«Back to the Roots» mit neuen Tönen!
14.04.2026 VorschauAm kommenden Samstag, 18. April, findet mit «Lily Horn is Born» das letzte Konzert der Wintersaison innerhalb von Zweisimmen Jazz statt.
Was im Februar 1995 bei unserem allerersten Livekonzertabend bei dieser eigentlich verrückten Idee mit einem ...
Am kommenden Samstag, 18. April, findet mit «Lily Horn is Born» das letzte Konzert der Wintersaison innerhalb von Zweisimmen Jazz statt.
Was im Februar 1995 bei unserem allerersten Livekonzertabend bei dieser eigentlich verrückten Idee mit einem Saxofonquartett anfing, hat eine lange Strecke an Zeit hinter sich. Es ist überliefert, dass die vier Frauen praktisch nur eigenwillige und harmonisch komplexe Stücke von Thelonious Monk und Charles Mingus spielten. Die Band hiess damals «Lady Face» (viermal Sax) und ist inoffiziell wohl die bei uns am häufigsten aufgetretene Jazzformation in all den Jahren. Anders gesagt: Diese Töne haben es uns sehr angetan.
Immer und immer wieder erzählen wir uns skurrile Geschichten, die sich damals noch im alten Jahrhundert – ja sogar im alten Jahrtausend – im Gasthof Derby zugetragen haben. Wir waren die Greenhörner des Jazzbusiness, als wir uns daran machten, farbige Lämpli in die altehrwürdigen Hängelaternen in der Derby-Gaststube zu schrauben. Und nicht wenige und schräge Blicke kamen uns vom Stammtisch her entgegen. Das Vorhaben ging aber gut über die Bühne. Noch während der Pause nach dem ersten Set der vier Saxofonfrauen forderten ein paar Handwerker, welche rein zufällig an diesem Abend in ihren Blaumännern vor Ort waren, die Band auf, endlich weiterzumachen: «Wo blybe die Wyber?»
Eine andere Episode ist ein damals vorgetragener Jazztitel. Es handelt sich fiziell bekannt als Billy Cobhams «Crosswinds» aus dem Jahre 1974 – wer kennt es nicht? Wir wären also enttäuscht und zu Tode betrübt, würden uns die vier Damen am kommenden Konzertabend diesen legendären Titel vorenthalten!
Noch ein paar Mal sollten die vier Saxofonstimmen später in unserem Programm und fast immer auf einer anderen Bühne auftreten. 1998 im Hüsy Blankenburg, 2004 im Bären, 2019 wieder im Derby und im letzten Mai 2025, anlässlich der feierlichen Übergabe des Kulturregion-Kulturpreises an unsere Organisation, im Beinhaus.
Die Originalband hielt sich nicht lange über drei Jahre hinaus, wie auch der Name nicht. Immerhin sind mit Lisette Wyss am riesengrossen Baritonsax und mit Annette Kitagawa am Altosax zwei Musikerinnen von vor 31 Jahren noch in der Band. Seit vielen Jahren spielen auch Fabienne Hörni am Tenorsaxofon und Naïma Gürth am Altsaxofon im Quartett mit. Der Bandname «Lily Horn is Born» hat sich inzwischen etabliert. Neu sind sie zu fünft unterwegs, denn mit Helen Iten ist jetzt auch eine Sängerin hinzugekommen.
Zum programmlichen Inhalt des Konzerts ist zu sagen, dass die Saxofonarrangements Schwerstarbeit sind, aber zusammen mit dem Gesang sollte der Abend leicht zu schaffen sein, auch für die Zuhörerinnen und Zuhörer. Auf der Setliste stehen liebevoll schräge und berührende Songs der Jazzpianistin Eliane Cueni. Es duftet also nach neuen Tönen – kommt rein, nehmt Platz –, es wird warm, bunt und überraschend! Ach ja, dieses Mal findet das Konzert in der katholischen Kirche statt. (Siehe Inserat)
ZWEISIMMEN JAZZ/MARKUS BACHMANN
«Lily Horn is Born», Samstag, 18. April, 19.30 Uhr, katholische Kirche Zweisimmen. Ticketreservationen: SMS an Tel. 079 732 60 07. Bezahlung an der Abendkasse. Eintritt: Fr. 40.–/35.– für Mitglieder Jazz Club, Kinder Fr. 15.–.


