Matthias Grünenwald ist Vize-Schweizermeister!

  28.01.2020 Sport, Saanen

Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag traf sich die Nachwuchselite des Skisports in Saanen an den Hublen zu zwei FIS-Slalomrennen. Am Donnerstag wurde das Rennen zudem als U21-Junioren-Schweizermeisterschaft und als U19-Swiss-Cup-Rennen gewertet. Mit Matthias Grünenwald gelang einem Athleten aus unserer Region der Sprung auf das Podest. Er konnte sich vor heimischem Publikum die Silbermedaille umhängen lassen.

Rund 120 Nachwuchsathleten aus dem In- und Ausland kämpften letzte Woche während zwei Tagen an den Hublen in Saanen im «Stangenwald» um Ruhm, Ehre und gute Klassierungen. Dass die beiden Rennen überhaupt in Saanen ausgetragen werden konnten, war alles andere als selbstverständlich. Der spärliche Niederschlag und die warmen Temperaturen erschwerten die Pistenpräparation erheblich. Dank den tiefen Temperaturen in den Tagen vor dem Rennen konnte die Piste ähnlich wie in den letzten Jahren jedoch gut mit Wasser bearbeitet werden.

Selektive, weltcupähnliche Piste
Dank des Efforts der drei Skiclubs Turbach-Bissen, Lauenen und Schönried und der Crew rund um Skifuture-Betriebsleiter Max Althaus präsentierte sich die Rennstrecke an den beiden Renntagen kompakt und hart. Selbst für Athleten aus dem hinteren Teil des grossen Fahrerfeldes zeigte sich die Strecke kaum gezeichnet. Dafür erwies sich die Piste an beiden Renntagen selektiv. Sowohl am Mittwoch wie auch am Donnerstag erreichten rund 50 Athleten das Ziel nicht. Trotz den zahlreichen Ausfällen und teils spektakulären Rettungsmanövern verletzte sich kein Athlet. Der Sanitätsposten blieb erfreulicherweise arbeitslos.

Das Rennen vom Mittwoch
Das erste der beiden Slalomrennen von letzter Woche wurde ausschliesslich als FIS-Rennen gewertet. Erfreulicherweise erreichte mit dem Schönrieder Noel von Grünigen zum Auftakt bereits ein Athlet aus dem Saanenland das Podium. Nach einem ansprechenden ersten Lauf vermochte sich der Schönrieder, welcher aktuell dem B-Kader von Swiss-Ski angehört, im zweiten Lauf nochmals zu steigern und musste sich nur vom Franzosen Theo Letitre geschlagen geben. Dritter wurde am Mittwoch Fadri Janutin aus Obersaxen. Nebst Noel von Grünigen zeigten weitere Athleten aus unserer Region sehr gute Leistungen. Die beiden Diemtigtaler Delio und Florian Kunz klassierten sich auf den sehr guten Rängen 6 und 11. Mit Luc Herrmann und Joel Oehrli klassierten sich zudem zwei weitere Fahrer aus dem Saanenland im vorderen Teil der Rangliste. Herrmann klassierte sich nach zwei Durchgängen auf dem 17. und Oehrli auf dem 22. Schlussrang.

Das Rennen vom Donnerstag – ein Rennen, drei Wertungen
Etwas komplizierter zeigten sich die Ranglisten am zweiten Renntag. Das Rennen vom Donnerstag stand im Fokus der U21-Junioren-Schweizermeisterschaft, wurde aber gleichzeitig als FIS-Rennen und U19-Swiss-Cup gewertet. Als U21-Junioren-Schweizermeister konnte sich Matthias Iten aus Oberägeri die Goldmedaille umhängen lassen. Schon vor zwei Jahren kürte er sich im Saanenland zum U21-Schweizermeister im Slalom. Den ausgezeichneten zweiten Schlussrang belegte Matthias Grünenwald aus Zweisimmen, welcher die Hublen aus seiner Zeit im RLZ Gstaad bestens kennt und so den Heimvorteil für sich zu nutzen wusste. Die Bronzemedaille ging an den Appenzeller Nick Spörri. Nebst dem Zweisimmner Grünenwald klassierten sich weitere BOSV-Athleten vorne im Klassement. Florian Kunz wurde guter Fünfter, der Frutiger Dario Büschlen wurde Sechster und Franjo von Allmen aus Boltigen erreichte den zehnten Rang. Luc Herrmann klassierte sich auf dem 13., der Saaner Patrick von Siebenthal auf dem 22. Rang.

Der allerschnellste Athlet war am Donnerstag Dionys Kippel aus Fiesch, welcher die FIS-Wertung gewann, jedoch mit Jahrgang 1998 als «alter Hase» nicht mehr in der U21-Rangliste gewertet wurde. In der FIS-Rangliste belegte Matthias Iten den zweiten und Livio Simonet den dritten Rang. Der Silbermedaillengewinner Grünenwald wurde in der FIS-Wertung guter Zehnter. Der Lauener Joel Oehrli beendete das FIS-Rennen auf dem 14. Rang, Luc Herrmann erreichte den 26. und Patrick von Siebenthal den 35. Rang. Lian und Noel von Grünigen schieden am Donnerstag leider beide aus. Zu guter Letzt wurde das Rennen auch noch als U19-Swiss-Cup gewertet. In dieser Wertung erreichte Franjo von Allmen aus Boltigen als Zweiter das Podest. Patrick von Siebenthal klassierte sich als Neunter ebenfalls noch in den Top Ten.

Hublen statt Kitzbühel
Die jungen, talentierten Athleten, welche während der Wintermonate FIS-Rennen bestreiten, haben grösstenteils alle das Ziel Weltcup vor Augen. Wie hart der Weg bis ganz an die Spitze ist, zeigt sich nicht zuletzt auch am Beispiel von Noel von Grünigen, welcher zurzeit der stärkste einheimische Fahrer ist. Ende der letzten Saison punktete der Schönrieder erstmals im Weltcup. Doch anstatt nach Wengen oder Kitzbühel reiste der Schönrieder letzte Woche nach Hause, um die beiden FIS-Rennen in Saanen zu bestreiten. Dass Noel von Grünigen momentan keine Möglichkeit hat, im Weltcup auf Punktejagd zu gehen, hat weniger mit seinen als vielmehr mit den zurzeit starken Leistungen seiner Teamkollegen zu tun. «Das Schweizer Slalomteam hat diesen Winter einen Startplatz weniger zur Verfügung als im letzten Jahr. Solange meine Teamkollegen regelmässig in die ersten 30 fahren, wird es schwierig, einen Startplatz zu ergattern», so von Grünigen nach dem Rennen. Trotzdem sieht er der Situation auch gelassen entgegen. «Ich weiss, dass ich schnell Slalom fahren kann. Ich kann mit den Athleten aus dem Weltcup gut mithalten», ergänzt der Schönrieder. Die Situation von Noel von Grünigen zeigt, dass es nebst viel Talent und Fleiss auch Geduld und Wettkampfglück braucht, um bis ganz nach vorne zu kommen.

Zu Hause ist es nicht immer einfacher
Mit Noel von Grünigen und Matthias Grünenwald erreichten zwei Athleten aus unserer Region letzte Woche das Podest und vermochten den Heimvorteil so für sich zu nutzen. Es scheint, als sei es jedoch nicht immer ein Segen, vor der Haustüre Rennen zu bestreiten. So vermochten beispielweise die beiden jungen Nachwuchscracks Lian von Grünigen und Patrick von Siebenthal ihr Potenzial zu Hause nicht wie gewünscht abzurufen. Lian von Grünigen, welcher in seiner Altersklasse zu den allerbesten Slalomfahrern gehört, schied leider vor heimischem Publikum gleich zweimal aus. Auch der Saaner Patrick von Siebenthal wurde an seinem Hausberg nicht vor einem Ausfall verschont und erreichte das Ziel am Mittwoch ebenfalls nicht. Dem Aufmarsch der weiblichen Fans tat dies aber keinen Abbruch. Diesbezüglich schien der Heimvorteil nützlich …

Ein eingespieltes Team
Wie in den vergangenen Jahren wurden die beiden Rennen von den drei Skiclubs Turbach-Bissen, Lauenen und Schönried organisiert. Im Laufe der letzten Jahre hat sich zwischen den drei Klubs eine gute Zusammenarbeit entwickelt. Nicht zuletzt dank der Kooperation ist es möglich, Rennen dieser Art überhaupt durchzuführen. Gerade im Vorfeld generieren solche Rennen je nach Wettereinfluss einen grossen Aufwand, welcher nur mit freiwilligen, motivierten Helfern/innen zu bewerkstelligen ist. Und wie das Pistenpräparationsteam diesen Winter feststellen musste, birgt das Wässern der Piste durchaus gewissen Risiken. Ein geplatzter Schlauch sorgte für Prellungen und blaue Flecken.

Merci und bis bald
Die drei Skiclubs bedanken sich bei allen Helfern/innen, welche das Rennen an den beiden Tagen unterstützten, und wünschen den «Geprellten» gute Genesung. Weiter dankt das OK der Rennen seinen Sponsoren für den Support und Swiss-Ski für das langjährige Vertrauen. Ein grosses Merci geht ebenfalls an Skifuture Gstaad für die Unterstützung rund um die Renntage.

Am 12. und 13. März wird es an den Hublen in Saanen nochmals zu zwei FIS-Slalomrennen kommen. Wir freuen uns, die Nachwuchscracks diesen Winter ein weiteres Mal im Saanenland begrüssen zu dürfen.

SKICLUB SCHÖNRIED, PATRIC BILL

Resultate: www.fis-ski.com (FIS-Wertung), und www.swissski.ch (U21 SM und U19 Swisscup)


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