Bauen, bewegen, bewahren: Nachhaltige Impulse für unsere Gemeinden

  13.12.2024 Kolumne

Urbanisierung ist ein globales Phänomen, doch auch in der Destination Gstaad zeigt sich, wie entscheidend nachhaltige Dorf- und Gemeindeentwicklung für unsere Zukunft ist. Ziel 11 der Pariser Klimaziele fordert, Umweltbelastungen zu reduzieren, Grünräume zu schaffen und den Zugang zu Mobilität und Wohnen zu verbessern. Wie steht es in unserer Region damit?

Die Gemeinde Zweisimmen kann stolz auf ihre Auszeichnungen als Energiestadt und Fair-Trade-Town sein. Vor allem die erstellten Photovoltaik Anlagen auf den Schulgebäuden, der Simmental Arena und weiteren grossen Gewerbedächern sind hier hervorzuheben. Gleichzeitig setzen die Gemeinden Saanen, Lauenen und Gsteig mit strengen Bauvorschriften Massstäbe für den Ortsbildschutz – ein Vorteil für die Ästhetik und den Tourismus, doch nicht ohne Herausforderungen. Der Schutz von Fassaden beispielsweise erschwert die Installation von Solarpanels und damit den dringenden Ausbau erneuerbarer Energien. Ein Zielkonflikt, der die Balance zwischen Tradition und Innovation aufzeigt.

Im Bereich Mobilität gibt es ebenfalls Luft nach oben. Während Gäste mit der Gstaad Card vermehrt den öffentlichen Verkehr nutzen, ist für viele Einheimische das Auto das gewohnte Verkehrsmittel. Obwohl man oft zu Fuss oder mit dem Bike fahren könnte und so gleichzeitig etwas für seine Gesundheit machen würde. Wenig genutzte Fahrgemeinschaften und diese Dominanz des Individualverkehrs verschlechtern unsere Klimabilanz. Positive Beispiele finden sich jedoch auch hier: Mit dem Carsharing-Angebot der Landi Simmental-Saanenland und der Raiffeisenbank Obersimmental-Saanenland in Zusammenarbeit mit edrive carsharing können nachhaltige Mobilitätslösungen vorgelebt werden.

Was bedeutet das für die Zukunft? Ziel 11 fordert mehr Grünräume und öffentliche Räume, die inklusiv gestaltet sind. Projekte wie Mobility-Sharing und attraktive öffentliche Verkehrsmittel tragen dazu bei. Gleichzeitig muss ein offener Dialog über Bau- und Energieregeln geführt werden, um das Potenzial erneuerbarer Energien besser auszuschöpfen.

Unsere Destination hat die Chance, Vorbild zu sein – als Region, die Traditionen bewahrt und gleichzeitig den Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft ebnet. Lassen wir uns von Ziel 11 inspirieren, unsere Gemeinden weiterzuentwickeln, und nutzen wir die Stärken unserer Region, um Fortschritt mit Respekt für Natur und Kultur zu verbinden.

PATRICK BAUER
LEITER DESTINATIONSENTWICKLUNG & NACHHALTIGKEIT

Gstaad Saanenland Tourismus verschreibt sich in der Destinationsstrategie der Nachhaltigkeit. In dieser Serie werden anhand der 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO (17 SDG) wegweisende Beispiele vor Ort oder von ausserhalb aufgezeigt. So kann das Saanenland gegenwärtig und in Zukunft verantwortungsvoll handeln. Als ersten Schritt empfehlen wir Betrieben das Swissstainable Programm des STV. www.gstaad.ch/nachhaltig


Nachhaltigkeitsziel Nr. 11 der UNO

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.

Ziel 11 will die von Städten ausgehende Umweltbelastung pro Kopf senken, insbesondere mit Blick auf die Luftqualität und den Umgang mit Abfall. Die Stadtentwicklung soll inklusiver und nachhaltiger gestaltet werden, unter anderem durch partizipatorische, integrierte und nachhaltige Siedlungsplanung. Zudem soll der allgemeine Zugang zu sicheren und inklusiven Grünflächen und öffentlichen Räumen gewährleistet werden. Ebenso soll der Zugang zu sicherem und bezahlbarem Wohnraum und ebensolchen Transportsystemen sichergestellt werden.

EDA.ADMIN.CH


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote