«Bagger Drama» – Bagger-Ballett
09.01.2026 VorschauAm Montag, 12. Januar, zeigt das Filmpodium Saanenland um 20.30 Uhr den Schweizer Spielfilm «Bagger Drama» von Piet Baumgartner, der 2025 mehrfach preisgekrönt worden ist. «Bagger Drama» ist ein Familiendrama über Verlust, Schweigen und Veränderung. ...
Am Montag, 12. Januar, zeigt das Filmpodium Saanenland um 20.30 Uhr den Schweizer Spielfilm «Bagger Drama» von Piet Baumgartner, der 2025 mehrfach preisgekrönt worden ist. «Bagger Drama» ist ein Familiendrama über Verlust, Schweigen und Veränderung. Sensibel und unaufgeregt erzählt er von einer Familie, die durch einen Trauerfall immer weiter auseinanderzugehen droht.
Das hätten wir uns bei der Zusammenstellung des Filmprogramms nicht vorstellen können – dass der Januarfilm «Bagger Drama» durch die tragischen Ereignisse in der Silvesternacht in Crans-Montana solch traurige Aktualität erhalten würde. Wie das gerade jetzt in vielen Familien geschieht, wird im Film eine Familie durch den Unfalltod der Tochter in eine schwere Krise gestürzt. Der Film begleitet die Mutter, den Vater und den Bruder durch ihren individuellen Schmerz und auf ihrem jeweils individuellen Weg, mit der Trauer umzugehen, aber auch mit den neu aufbrechenden Verwerfungen innerhalb der Familie und den neuen Ungewissheiten, die durch den Verlust sichtbar werden. Dabei zeigt sich, wie verschieden mit der belastenden Situation umgegangen wird, aber auch, wie schwierig es ist, miteinander darüber zu kommunizieren, statt zu schweigen. Baumgartner wertet nicht, klagt nicht an – und die Klammer, die sich wie ein Bogen über die Familie spannt und die Figuren trotz allen Schwierigkeiten zusammenhält, ist die Liebe und die Verbundenheit, aber auch der Humor – sinnbildlich und bildstark ausgedrückt durch das wiederkehrende Bagger-Ballett: Die riesigen Maschinen können sich mit ihren Bewegungen und Berührungen so ausdrücken, wie es den Personen nicht möglich ist und eröffnen so Perspektiven, die vom Drama weg zum Ballett führen.
Piet Baumgartner wurde bekannt durch seinen Dokumentarfilm «The Driven ones». Dabei begleitete er Studentinnen und Studenten der Wirtschaftsabteilung der Universität St. Gallen auf ihrem Weg zu Kaderstellen in der Wirtschaft und stellte sich die Frage, wie viel sie bereit sind von ihren Überzeugungen und Idealen zu opfern für ihre berufliche Zukunft, zu was für Menschen sie dabei werden. Seinen ersten Spielfilm «Bagger Drama» bezeichnet er als «auto-fiktional». Den Verlust der jüngeren Schwester hat er selber erlebt und auch er und seine Familie haben sich der Trauer, der Sprachlosigkeit und den familiären Veränderungen und Verwerfungen stellen müssen.
Der Film wurde in der Umgebung von Bern gedreht – die Bagger-Familie betreibt ein Geschäft mit Baggern im Schweizer Mittelland und ist in ihrer Art zu kommunizieren und miteinander umzugehen sehr schweizerisch. Der Regisseur spricht von einem eigentlichen «Heimatfilm». Erst die grosse Resonanz und die vielen persönlichen Rückmeldungen auf den Film im Ausland haben ihm gezeigt, dass Veränderungen in einem festgefügten System, aufbrechende Gewissheiten über Beziehungen und über sich selber, die Suche nach neuer Stabilität und die Schwierigkeit, darüber zu sprechen, allgemeine und menschliche Themen sind, die bewegen und auch unseren eigenen Erfahrungshintergrund bilden. Die Familien der Brandopfer stehen am Anfang dieses Dramas – am Schluss werden jedoch die Bilder des Bagger-Balletts diejenigen des Dramas überdauern.
Wir freuen uns sehr auf ein zahlreiches Publikum … und auf alle Baggerfreunde!
FILMPODIUM SAANENLAND
Wie immer auch im neuen Jahr: Das Filmpodium zeigt jeweils am zweiten Montag des Monats um 20.30 Uhr einen besonderen Film – ausser im Februar, dann nämlich am dritten Montag (d.h. am 16. Februar, weil eine Woche vorher eine Oper aus London direkt ins Kino übertragen wird – sicher auch sehenswert!).

