In 24 Tagen öffnet die neue Egglibahn

  26.11.2019 Gstaad

Der frühe Wintereinbruch hat den Bauarbeiten am Eggli keinen Abbruch getan. Wie geplant soll die Bahn am 20. Dezember öffnen und am 21. Dezember eingeweiht werden. Das Bergrestaruant wird im Winter 2020/21 in Betrieb genommen. Ein ungewöhnliches Gastroangebot überbrückt die Lücke. Das «Snoasis» ist ebenfalls offen.

BLANCA BURRI
Zwar hat es letzte Woche bis auf den Talboden geschneit, trotzdem wurden die Bauarbeiten auf dem Eggli wie geplant weitergeführt, wie der «Anzeiger von Saanen» bei einem Augenschein vor Ort feststellte. Begleitet wurde er von Matthias In-Albon, Geschäftsführer der Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG), Thomas Spiegelberg, Vizepräsident der Geschäftsleitung Bartholet Maschinenbau AG, sowie seinem Arbeitskollegen Michel Cerini, Verkauf Schweiz und Projektleiter.

Die Bahn läuft
Beim immensen Bauprojekt werden die Egglibahn inklusive Tal- und Bergstation sowie das Berghaus neu gebaut. Die Gebäudehüllen der Gondelbahn sind mehr oder weniger fertiggestellt. Im Moment ist die Abnahme der Bahnanlage durch das Bundesamt für Verkehr im Gang, ebenfalls laufen der Innenausbau sowie die Umgebungsarbeiten auf Hochtouren. Anfang Dezember folgt die Betriebsabnahme der Bahn, ebenfalls durch das Bundesamt für Verkehr, und später die Suva-Abnahme. Die Betriebsbewilligung erwartet In-Albon bis Mitte Dezember. «Der Wintereinbruch hat uns nichts angehabt, wir bauen im gewohnten Umfeld, das ist unser tägliches Brot», beantwortet Michel Cerini eine entsprechende Frage. «Wir werden jede Stunde bis zur Eröffnung nutzen und alle Beteiligten müssen einen enormen Effort leisten, aber wir sind im Zeitplan», bestätigt auch Matthias In-Albon. Noch vor Weihnachten nimmt die neue Bahn ihren Betrieb auf: «Am Freitag, 20. Dezember nehmen wir die Bahn in Betrieb. Am Samstag, 21. Dezember finden die offiziellen Feierlichkeiten statt.»

Bauverzögerung aufgeholt
Die zwei Wochen Bauverzögerung, welche aufgrund des späten Frühlings eingefahren worden waren, seien wieder aufgeholt, meinten die Fachleute.

Vergangene Woche sah es beim Eggli so aus, wie es vor grossen Eröffnungen immer aussieht: Handwerker, wohin das Auge reicht, alles war überstellt, die Umgebungsarbeiten noch nicht gemacht. Inzwischen aber kamen die Besen und Bagger zum Einsatz, bald werden die Baucontainer abgebaut. Man spürt, dass die BDG einen grossen Erfahrungsschatz mit Neubauten hat. Sie wird das Nötige bis zur Eröffnung in die Wege leiten. «Gewisse Feinarbeiten, die es nicht dringend braucht, werden erst im Frühling ausgeführt», erklärt In-Albon. Der neue Bürotrakt der BDG in der Talstation Eggli wird zum Beispiel wie geplant während der Wintermonate ausgebaut und erst im Frühling bezogen werden.

Berghaus ist aufgerichtet
Für das Bergprojekt wurde der Schopfenlift leicht verlegt und neu in die Bergstation integriert. Neben der filigranen Bergstation Eggli wurde letzte Woche das Berghaus aufgerichtet. Der massive Holzbau wirkt, wenn man vor der Bergstation steht, gross und mächtig. Umrundet man das Gebäude und betrachtet man es von der Südseite her, kommt ihm die abgestufte Form zugute und hinterlässt einen verspielten Eindruck. Das öffentliche Restaurant strahlt trotz seiner Grosszügigkeit bereits im Rohbau eine heimelige Atmosphäre aus. Wie das alte ist es mit einer Trennwand unterteilbar. Im Obergeschoss befindet sich der private Club de Luge mit einem grossen Panoramafenster. Er verfügt über einen separaten Eingang. Die Warenanlieferung für beide Restaurants erfolgt über die Bergstation und zwar durch einen unterirdischen Gang.

«Im Moment wird das Holzhaus gedeckt und die Fenster eingesetzt, danach bauen wir die Gerüste zur Terrasse hin ab und stellen den Baubetrieb für die Winterpause ein», informiert der gebürtige Walliser In-Albon. Im Frühling erfolgt der Innenausbau, die Eröffnung ist im Winter 2020/2021 geplant.

Verpflegung gesichert
Obwohl das Berghaus Eggli diesen Winter geschlossen bleibt, gibt es auf dem Berg ein Gastroangebot. In einer umgebauten Pistenmaschine kochen einheimische Spitzenköche in einer Prinoth-Küche. Daneben kommen zwei Altholzchalets zu stehen, die als Büffet und als Küche für die gutbürgerliche Küche und typische Schweizer Spezialitäten dienen. Die Fonduegondeli, die normalerweise als Botschafter für die Destination in Schweizer Städten stehen, bieten gemütliche geschützte Sitzgelegenheiten. Bei schönem Wetter wird so für das leibliche Wohl gesorgt sein, andererseits wird auch das «Snoasis», geführt vom Restaurant Rialto in Gstaad, seinen Betrieb wie gewohnt aufnehmen.

Skibetrieb erfolgreich gestartet
Die BDG hat ihren Skibetrieb Mitte November im Sektor Ost aufgenommen und am ersten Wochenende bereits 1300 Gäste verzeichnet, am vergangenen Samstag blieb die Bahn aufgrund des Föhnsturms geschlossen, am Sonntag gab es dafür wieder 1000 Ersteintritte. «Wir sind sehr positiv überrascht über diese Zahlen», sagt der Geschäftsführer. Zwar schreibe man mit diesen Ersteintritten keine direkten schwarzen Zahlen, aber: «Für den Vorverkauf der Tickets und für die Buchungen der Hotels ist es sehr wichtig, dass wir Schneesicherheit und unsere Kompetenz betreffend Skipisten beweisen.»


SCHWEIZER UNTERNEHMEN

Bartholet Maschinenbau AG mit Hauptsitz in Flums, Schweiz, ist eine international führende Unternehmung in den Bereichen Seilbahnsysteme, Vergnügungsparkanlagen und Maschinenbau. Es hat sich in den letzten 15 Jahren dank Expansion im Ausland stark entwickelt und beschäftigt heute 450 Mitarbeitende, 350 davon in der Schweiz. «Uns ist die Wertschöpfung in der Schweiz extrem wichtig, deshalb produzieren wir alle Gondeln und Anlagen in der Schweiz», so Thomas Spiegelberg. Beim Eggli kommt eine Gondel zum Einsatz, deren Gestaltung von «Design by Porsche Design Studio» realisiert wurde. Der Ausbaustandard kann frei gewählt werden. Von Scheibenheizung bis Wlan ist alles möglich.

 


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