterchi für 15 Jahre und Sandra Teuscher für fünf Jahre.



