"Wir haben eine tolle Zeit miteinander erleben dürfen"

  18.07.2013 Gesellschaft, Gstaad

Am 11. Februar haben Daniel und Marlies von Siebenthal mit ihren vier Kindern das Saanenland Richtung Neuseeland verlassen. Nun neigt sich die Reise dem Ende entgegen (Fotos: Fam. von Siebenthal)

 

Achtung Krokodile!
Baden im Daintreeriver ist definitiv nicht zu empfehlen. Sicher von einem Schiff aus betrachten wir die Krokodile, die sich am Flussufer in der Sonne wärmen. Das ist ziemlich aufregend: „Ich sehe eines!“ „ Wo, ich möchte es auch sehen.“ „Huch, da liegt es!“ Krokodile gehören zu den wechselwarmen Tieren. Sinkt die Körpertemperatur unter 30 Grad, verlässt das Krokodil das Wasser und wärmt sich durch ein Sonnenbad wieder auf. Sie können ihre Herzschläge auf zwei bis drei pro Minute reduzieren und können über Monate ohne Nahrungsaufnahme auskommen. Salzwasserkrokodile werden über 5m lang und können bis zu einer Tonne wiegen. Am Daintreeriver fallen angeblich pro Jahr ca. 20 Kühe den Krokodilen zum Opfer. Da sie sich aber auch an den riesigen Wildschweinen gütlich tun, die grossen Landschaden anrichten, geht die Rechnung für die Farmer wieder auf.

Schnorcheln am Great Barrier Reef
Es folgt ein weiterer Höhepunkt, mit dem Schiff fahren wir hinaus zum Great Barrier Reef. Schnorchelnd entdecken wir die wunderschöne Unterwasserwelt, verschiedenste Korallen und leuchtend farbige Fische. Auch Micha und Noah können sie bestaunen, da wir auch noch mit einem Unterwasserschiff fahren können. Micha entdeckt sogar eine Schildkröte. Als nächstes steht eine Zugfahrt durch den Regenwald bei Cairns auf dem Programm. Die Zugstrecke windet sich die steilen Berghänge hinauf, vorbei an spektakulären Wasserfällen und tiefen Schluchten. Zwischendurch geben die Bäume den Blick frei auf die Ebene mit den Zuckerrohrfeldern und der Küste. Zurück gehts dann mit der 7.5km langen Gondelbahn. Ein spezielles Erlebnis; wo sonst kann man über einen breiten Fluss und übers Blätterdach des Urwaldes gondeln und dabei riesige blaue Schmetterlinge betrachten? Wir geniessen dann noch einige Tage am Strand mit bädele, sünnele und sändele. Vor allem Micha wird den Sand vermissen, immer und überall, wo wir ankommen, gräbt er ganze Autobahnen in den Sand und fährt dann mit allerlei Fundgegenständen darauf herum.

Mit 80km/h dem Sandstrand entlang
Ein einmaliges Erlebnis wartet noch auf Fraser Island auf uns. Die grösste Sandinsel der Welt ist 125 km lang und 5 bis 25 km breit. Trotz des sandigen Untergrundes ist die Insel landeinwärts mit Busch und Heideland, lichten Eukalyptuswäldern und stellenweise sogar mit dichtem, subtropischem Regenwald bewachsen. Wir entfliehen für einmal unseren engen Camperwänden und mieten einen Geländewagen mit Zeltausrüstung. Dann machen wir uns auf, die Insel zu erkunden. Das wirklich coole ist, dass man mit 80km/h den langen Sandstrand entlang fahren kann. Dabei muss man auf die vielen Flüsse achten, die sich vom Landesinnern den Weg ins Meer bahnen, vor allem aber auf Ebbe und Flut, da einige Abschnitte nur 2 Std. vor und 2 Std. nach Ebbe befahren werden können. An einer Stelle sind wir ziemlich spät dran. Zwischen den umgekippten Bäumen rechts und der Flut links ist kein Durchgang mehr, so muss ich den richtigen Moment abwarten, wenn die Wellen gerade zurückfliessen, und dann schnell vorbeifahren, bevor die nächste kommt. Es klappt! Wir geniessen das Zelten, wo man eben noch mehr draussen in der freien Natur ist als im Camper. Im Landesinnern hat es wunderschöne Badeseen, einer liegt an einer steil abfallenden Sanddüne. Die Sonne scheint gerade, so nehmen wir ein Bad im doch eher kühlen See. In Acht nehmen muss man sich vor den Dingos auf Fraser Island, aus sicherer Entfernung oder aus dem Auto heraus sind die eleganten Tiere jedoch ein spannender Anblick.

Abschied
Nun gilt es langsam aber sicher Abschied zu nehmen von unserer Reise. Wir haben eine tolle Zeit miteinander erleben dürfen, die für uns als Familie und für jedes einzelne sehr wertvoll ist. Wir hatten fast immer schönes Wetter und bis jetzt Gott sei Dank keinen Unfall  und das immerhin auf nun fast 20000km. Wir haben viele schöne Landschaften gesehen, Menschen kennengelernt und eine unglaubliche Tiervielfalt beobachten können. Klar hatte das eine oder andere zwischendurch mal eine Krise, Sehnsucht nach seinen Freunden, nach Spielsachen zuhause oder war auch mal sightseeingmüde. Der Camper erwies sich als das ideale Reisefahrzeug, so hatten wir unsere kleine Wohnung immer und überall dabei, was wir im alltäglichen Leben sehr schätzen. Manchmal hatten wir schon ab und zu das Gefühl, dass uns die Decke auf den Kopf fällt mit vier Kindern auf so engem Raum für so lange Zeit, aber da konnte man ja immer noch für eine Weile das Weite suchen.
Nun freuen wir uns, wieder nach Hause zu kommen. Etwas möchten wir aber zuvor noch erleben, nämlich Wale beobachten, mal sehen ob dies noch klappen wird.
 


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