Unterhaltsames Dorffest in Lauenen

  02.08.2016 Lauenen

Die Nationalfeier in Lauenen war ein wunderbares, unterhaltsames Dorffest, welches seinen Höhepunkt beim Laternenumzug und beim Höhenfeuer auf dem Blatterli fand. Bei sommerlichen Temperaturen fanden neben den Einheimischen auch viele Feriengäste den Weg in das geschmückte Dorf.

JENNY STERCHI
Wie überall im Land fand auch in Lauenen ein Dorffest anlässlich des Nationalfeiertages statt. Patrick Westemeier, Präsident der Dorforganisation, verriet in seinem Grusswort, dass nicht weniger als einhundert Helfer für das Gelingen des Feiertages in Lauenen im Einsatz standen.
Die Mitglieder des Turnvereins bewirteten die Besucherinnen und Besucher den ganzen Tag und vermutlich noch bis weit in die Nacht hinein im Festzelt auf dem Geltenhornplatz. Zu den fleissigen Helfern hinter Grill, Pfanne und Friteuse kam eine ganze Equipe Servierpersonal. So konnten sich die Gäste einen Platz im sehr gut besetzten Festzelt suchen und wurden dann freundlich bedient. Bei einem kunterbunten Unterhaltungsprogramm blieb genug Zeit für Gespräche unter den Besuchern.

Einander wieder zuhören
Diesen Austausch untereinander griffen die Redner am Feuer wieder auf. Pfarrer Fritz Ehrensperger, der diesjährige Festredner, sprach davon, einander wieder besser zuzuhören. Es brauche die Kommunikation zwischen den Menschen mehr denn je. Die neuen Medien beanspruchten immer mehr Zeit und liessen immer weniger Raum für zwischenmenschlichen Kontakt. Die Gefahr des Rückzugs und der Vereinsamung sei nicht ausser Acht zu lassen. Die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen verliere mehr und mehr an Bedeutung. Und das sei eine neue Art der Bedrohung für eine Gesellschaft. Mit dem Aufruf, wieder besser zuzuhören und den Austausch mit den Mitmenschen zu pflegen, beendete der Pfarrer seine Festrede, die von vielen Zuhörern andächtig aufgenommen wurde.
Auch Patrick Westemeier, der als Präsident der Dorforganisation die Besucherinnen und Besucher auf der idyllischen Waldlichtung willkommen hiess, eröffnete seine kurze Ansprache mit Worten zum Thema Kommunikation. Man solle sich als Schweizer Bürger des Privilegs bewusst sein, sagen zu dürfen, was man denkt. In diesen Tagen, in denen Europa und die Freiheit seiner Völker auf eine harte Probe gestellt würden, sei die Bedeutung der Redefreiheit gewachsen.
Auch die Jungbürgerinnen wurden mit der Aufforderung zur aktiven Kommunikation in der Erwachsenenwelt begrüsst. Gemeindepräsident Jörg Trachsel überreichte den vier jungen Frauen den Jungbürgerbrief mit dem Aufruf, in die Welt hinauszugehen, neue Eindrücke zu sammeln und im Austausch viel Neues zu erfahren, um anschliessend wieder heimzukehren. Dann könnten sie kritisch und ebenso konstruktiv an der Gestaltung ihrer Heimat mitwirken.
Programm für Gross und Klein
Die Besucher wurden über den Tag mit Ländlermusik verschiedener Formationen und Alphornklängen unterhalten. Für einen visuellen Höhepunkt sorgten die «Louener Zumba Kids» auf der Bühne im Festzelt. Angeleitet von Karin Ryser zeigten cool gekleidete Kinder eine abwechslungsreiche Tanzschau.
An den traditionellen Marktständen auf dem Geltenhornplatz gab es allerlei Spannendes und Feines zu sehen und zu kaufen, von den traditionellen 1.-August-Weggen über Töpferware bis hin zu individuell angefertigten Hosengurten. Das Tourismusbüro war mit den üblichen 1.-August-Abzeichen vor Ort und die Kinder konnten basteln oder bekamen ein spektakuläres Glitzer-Tattoo. So wie immer und etwas Neues
Der alljährliche Laternenumzug wurde von den Kindern sehnlichst erwartet. Ausgerüstet mit Lampions in allen Farben und Formen, marschierten die Kleinen, angeführt vom Geläut der Treichler, durch das mit Fahnen und Lichtern geschmückte Dorf. Ebenso viel Grosse liefen neben dem Kindertross her, um zu unterstützen und natürlich zu filmen und zu fotografieren.
Bei der Nationalhymne wagten die Lauener etwas Neues. Begleitet vom Posaunenchor Gstaad sangen die Besucherinnen und Besucher nach der ersten, allseits bekannten ersten Strophe eine zweite Version mit einem neuen Text. Die Textänderung wurde von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft angeregt. Man verfolge damit die Absicht, den Schweizerpsalm, mit dem sich heute kaum mehr jemand identifizieren könne, zu modernisieren und wieder verständlich zu machen. Ausgestattet mit Textblättern, versuchten sich die Gäste der Nationalfeier in Lauenen auch an den neuen Worten der Hymne.


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