Au-pair-Vermittlung ist auch nach 125 Jahren noch aktuell
27.03.2026 GesellschaftEinmal im Jahr lädt die Landeskirchliche Stellenvermittlung für Au-pairs, aupair.ch, welche von den Kirchlichen Bezirken Obersimmental-Saanen, Frutigen-Niedersimmental, Thun und Interlaken-Oberhasli finanziell unterstützt wird, die Delegierten zur Versammlung ein. ...
Einmal im Jahr lädt die Landeskirchliche Stellenvermittlung für Au-pairs, aupair.ch, welche von den Kirchlichen Bezirken Obersimmental-Saanen, Frutigen-Niedersimmental, Thun und Interlaken-Oberhasli finanziell unterstützt wird, die Delegierten zur Versammlung ein. Präsidentin Veronika Maurer und Stellenvermittlerin Lisa Ioset informierten am Montag, 16. März, über das vergangene Jahr. Zufrieden genehmigten die Delegierten die beiden Jahresberichte sowie die von Finanzverwalterin Corinne Trummer vorgestellte Jahresrechnung 2025 und das Budget 2026 einstimmig.
Präsidentin Veronika Maurer aus Spiez konnte in ihrem siebten Amtsjahr an der Delegiertenversammlung vom 16. März in Matten bei Interlaken wieder über ein ruhiges Geschäftsjahr berichten. Die Vermittlungszahl liegt mit insgesamt 27 Vermittlungen (22 im Welschland, keine ins Tessin, eine nach Spanien und vier nach Frankreich) höher als im letzten Jahr. Für das neue Jahr 2026/27 haben sich sogar drei, vielleicht sogar vier junge Männer angemeldet. Dies ist sehr erfreulich. Allerdings muss bei den Gastfamilien hier noch ein Umdenken stattfinden, schliesslich wurden über Generationen immer nur junge Frauen vermittelt.
Veronika Maurer ist es sehr wichtig, dass die Jugendlichen viele gute Erinnerungen an ihr Au-pair-Jahr mitnehmen: «Es ist unsere Aufgabe, sie zu unterstützen und zu begleiten. Denn den Jugendlichen ist oft nicht bewusst, was es bedeutet. Manche werden von Emotionen überrollt. Nur Offenheit lässt ein gutes Aupair-Jahr gelingen.» Darum betreut Stellenvermittlerin Lisa Ioset die Au-pairs über das ganze Jahr und der Besuch in ihrer Familie gehört auch zu ihren Aufgaben.
125-jähriges Bestehen der Landeskirchlichen Stellenvermittlung
Die Landeskirchliche Stellenvermittlung – heute aupair.ch – wurde vor 125 Jahren zum Schutz der Kinder, welche in die Romandie geschickt wurden, durch Pfarrer gegründet. Viele Gastfamilien fühlten sich damals kontrolliert und hatten gar keine Freude, trotzdem behielt dieses System so lange Bestand. Und wie Lisa Ioset in ihrem Bericht erwähnte, ist eine Aufsicht bezüglich des Aufgabenbereichs eines Au-pairs immer noch wichtig. Es versuchen leider immer wieder Familien Au-pairs als eine günstige Haushaltskraft anzustellen. Natürlich müssen die Aupairs neben der Kinderbetreuung auch Kompromisse eingehen und kleine Hausarbeiten erledigen, aber in gemässigtem Rahmen.
Verabschiedung von Madlen Leuenberger und Wahlen
Auf die Delegiertenversammlung hat Madlen Leuenberger, Thun, demissioniert. Sie war seit 2018 als Beisitzerin mit Herz und wertvollen Beiträgen im Vorstand. Sie wurde mit einem riesengrossen Dank für ihre langjährige Arbeit verabschiedet und der Vorstand versprach ihr, eine Fahrt ins «Blaue» mit ihr zu machen, mit einem feinen Zvieri und einem gemütlichen Schwatz.
Dank der engagierten Kandidatensuche von Fritz Knecht, Delegierter des Kirchlichen Bezirks Thun, konnte mit Thomas Hadorn, Thun, eine Nachfolge gefunden werden. Er ist in Steffisburg aufgewachsen und arbeitet als KUW-Koordinator und Katechet für den Kirchenkreis Glockental und Sonnenfeld in der Jugendarbeit der reformierten Landeskirche. Thomas Hadorn wurde als Beisitzer im Vorstand von aupair.ch mit Freude gewählt. Ebenso wurde Denise Minnig-Zmoos, Oberwil, die bereits seit vielen Jahren das Amt der Sekretärin innehat, mit grossem Applaus bestätigt.
Wie wird aupair.ch bekannt
Ein Thema ist immer noch aktuell: Wie erreichen wir die Jugendlichen. Über Mund-zu-Mund-Propaganda oder über eine Empfehlung ist sicher die beste Art. Aupair.ch hat aber auch einen Instagram-Kanal, für den aktuelle Aupairs Fotos zur Verfügung stellen und ist zum Beispiel auf den Internetseiten der Kirchgemeinden zu finden. Seit einiger Zeit ist aupair.ch auch als Brückenangebot bei Lehre Beo aufgeschaltet. In den Oberländer Schulen wird diese Plattform empfohlen.
Ein Sprachaufenthalt kann eine gute Perspektive sein
Sind Jugendliche in der Berufswahl noch unschlüssig oder haben für ihren Wunschberuf noch keine Lehrstelle gefunden, ist ein Zwischenjahr für die Erweiterung der bisherigen Fremdsprachenkenntnisse sehr nützlich. Ein Sprachaufenthalt erhöht die beruflichen Chancen und Möglichkeiten und kann auch eine gute Perspektive sein.
Die belegten Brötli nach der Versammlung sind bereits Tradition und Präsidentin Veronika Maurer beendete die Delegiertenversammlung nicht, ohne nochmals ihren Dank auszusprechen: «Das langjährige Bestehen unserer Sektion ist klar den Kirchlichen Bezirken und deren Wohlwollen zu verdanken. Wir danken euch für eure Unterstützung mit den Beiträgen und Spenden sowie den Anregungen aus den Bezirken.»
KERSTIN KOPP/SIMMENTAL ZEITUNG

