Familie von Siebenthal in Australien

  03.06.2013 Gesellschaft, Gstaad

Am 11. Februar haben Daniel und Marlies von Siebenthal mit ihren vier Kindern das Saanenland Richtung Neuseeland verlassen. Seit einigen Wochen sind sie nun mit dem Camper in Australien unterwegs. Am 21. Juli kehren sie zurück. (Fotos: zVg)

 

An diesem Tag  haben wir unsere Reisemüdigkeit, die uns anfänglich hier in Australien befallen hat, schnell vergessen: Wir waren unterwegs an der wunderschönen Küste mit weissen Sandstränden von Sydney Richtung Melbourne. Am Morgen sahen wir vom Strand aus der Nähe Delphine vorbeischwimmen. Das war schon mal ganz aufregend. Anschliessend fuhren wir zur Pebbly Beach, wo wir Kängurus anzutreffen hofften. Schon während der Fahrt sahen wir einige vorbeihoppeln. Die Kinder gingen schon mal voraus an den Strand. Als wir hinkamen, waren sie schon dabei, die grasenden Känguru zu streicheln. Das  sollte man ja nicht unbedingt, immerhin sind es wilde Tiere, aber einige waren überhaupt nicht scheu und wir konnten sie aus nächster Nähe beobachten. Ganz süss waren die Kleinen im Beutel ihrer Mutter. Wunderschön sind auch die knallfarbigen Papageien, die wir überall sehen konnten.

Blaue Berge
Jetzt aber von Anfang an. Zuerst verbrachten wir zwei Tage in Sydney, eine interessante  Grossstadt. Wir besuchten das berühmte Opernhaus und den Botanischen Garten. Anschliessend fuhren wir in die Blue Mountains (Blaue Berge). Der Name kommt vom bläulichen Dunst, der von den Eukalyptuswäldern aufsteigt und nicht etwa von den Felsen, die sind nämlich rot. Dort trafen wir Bruno Reichenbach und Sandro Wehren, die auf Weltreise sind und nur vier Tage nach uns in Sydney eintrafen. Als wir das Noah erzählten, fragte er, ob wir nun ins Jungscharlager gehen. Dies, weil er Bruno vor allem vom Jungscharlager her kannte, in dem wir letzten Sommer kochten. Wir nahmen sie zwei Tage in unserem Camper mit, es wurde zwar ein wenig eng, dafür waren die Kinder während der Fahrt bestens unterhalten. Zusammen besuchten wir die Jenolan Caves, ein vielbesuchtes Tropfsteinhöhlensystem. Schon die Anfahrt war spektakulär, unten angekommen führte die Strasse durch eine Höhle. Mit dem Camper musste ich schon ein wenig zirkeln, um durchzukommen. Am Fusse der Höhlen befindet sich ein kleiner blauer See. Wir hatten das Glück, ein Schnabeltier zu sehen. Dieses eierlegende Säugetier hat den Leib eines Fischotters, Schwimmflossen und einen breiten Entenschnabel. Das Männchen hat einen Giftstachel am Fussknöchel, dessen Gift ein kleines Säugetier töten kann. Wir konnten beobachten, wie es mehrere Male auftauchte, um Luft zu holen.

Der höchste Australier
Wir genossen die gemeinsame Zeit mit den beiden, wir fühlten uns fast ein wenig wie im Jungscharlager mit Lagerfeuer und Schokoladebananen. Leider mussten wir uns dann wieder trennen, sie fuhren Richtung Melbourne zu Bekannten und wir zum höchsten Berg des Landes, dem Mount Kosciuszko, (2228 m ü. M). Für unser Berglerauge sah er zwar eher wie ein Hubel aus, aber es ist nun mal der höchste Berg des Kontinents. Interessant ist jedoch die Tatsache, dass die schneebedeckte Fläche der australischen Alpen im Winter grösser ist als die in der Schweiz. Die Kinder erfreuten sich an der Sesselliftfahrt und ich nahm das Skigebiet unter die Lupe, das sich gerade mit unzähligen Schneelanzen für den kommenden Winter rüstete. Wir unternahmen eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt, dazu jodelten wir «Am Abe we wier gmolches hei» und «Uf de Alpe obe». In der Nacht wurde es empfindlich kalt, –5°C, wir waren froh, dass das Wasser im Camper nicht einfror. Wir vermissten schmerzlich die Gasheizung, die wir in Neuseeland hatten. Wir behalfen uns dann eben mit dem Gaskochherd, den man zwar laut Aufschrift unter keinen Umständen zum Heizen brauchen sollte …

Die Koala-Rettungsaktion
Kängurus, Emus, Wombats, Possums, Papageien, Kookaburras (lachender Hans) und andere Vögel sahen wir im Wilsons Nationalpark. Die meisten Tiere spazierten auf dem Campingplatz herum, dem Possum sahen wir zu, wie es den Abfallkübel öffnete und reinschlüpfte, eine Weile darin nach Fressbarem suchte, den Deckel wieder öffnete, schaute, ob die Luft rein ist und dann wieder auf den Baum kletterte. Wir hatten nochmals herrlich schöne und warme Tage, bevor wir dann auch mal einige Regentage aushalten mussten. Gerade noch vor dem Regen befuhren wir die Great Ocean Road, einen wunderschönen Küstenabschnitt zwischen Melbourne und Adelaide. Dort sahen wir auch die knuddeligen Koalas, die in den Eukalyptusbäumen sitzen und meistens schlafen, nämlich ganze 20 Stunden am Tag. Die restliche Zeit fressen sie bis zu einem Kilo Eukalyptusblätter bei einem Körpergewicht von nur gerade 8 bis 12 Kilo. Wir fuhren nichtsahnend unseres Weges, als ich auf einmal mitten auf der Strasse einen Koala sitzen sah. Wir hielten sofort an und sahen, wie die Autos beidseitig mit Tempo achtzig vorbeifuhren. Als gerade keine Autos kamen, versuchte ich, den Koala dazu zu bewegen, die Strasse zu verlassen. Dieser blieb aber einfach sitzen, auch als ich direkt neben ihm stand. Was sollte ich machen? Ich streichelte ihn kurz am Rücken und stubste ihn dann leicht. Da er immer noch keinen Wank machte, ergriff ich ihn kurzerhand und trug ihn an den Strassenrand, von wo er uns noch eine Weile anschaute und dann im Gebüsch verschwand. Bei den 12 Aposteln hatten wir leider nicht mehr so schönes Wetter, aber auch so gab es unzählige Fotosujets. Mittlerweile sind es nicht mehr 12 Felsen, da bereits einige der Meeresbrandung zum Opfer fielen. Katjas Geburtstag feierten wir auf Kangaroo Island, einer sehr tierreichen Insel in der Nähe von Adelaide. Nun geht es langsam aber sicher Richtung Wüste, ins so genannte rote Zentrum.
Liebe Grüsse von Familie von Siebenthal
 


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote