Genug Winter für 7. «The Alpina Cup»

  01.02.2019 Sport

Ein Torlauf am Wasserngrat und ein abendliches Hockeyspiel zwischen zwei hoch motivierten Teams auf dem Gstaader Eisfeld – alle Zeichen standen auf «The Alpina Cup». Und dieses Mal war es richtig knapp. Bei einem gemeinsamen Galadiner im The Alpina – gesponsert durch das Hotel – fand der Anlass einen würdigen Abschluss.

JENNY STERCHI
Zwei Schulen massen sich im Wintersport an der siebten Ausgabe des «The Alpina Cup», der zu einer schönen Tradition geworden ist. Dafür begaben sich Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte des Gymnasiums Gstaad und des Instituts Le Rosey vor einer Woche an den Start des Riesenslaloms am Wasserngrat.

«Bilderbuch»-Bedingungen
«Es ist furchtbar kalt», stellte ein Schüler zitternd hinter dem Starthäuschen fest. Er ging für Le Rosey ins Skirennen. Neben ihm kämpften über 50 seiner Mitschülerinnen und Mitschüler, Gäste und Lehrkräfte um die Laufbestzeit.
Die Verhältnisse, die auf und an der Rennpiste herrschten, waren geradezu genial. Die Sonne strahlte vom stahlblauen Himmel herab. Dennoch war die Luft beissend kalt und so blieb die Piste bis zum letzten Fahrer griffig.

Es war ein Gewusel aus Ski- und Snowboardfahrerinnen und -fahrern am Start des Riesenslaloms. Die einen versuchten, ihre Warteposition an einen sonnigen Platz zu verlegen, die anderen hüpften gegen Kälte und Nervosität auf und ab. Und sie motivierten sich untereinander, egal zu welchem Team sie gehörten – von Sprachbarriere keine Spur.

Gstaader Gymnasiastinnen auf Ski unschlagbar
Doch die Konkurrenz für Le Rosey war keineswegs zu unterschätzen, konnte doch die Oberstufe des Gymnasiums Gstaad auf einige Skirennfahrerinnen mit Wettkampferfahrung und Rennpraxis zählen. Und so liessen sich die schnellsten einheimischen Gymnasiastinnen «die Butter nicht vom Brot nehmen» und besetzten die ersten fünf Ränge in ihrer Kategorie. Julie Trummer, die als Leistungssportlerin in dieser Saison sehr erfolgreich FIS-Punkte sammelt, fuhr die Tagesbestzeit. Auf Rang zwei platzierte sich Jasmine von Siebenthal, Athletin im RLZ Gstaad, gefolgt von Jessica Tschanz. Und auch die Ränge 4 und 5 waren dank Marion Schenk und Michelle Herrmann fest in Gstaader Hand.

Bei den Knaben konnte Michael Knöri für Gstaad die Spitzenposition herausfahren. Allerdings war ihm die Konkurrenz vom Le Rosey dicht auf den Fersen. Louis Luftman und Hadrien Pratte-Ness belegten die übrigen Podestplätze.

Unterhaltsames auf und neben der Piste
Doch auch die Freizeitsportler unter den skifahrenden Schülerinnen und Schülern sorgten für staubenden Schnee und spektakuläre Manöver beim Passieren der Tore. «Zu direkt angefahren», lautete die fernsehreife Analyse eines der wenigen ausgeschiedenen Fahrer.

Eine Gruppe von Schülerinnen begab sich mit der Motivation, unverletzt ins Ziel zu kommen, auf den Weg durch die Tore. «Mein Ziel ist es, heute Abend gesund ins Bett gehen zu können», beschrieb einer der Skifahrerinnen ihre Ambitionen. Der Lauf, den Rennchef Patrick Zürcher, Lehrkraft am Le Rosey, gesteckt hatte, war anspruchsvoll, aber keineswegs knifflig.

Die Snowboardkonkurrenz entschied Sarah Tschanz vom Gymnasium Gstaad für sich, gefolgt von ihrem Schulkollegen Felix Hoyer.

Vom Speaker-Duo Joannah Spencer und Christoph Däpp, Schulleiter des Gymnasiums Gstaad, zweisprachig durch das Rennen kommentiert, kamen die Mädchen und Knaben beider Schulen sowie Gäste und Lehrkräfte über die Ziellinie.

Von der Piste aufs Eisfeld
Als die Sonne verschwand, machten sich alle Beteiligten auf den Weg hinunter nach Gstaad, wo pünktlich der bereits legendäre Eishockeymatch angepfiffen wurde. Einigen blieb kurz Zeit für den Tenuewechsel, andere konnten es sich mit Waffeln und Punsch, die Titelsponsor The Alpina Gstaad am Rand des Eisfeldes verteilten, in der Zuschauerrolle bequem machen. Die Temperaturen sanken weit unter den Nullpunkt. Während die Kälte den überraschend zahlreichen Zuschauern in die Nase zwickte und den beiden Schiedsrichtern Nils Kunz und Marco Romang die Hände abkühlte, gerieten die Spieler auf dem Eisfeld zunehmend ins Schwitzen.

Mit einer klaren Führung von 6:2 nach dem ersten Drittel wähnten sich die Gstaader Eishockeyspieler in vermeintlicher Sicherheit. Ein Team aus Gymnasiasten, Senioren und Novizen des Hockeyclubs Gstaad-Saanenland startete explosiv in die Partie, die traditionell zum «The Alpina Cup» gehört. Sie kamen schnell zu Treffern und überfuhren damit ihren Gegner, das Team Le Rosey. Lehrkräfte, Schüler und Gäste hatten dem einheimischen Team scheinbar nichts entgegenzusetzen. Demoralisiert von diesem Feuerwerk an verwandelten Schüssen aufs Goal in den ersten Minuten, machte der Goalie des Teams Le Rosey mit einem Schrei seinem Ärger Luft.

Das schien zu wirken. Im zweiten Drittel bot sich dem Zuschauer ein eher ausgeglichener Kampf. Für Speaker Esther Müller, die daneben die Anzeige für Goals und Strafzeiten bediente, gab es plötzlich viel zu tun. Auf das druckreiche Spiel des Le Rosey-Teams folgte im letzten Drittel nicht nur der Ausgleich. Es ging sogar mit einem Treffer in Führung. Buchstäblich in letzter Minute schafften die Gstaader den Ausgleich. Der Match endete unentschieden mit 12:12 Treffern. Das Los entschied schliesslich, wer Sieger des Matches wurde. Das Gstaader Team hatte dabei das Glück auf seiner Seite. Zum besten Hockeyspieler des Tages auf der Seite des Saanenlandes wurde Raphael dos Santos erkoren. Beim Team Le Rosey holte sich diesen Titel Hadrien Pratte-Ness.

Der Abend zum Aufwärmen
Der gelungene Schneesporttag fand einen ebenso gelungenen Abschluss an der Rangverkündigung und dem gemeinsamen Dinner im The Alpina Gstaad. Aufgewärmt liessen die Schülerinnen, Schüler, Gäste und Lehrkräfte den Tag Revue passieren und fanden Zeit für spannende Gespräche und heiteren Austausch.

Tim Weiland, General Manager im The Alpina Gstaad, und Rob Gray, Headmaster und Director of Academics am Le Rosey, begrüssten alle Anwesenden. Dabei betonten beide die guten Beziehungen, die zwischen Gstaad und dem Institut Le Rosey bestünden und weiterhin gepflegt würden. «Dem The Alpina Gstaad ist es eine Ehre, etwas für die Jugend zu machen», erklärte Weiland das Engagement des Hotels als Titelsponsor. Man freue sich als Hauptsponsor, diesen Event zu ermöglichen und so die Verbindungen zwischen Le Rosey und Gstaad zu stärken.

Auch für Rob Gray sei die Verbindung des Bildungsinstitutes Le Rosey mit Gstaad etwas Wertvolles: «Bringt es unseren Lernenden etwas, für nur neun Wochen im Jahr nach Gstaad zu kommen?», fragte Gray zu Beginn eher rhetorisch und beantwortete sie gleich selber: «Ja. Gstaad ist ein spezieller Ort. Die Verbindung, die in Gstaad zwischen Le Rosey und der Bevölkerung besteht, ist viel stärker als sie in Rolle, dem Hauptsitz des Institutes, zu beobachten ist.» Man fühle sich sehr verbunden mit dem Saanenland. «Es ist wie eine Liebesaffäre», charakterisierte er die Beziehung zwischen Le Rosey und Gstaad. «Lasst uns diese weiterführen.» Der «The Alpina Cup» sei dabei eine feste Grösse und sehr hilfreich.

Weitere Fotos unter https://tinyurl.com/ybl6pz97
Video: https://tinyurl.com/y735s3kv


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