Rapunzel, Dschungelbuch und Co.
24.10.2017 SaanenDie Brassband «Harmonie» Saanen (BBHS) lud zum traditionellen Herbstkonzert ein und entführte die Zuhörer in die Traumfabrik.
BLANCA BURRI
Mickey Mouse oder Michel Mouse? Nein, Dirigent Michael Bach begrüsste die rund 100 Zuhörer am vergangenen Samstagabend beim traditionellen Konzert der BBHS im Landhaus in Saanen. Den Bezug zu Mickey Mouse machte er mit einem Augenzwinkern selber, als er das Stück «Cartoon Music» ansagte. Ein Stück, bei dem man zurücklehnen und den eigenen «Tom und Jerry»-Film drehen konnte.
Mitten im Dschungel
Das Herbstkonzert war durchgehend den Trick- und Animationsfilmen gewidmet und somit entführte die BBHS die Zuhörer ganz und gar in die Traumfabrik, wo man seine eigene Welt erschafft. Einmal flog man mit Peter Pan in hohe Lüfte, ein andermal rannte man mit Jerry um sein Leben oder liess als Rapunzel sein Haar herunter. Manchmal tanzte man mit dem Biest, nahm ein Löffelchen voll Zucker von Mary Poppins, spazierte durch den Dschungel oder hörte den Tiergeräuschen der Savanne zu. Beim Hauptthema von Lion King «Circle of Life» waren nicht nur die Klänge der Blasinstrumente gefragt, vielmehr sangen die Orchestermitglieder fehlerfrei «Ingonyama nengw’ enamabaal», um den Leadinstrumenten einen authentischen Klangboden zu geben. Louis Schürmann verkleidete sich sogar als Löwe, was beim Publikum besonders gut ankam.
Besonders witzig war die Melodie «I wanna be like You» des Trickfilms «Dschungelbuch». Nicht nur war der Saal dekoriert wie ein Dschungel, man hörte darin plötzlich auch etliche Affen rufen. Das Solo dazu spielte Walter Zahler auf seiner Bassposaune ebenso gut, wie es der Affenkönig Louie im Film sang.
Auch Corina von Grünigen gab ein eindrückliches Solo. Zwar trug sie das Haar nicht so lang wie Rapunzel, dessen Stück «I see the Light» sie interpretierte. Umso schöner klang dafür ihre Einlage. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus.
Auch das Hauptstück «A Disney Spectacular» mit dem Medley diverser Cartoons war fantastisch. Mit dem wuchtigen Einstieg, den verspielten Teilen, den romantischen, manchmal fast nachdenklichen Abschnitten und diversen Tempiwechseln – einfach grossartig.
Anspurchsvolles Programm
Michael Bach sprach seinem Orchester im Anschluss an das Konzert ein grosses Lob aus. «Wir haben uns mit der Stückwahl einiges vorgenommen und jedes Mitglied musste viel üben», sagte er. Der Effort zahlte sich aus, denn das begeisterte Publikum belohnte die Mühen mit einem kräftigen Applaus.
Am Sonntag lud die BBHS die Jüngsten ein, um ihnen eine verkürzte Form des Konzerts vorzuspielen. Die Kinder durften bei einigen Stücken sogar selbst mithelfen und im Anschluss ans Konzert in die Instrumente blasen.
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