Ruedi Roschi siegt am 35. Rellerlialp-Schwinget

  05.09.2017 Sport

Am vergangenen Sonntag kamen 54 Schwinger aus dem Berner Mittel- und Oberland aufs Rellerli. Eingeladen waren auch einige Schwinger vom Schwingclub «La Gruyère». Vor rund 400 Zuschauern gewann Ruedi Roschi die 35. Ausgabe des Rellerlialp-Schwingets.

JENNY STERCHI
Wie immer waren die beiden Plätze bestens präpariert und die Zuschauertribüne parat, sodass mit dem Anschwingen am Sonntagmorgen um zehn Uhr der 35. Rellerlialp-Schwinget eröffnet werden konnte. Bruno von Siebenthal, Präsident des Organisationskomitees, freute sich über das rege Interesse sowohl der Schwinger als auch der Zuschauer. Das Publikum verfolgte von der Tribüne und den Strohballen, die als Sitzgelegenheit unmittelbar beim Sägemehl bereitstanden, die zum Teil sehr spannenden Kämpfe.

Schwinger aus dem Saanenland
Unter den 54 Teilnehmern fanden sich auch zehn Schwinger aus dem Saanenland. Neben den Brüdern Philipp und Florian Aellen, die bereits über Schwingfesterfahrungen verfügen, traten auch einige junge Athleten des Schwingklubs Saanenland an. Am Ende konnte Philipp mit vier gewonnenen und zwei verlorenen Gängen auf den dritten Rang vorstossen. Seinem Bruder Florian lief es nicht ganz so gut. Zwar konnte er drei Gänge für sich entscheiden, musste aber in den übrigen drei Gängen mit zwei Gestellten und einer Niederlage vorlieb nehmen. Den übrigen Schwingern aus dem Saanenland gelang ebenfalls der eine oder andere gewonnene Gang. Dominik Annen (Rang 12), Ueli Müllener und Silvan Lengacher (beide Rang 13) sowie Xavier Kunz (Rang 14) konnten jeweils zwei Gänge für sich entscheiden. Mit Nicola Hefti und Mario Kunz sammelten auch zwei der jüngsten Schwinger aus dem Saanenland erste Festerfahrungen. Für Kurt Müllener lief es mit drei gestellten und drei verlorenen Gängen nicht so rund. Jakob Müllener verletzte sich leider im vierten Gang und musste aufgeben.

Kurzer Prozess im Schlussgang
Ruedi Roschi aus Oey war im letzten Jahr nach einem gestellten Schlussgang noch Zweiter geworden. In diesem Jahr machte er seinen Festsieg auf dem Rellerli mit einem nur zehn Sekunden währenden Schlussgang perfekt. Kaum stand er seinem letzten Gegner des Tages, Hanspeter Luginbühl aus Aeschiried, im Sägemehl gegenüber, zwang er ihn mit «Kurz» und «nachdrücken» zu Boden. Das Publikum applaudierte begeistert für diese Leistung nach fünf mehr oder weniger anstrengenden Gängen. Die Stimmung war so, wie man es vom Rellerlialp-Schwinget gewohnt ist. Es kam zu keiner Zeit Hektik auf. Die Zuschauer warteten geduldig auf die Zwischenranglisten, verfolgten gespannt das Geschehen auf den beiden Plätzen und genossen den herrlichen Spätsommertag.

In der kleinen Festwirtschaft war man am Ende des Festes sehr zufrieden und bestätigte, mehr oder minder «ausverkauft» zu sein. Die Begeisterung für diesen traditionellen Schweizer Sport griff auch bei den jüngsten Zuschauern um sich. Und so war es sehr amüsant, den Kindern am Rande bei schwingähnlichen Rangeleien zuzuschauen. Sie hatten die Gesten ihrer Idole haargenau studiert.

Einmal mehr hatte Heini Lengacher den Gabentempel im Rellerli-Bergrestaurant wunderbar hergerichtet. Auf die Frage, ob es jeweils schwierg sei, den Gabentisch zu füllen, sagte Bruno von Siebenthal: «Es ist uns immer eine Freude zu sehen, wie grosszügig Sponsoren und Gönner sind, wenn es um die Austragung und die Preise für den Rellerlialp-Schwinget geht. Es hängt wohl damit zusammen, dass es als eine Art Traditionspflege angesehen wird, die wir hier in unserer Region mit dem Schwingfest auf dem Rellerli betreiben.»

Und während die Schwinger an der Rangverkündigung noch ihre Preise auswählten, begannen die vielen fleissigen Helferinnen und Helfer damit, das Gelände abzuräumen und das Rellerli wieder in seinen Originalzustand zurückzuversetzen.

Weitere Fotos unter https://tinyurl.com/y8xlm9yz
 


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