Ein Hauch von Afrika im Oberstufenzentrum

  21.11.2024 Kultur

Die Lehrerinnen und Lehrer des OSZ Ebnit offerierten zu Beginn dieser Woche ihren Schülerinnen und Schülern einen speziellen Kulturvormittag. Unter dem Motto «Afrika erleben mit Trommeln, Tanzen und Singen» durften die Jugendlichen in drei Workshops senegalesische Kultur erleben.

EUGEN DORNBIERER-HAUSWIRTH
Für die Bewohnerinnen und Bewohner des westlichsten Landes Afrikas an der Atlantikküste sind Trommeln, Tanzen und Singen seit jeher die wichtigsten kulturellen Ausdrucksformen. Die senegalesische Musik, die sich im Laufe der Jahre mit Elementen aus dem Jazz, Rap und Hip-Hop weiterentwickelte, beeinflusste auch ihren Gesang und den Tanz. Dadurch näherten sich die Tanz- und Musiklehrpersonen zwangsläufig europäischen Ausdrucksformen, ohne jedoch ihre Wurzeln preiszugeben.

Eröffnungskonzert in der alten Turnhalle
Die Musik- und Tanzpädagogen Nago Sene, Ibou Ndiaye und Sadio Cissokho eröffneten den Kulturmorgen im Oberstufenzentrum Ebnit mit Gesang und mitreissenden Trommelrhythmen. Lässig, humorvoll und mit Freude begrüsste Musiklehrer Bert von Känel die Anwesenden. Danach entliess er die Schüler:innen in die Workshops.

Workshop Singen mit Ibou Ndiaye
Ibou Ndiaye begrüsste die Mädchen und Knaben lächelnd mit «Salaamaalekum» in Wolof, seinem senegalesischen Akzent. Das wirkte auf die Gruppe irgendwie verbindend, denn die Unterrichtsatmosphäre war null Komma plötzlich präsent. Mit «wa, wa, e/wou, wou, weh» liess er einsingen, die Zungen lösen. Dabei legte Ndiaye grossen Wert auf die Artikulation. Singen ist auch Bewegung und so wurden alle Muskeln aktiviert. Man bewegte sich vor-, rück- und seitwärts, als ob man tanzen würde. Die Präsenz des Lehrers motivierte selbst die Schüchternsten zu Höchstleistungen. Gewaltig, was man da zu sehen bekam. Und Recht haben jene, die sagen, dass, wer sprechen kann, auch singen könne. Jedenfalls Ndiaye vermochte alle Dämme zu brechen.

Workshop Trommeln mit Sadio Cissokho
Perkussion, ausgehend vom Händeklatschen, gehört zu den ältesten Formen des Musizierens. Mit Händeklatschen eröffnete Sadio Cissokho seinen Unterricht. Er variierte mit verschiedenen Rhythmen, mal Dreier, mal Vierer. Zwei Drittel der Gruppen schlugen, streichelten oder tippten mit den Händen auf die Djembe, eine einfellige Bechertrommel aus Westafrika, deren Korpus aus einem ausgehöhlten Baumstamm besteht. Die restlichen Gruppenmitglieder schlugen mit Trommelschlägern auf die grosse Trommel, auch Bass Drum genannt. Cissokho, ein mit vielen Preisen ausgezeichneter Perkussionist, sah in seinen Schülerinnen und Schülern nicht etwa Anfänger:innen, sondern neugierige Talente – hungrig, Neues kennenzulernen. Mit wenigen Worten, aber eindrücklichen Demonstrationen führte Cissokho von Rhythmus zu Rhythmus. Er liess die eine Gruppe einen Dreier, die anderen zwei Gruppen einen Vierer schlagen. Das liess sich anhören wie bei einem Lied, bei dem in einem bestimmten Abstand zwei oder mehrere Stimmen nacheinander mit der Melodie einsetzen.

Die Schüler:innen behandelten ihre Schlaginstrumente wie alte Profis. Auch – so vernahm man in Gesprächen – verspürten sie keine Schmerzen in ihren Handgelenken. Der Spass am sinnvollen Dreinschlagen war zu mächtig.

Workshop Tanzen mit Nago Sene
Die Halle 3 in der Sporthalle diente kurzerhand als Tanzstudio. Trotz der Grösse des Saales vermochte der Tanzlehrer Nago Sene eine einmalige Stimmung zu schaffen. Seinem Charme, seiner Freude und seiner Präsenz konnten sich auch jene, die schüchtern an den Seitenwänden klebten, nicht entziehen. Beginnend mit aufwärmenden Übungen entwickelte Sene eine Tanzchoreografie von seltener Brillanz. Im Unterricht bediente er sich einer Mischform zwischen teil- und ganzheitlichem Lernen. Kaum begriffen die Lernenden ein Teilelement, liess er dieses in den Entwurf der vorgesehenen Choreografie einfliessen. Diese Methode weckte in den Lernenden grossen Eifer. Freilich, Perfektion kann auf diesem Weg nicht erreicht werden. Aber das ist in der senegalesischen Kultur zweitrangig – Freude an der Bewegung herrscht vor.

Nach knapp einer halben Stunde waren die Schüler:innen der achten Klasse in der Lage, eine Choreografie, basierend auf dem Viererrhythmus, zu tanzen. Die Freude war grenzenlos.

Grandioses Finale
Nach den fordernden, aber spannenden Aktivitäten in den drei Workshops sangen, trommelten und tanzten die Schüler:innen – 160 an der Zahl – gemeinsam in der alten Turnhalle. Das war eine Show! Die Freude am Singen, Trommeln und Tanzen sowie die Vermittlung afrikanischer Musik- und Tanzkultur werden wohl in bester Erinnerung bleiben. Was für eine inspirierende und kreative Schule, dieses OSZ!


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