Ambulant statt stationär: Kanton Bern richtet Gesundheitsversorgung neu aus
27.01.2026 KantonDer Kanton Bern will medizinische Leistungen vermehrt ambulant erbringen und die regionale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen stärken. An ihrer Jahresmedienkonferenz hat die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) zentrale Weichenstellungen und laufende Reformen ...
Der Kanton Bern will medizinische Leistungen vermehrt ambulant erbringen und die regionale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen stärken. An ihrer Jahresmedienkonferenz hat die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) zentrale Weichenstellungen und laufende Reformen vorgestellt.
Aus einer Medienmitteilung der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) geht hervor, dass sich die Direktion intensiv mit dem gesellschaftlichen und strukturellen Wandel auseinandersetzt und ihre Aktivitäten entsprechend ausrichtet. An der Jahresmedienkonferenz standen neben einem Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre unter der Leitung von Regierungsrat Pierre Alain Schnegg insbesondere Massnahmen im Zentrum, die bereits konkrete Wirkung entfalten.
Seit 2016 habe sich das Umfeld im Gesundheitswesen sowie im Sozialbereich spürbar verändert. Die in dieser Zeit eingeleiteten Reformen zeigten in mehreren Bereichen Ergebnisse. Im Gesundheitswesen würden medizinische Leistungen vermehrt ambulant erbracht, integrierte Versorgungsformen seien etabliert und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren gezielt gestärkt worden. Diese Entwicklungen trügen dazu bei, stationäre Aufenthalte zu reduzieren und vorhandene Ressourcen effizienter einzusetzen. Parallel dazu schreite die Digitalisierung im Gesundheits- und Sozialwesen voran und verbessere die Steuerungsund Aufsichtsmöglichkeiten.
Gesundheitswesen weiterentwickeln
Regierungsrat Pierre Alain Schnegg betonte laut Mitteilung, dass der eingeschlagene Weg im Gesundheitswesen konsequent weiterverfolgt werden müsse. Der Grundsatz «ambulant vor stationär» bilde dabei den zentralen Orientierungspunkt für weitere Veränderungen. Ziel sei es, die Versorgungsqualität langfristig zu sichern, Überkapazitäten zu vermeiden, dem Fachkräftemangel zu begegnen und die Versorgungssicherheit auch in Randregionen zu gewährleisten.
Gleichzeitig habe sich die finanzielle Situation der kantonseigenen Spitäler stabilisiert. Die bestehenden Spitallisten in der Akutsomatik, Psychiatrie und Rehabilitation hätten sich bewährt. Mit der Aufnahme der Arbeiten an der Spitalplanung 2030 sollen demografische Entwicklungen frühzeitig berücksichtigt werden, unter anderem mit Blick auf den steigenden Bedarf an geriatrischen Angeboten.
Mit dem Regionenmodell 4+ werde zudem die regionale Zusammenarbeit weiter gestärkt und die integrierte Versorgung ausgebaut. In dieses Modell seien neben den Spitälern auch Heime und die Spitex eingebunden. Die Anpassung der Spitexregionen solle die ambulante Pflege stärker in die regionale Planung integrieren und die Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern verbessern.
Steuerung und Digitalisierung ausbauen
Die Weiterentwicklung der rechtlichen und organisatorischen Grundlagen bleibe eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung der Reformen, heisst es weiter. Dazu zählten Anpassungen im Sozialbereich ebenso wie die Konsolidierung bestehender gesetzlicher Grundlagen.
Ziel sei es, Prozesse zu vereinfachen, Zuständigkeiten klarer zu regeln und die Steuerungsfähigkeit weiter zu stärken.
Auch die digitale Transformation der GSI werde kontinuierlich vorangetrieben. Mit dem Start eines neuen Fallführungssystems in einem Pilotsozialdienst sei ein wichtiger Schritt erfolgt. Das System verbessere die Übersicht über Fälle, entlaste die Mitarbeitenden und liefere eine verlässliche Datengrundlage für Planung und Aufsicht. Die schrittweise Einführung ist bis 2028 vorgesehen.
Herausforderungen bleiben bestehen
Die aktuellen Fortschritte basieren gemäss Mitteilung auf umfangreichen Vorarbeiten der vergangenen Jahre. Gesetzesanpassungen, organisatorische Weiterentwicklungen und Investitionen in die Digitalisierung hätten die Grundlage für die heutige Ausrichtung geschaffen. Gleichzeitig blieben gesellschaftlicher Wandel, demografische Entwicklung und Fachkräftemangel zentrale Herausforderungen, denen sich der Kanton Bern weiterhin stellen müsse.
PD/SWO
