Am richtigen Ort angekommen
14.08.2026 GesundheitswesenGESUNDHEITSVERSORGUNG Das Geburtshaus Maternité Alpine öffnete am Samstag, 8. August die Türen am neuen Standort im Spital Zweisimmen. Der Anlass stiess auf enormes Interesse.
Das Geburtshaus befindet sich nun im ersten Stock beim Notfall. Wer durch die ...
GESUNDHEITSVERSORGUNG Das Geburtshaus Maternité Alpine öffnete am Samstag, 8. August die Türen am neuen Standort im Spital Zweisimmen. Der Anlass stiess auf enormes Interesse.
Das Geburtshaus befindet sich nun im ersten Stock beim Notfall. Wer durch die einladend beschrifteten Türen geht, verlässt die Spitalatmosphäre und findet sich in freundlichen, gemütlichen Räumen wieder – fast wie zu Hause. Der Ansturm von Interessierten am Tag der offenen Tür war enorm: Familien mit Kleinkindern, Schwangere, Grosseltern, Gönner und Sponsoren.
Der Umzug war ein Kraftakt
Anne Speiser, Verwaltungsratspräsidentin der Maternité Alpine, hielt fest: «Der Umzug war ein Kraftakt für die Betriebsleiterinnen, da er neben dem normalen Betrieb stattfand. Jetzt ist die Maternité Alpine dort, wo wir von Anfang an hinwollten, nämlich im Spital. Und zwar als stationärer Leistungserbringer und in der Nähe des Notfalls. Das ist auch wichtig wegen der Verlegungen.»
Pausierte Geburten
Das Angebot ist dasselbe wie vorher, jedoch wurden die Geburten seit dem 1. Juli pausiert. «Wir planen, den Geburtsbetrieb wieder aufzunehmen», versicherte Hebamme und Co-Betriebsleiterin Susanne Reber. Zwei ungeplante Geburten, bei denen die Zeit für die Fahrt nach Thun nicht mehr reichte, haben bereits im Geburtshaus stattgefunden. Die Zusammenarbeit mit den Kinderärzten der Medbase ist eng, sie kommen zweimal pro Woche zu Besuch.
Neu werden die Mahlzeiten vom Spital bezogen. «Das Frühstück machen wir aber selber», so Susanne Reber. «Es ist reichhaltig und die Frühstückszeit ist flexibel, abhängig davon, wie die vorhergehende Nacht war.»
Die Maternité-DNA
Co-Betriebsleiterin Susanne Reber und Präsidentin Anne Speiser führten anlässlich der Medienorientierung durch die gemütlichen, familienfreundlichen Räumlichkeiten. «Alles ist gut durchdacht», betonte Susanne Reber. «In der Arbeitsgruppe Inneneinrichtung waren die Hebammen vertreten.» Der neue Standort ist von der Maternité-DNA geprägt. Die Architektin Melanie von Allmen, die selber im Geburtshaus das Wochenbett verbrachte, zeichnete alle Pläne für den Umbau, entwickelte das Interieurkonzept, verhandelte mit den Handwerkern und gestaltete die Inneneinrichtung bis hin zur Auswahl der Fotos an den Wänden. Das Resultat ist beeindruckend: praktisch, gemütlich, familienfreundlich und trotzdem ästhetisch ansprechend, mit liebevollen Designdetails. «Es fasziniert mich immer, dass wir zur richtigen Zeit die richtigen Leute gefunden haben, die uns weitergeholfen haben», sagte Anne Speiser. «Allein die Liste der Sponsoren des Umbaus ist sehr lang.»
Modern und familienfreundlich
Moderne Badezimmer, eine grosszügige Küche mit gesponserter Inneneinrichtung und zwei freundliche Familienzimmer, in denen die Familien übernachten können, vermitteln eine familiäre Atmosphäre. Im Aufenthaltsraum steht ein grosser Esstisch für gemeinsame Mahlzeiten bereit, auch an Stühle und Spielsachen für die Geschwister wurde gedacht. Eine grosse Wiege, ein Sofa und ein grosses Bett stehen ebenfalls bereit – es fühlt sich an wie daheim. «Bei uns steht die familienzentrierte Betreuung im Fokus», erklärte Anne Speiser. «Geschwister sind immer willkommen, sie sind kein Störfaktor wie an anderen Orten. Für die Geschwister ist es wichtig zu wissen, wo Mama ist. Vielleicht ist sie zum ersten Mal weg. Bei Bedarf nehmen wir den Aufenthaltsraum als Wochenbettzimmer in Gebrauch. Man vergisst so schnell, wie wichtig der Einstieg ins Leben als Familie ist. Es ist eine sensible und verletzliche Lebensphase für Mutter, Kind und Partner und der Betreuungsbedarf ist verschieden. Es ist wichtig, dass die Frau sich gut erholen kann und sich sicher fühlt.»
Und als kleines Extra gibt es bei den neuen Räumlichkeiten sogar einen Gartensitzplatz. Der Endlosgarten, ursprünglich von der geriatrischen Abteilung eingerichtet, steht jetzt auch den Familien zur Verfügung.
SIMMENTALZEITUNG/CHARLOTTE ENGSTAD




