Ab August empfängt SarinaMed erste Patienten

  18.07.2024 Saanen

Der Aufbau der Gemeinschaftspraxis SarinaMed ist praktisch abgeschlossen. Ab dem 2. August empfängt die Hausarztpraxis die ersten Patientinnen und Patienten.

Die neue Gemeinschaftspraxis SarinaMed, die im alten Spital Saanen eingerichtet ist, hat ihr Eröffnungsdatum verkündet: Wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt, werden ab dem 2. August die ersten Patientinnen und Patienten empfangen. «Die Praxis heisst alle Bewohner:innen und Gäste des Saanenlandes ohne hausärztliche Anbindung willkommen», so Sarina-Med. Die Praxis ist aus der Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Saanen und der Gstaad International Healthcare AG entstanden, die gemeinsam das Unternehmen gegründet haben (wir haben berichtet).

Drei Ärzte und vier MPAs
Bis zur Eröffnung müssten noch die letzten Vorbereitungen getroffen werden. Der telefonische Empfang sei aber schon ab Montag, 22. Juli zu den Telefonzeiten der Praxis erreichbar, schreibt das Unternehmen. Wie es weiter mitteilt, werden zu Beginn die Ärztinnen Doris Zundel und Oana Manzanares sowie der Arzt Max Matti in der Praxis tätig sein, unterstützt durch die vier Medizinischen Praxisassistentinnen (MPA) Esther Brand, Pascale Carven, Aline Eichenberger und Susanne Kall. Geschäftsführer der Praxis ist Rolf Zundel. «Dass dies den aktuellen Mangel an hausärztlicher Versorgung im Saanenland nicht vollumfänglich abdecken kann, ist den Verantwortlichen bewusst. Im Zentrum steht, dass jetzt der Startschuss fällt», schreibt SarinaMed (siehe auch Interview mit Rolf Zundel).

Nebst der hausärztlichen Grundversorgung würden Spezialsprechstunden in Orthopädie angeboten. «Weitere Gespräche mit potenziellen Ärzt:innen werden intensiv geführt. Es sind auch zusätzliche Spezialsprechstunden in Prüfung», so die Praxis.

Verein Freunde des Gesundheitswesens im Saanenland sponsort Röntgengerät
Die Praxis sei mit modernsten Geräten ausgerüstet – nicht zuletzt dank dem Verein Freunde des Gesundheitswesens im Saanenland (früher Freunde des Spitals Saanen). «Sie haben das Röntgengerät der Firma Siemens angeschafft und stellen dieses der SarinaMed kostenlos zur Verfügung», schreibt das Unternehmen. «Das Team der SarinaMed arbeitet schon auf Hochtouren, denn es gibt noch viel zu tun in den letzten Wochen und Tagen vor der Eröffnung der Praxis.» Sie freuten sich, wenn es nun losgehe und gäben ihr Bestes für einen reibungslosen Start.

PD/JOP


Sieben Fragen an Dr. Rolf Zundel

INTERVIEW: JOCELYNE PAGE

Nun startet die Gemeinschaftspraxis SarinaMed kommenden August in die erste Betriebsphase. Wie ist die Stimmung innerhalb der Praxis?

Wir freuen uns alle sehr auf die Eröffnung. Im Team ist eine Art «positives Lampenfieber» zu spüren: Haben wir an alles gedacht, funktioniert die Technik? Wie werden die Patient:innen auf die neue Praxis und das Team reagieren?

Wird die Praxis von Montag bis Freitag für Einheimische geöffnet sein?

Ja, wir stehen die ganze Woche während den kommunizierten Öffnungszeiten bereit, natürlich auch für Einheimische!

Sie starten im August mit zwei Ärztinnen und einem Arzt, welche von vier medizinischen Praxisassistentinnen unterstützt werden. Sind Sie zufrieden mit der Anstellungssituation oder wollen Sie noch mehr Fachpersonal?

Wir sind fürs erste sehr zufrieden mit der Situation. Gleichwohl wollen wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen und sind bereits in Gesprächen mit weiteren Ärztinnen, Ärzten und medizinischen Praxisassistentinnen. Gemäss dem Bericht 2023 des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) ist die Region bereits in der Zwischensaison hausärztlich unterversorgt. Es braucht also noch zusätzliche Ärztinnen und Ärzte, um den Mangel zu beheben.

Werden auch Sie als Arzt bei SarinaMed tätig sein?

Meine Hauptaufgabe besteht in der Geschäftsführung. Bei Krankheit oder kurzfristiger Abwesenheit werde ich aber punktuell einspringen. Das gibt mir als Geschäftsführer auch die Möglichkeit, die Stimmung in der Praxis zu spüren.

Zu wie vielen Stellenprozenten sind die Hausärzte angestellt?

Von der Grundversorgerseite her besteht ein Pensum von 130 Stellenprozent.

Werden sich Ihre Ärzte auch am Notfalldienst beteiligen?

Selbstverständlich nehmen die Grundversorger gemäss Vorgaben des ärztlichen Bezirksvereins und der Usanzen des Dienstkreises am Notfalldienst teil.

Es gibt Bürgerinnen und Bürger, die keinen eigenen Hausarzt beziehungsweise Hausärztin mehr haben. Können Sie sich einfach telefonisch bei Ihnen melden? Gibt es Voraussetzungen?

Dieser Umstand ist uns sehr bewusst. Deshalb wollen wir unsere Dienstleistung prioritär genau diesen Bürger:innen zur Verfügung stellen. Eine Anmeldung kann telefonisch erfolgen. Idealerweise werden vor einem Konsultationstermin allfällige Akten des früheren Hausarztes vorbeigebracht.


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