Willkommen zurück, «Silber-Fäbu»!
23.03.2026 SportFabrice von Grünigen, Silbermedaillengewinner an den Paralympischen Winterspielen Milano Cortina 2026, wurde am Freitagabend von Familie, Fans und Freunden gebührend in Empfang genommen. Gespannt warteten die zahlreichen Gäste beim Vereinshaus Ski Future in Saanen auf den ...
Fabrice von Grünigen, Silbermedaillengewinner an den Paralympischen Winterspielen Milano Cortina 2026, wurde am Freitagabend von Familie, Fans und Freunden gebührend in Empfang genommen. Gespannt warteten die zahlreichen Gäste beim Vereinshaus Ski Future in Saanen auf den erfolgreichen Olympioniken und erfuhren im öffentlichen Interview mehr, als manch einer vom als wortkarg geltenden Sportler erwartet hatte.
JENNY STERCHI
Der Skiclub Gstaad, Fabrice von Grünigens Heimclub, hatte den Anlass zwar kurzfristig, dafür umso intensiver vorbereitet. Kim von Grünigen, Vorstandsmitglied im Skiclub Gstaad und Moderator des Abend, führte durch ein Interview, das Fabrice von Grünigens Erlebnis an den Paralympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 und natürlich den Gewinn der Silbermedaille nach einem heftigen Sturz im Snowboardcross-Training am Eröffnungstag der Spiele für alle deutlich machte.
Und plötzlich Realität
«Nach den ersten Weltcuprennen und der Selektion, die ziemlich spät bekannt gegeben wurde, wurde die Teilnahme an den Paralympics plötzlich konkreter», verriet von Grünigen. Wobei dieser Anlass vermutlich bereits zu Beginn des Winters in den Köpfen aller Spitzenathletinnen und -athleten kreiste. Silvan Hofer, Nationaltrainer des Swiss-Para-Snowboard-Teams, schilderte kurz den Sturz seines Athleten, den er live an der Strecke gesehen hatte. «Das ist ein ziemlich harter Moment, wenn man realisiert, dass ein Athlet, dem viel zuzutrauen ist und der vorne mitfährt, plötzlich nicht mehr im Rennen ist.» Das anschliessende optimale Zusammenspiel zwischen Medizinern, Physiotherapeuten und Silvan als Trainer habe ihn, wie Fabrice von Grünigen selber erklärte, nach der Diagnose Gehirnerschütterung sehr entlastet. «Glücklicherweise hat sich mein Zustand von Tag zu Tag verbessert», blickte von Grünigen zurück. «An dieser Stelle möchte ich auch Gaby mal Merci sagen», fügte Coach Hofer an. Gaby Schenk ist die Partnerin von Fabrice von Grünigen und war vor Ort, um ihn an den Rennen und schliesslich im Genesungsprozess zu begleiten. «Gemeinsam mit dem gesamten Team sorgte sie für die Atmosphäre, in der sich Fabrice ausruhen und neu orientieren konnte.»
Wirklich immer wenig Worte?
Auf die Frage, wie er entschieden habe, «Fäbu» die Starterlaubnis für den Banked Slalom zu erteilen, berichtete Silvan Hofer kurz: «Ich habe gesehen, dass er zurück auf dem Schnee gut in die Kurven ging, sicher auf dem Brett stand. Dann habe ich ihn herausgefordert und ein Rennen gegen ihn lanciert. Ich sah, dass es ihm gelang. Gewonnen habe dennoch ich.» Doch das liess der sonst eher zurückhaltende von Grünigen nicht stehen. «Er hett bschisse», warf er ein und amüsierte damit das Publikum.
Während seine beiden Silberläufe im Banked Slalom noch einmal auf die Leinwand projiziert wurden, sollte Fabrice von Grünigen sein Rennen kurz selbst kommentieren. Und dort war zu hören, dass er sich in seinem Sport sehr analytisch und nicht zuletzt auch kritisch betrachtet. Er wies mehrfach auf Verbesserungspotenzial hin, was seinen Willen, bei der nächsten Gelegenheit doch ganz nach vorn zu kommen, unterstrich. «Wenn es um den Sport und das Training geht, ist Fäbu überhaupt nicht wortkarg», attestierte ihm sein Trainer Silvan Hofer vor versammeltem Publikum.
Gratulation von offizieller Seite
Petra Schläppi, Vertreterin der Gemeinde Saanen, zeigte sich beeindruckt von der Willensstärke und Authentizität des Athleten und überbrachte offizielle Gratulationsgrüsse aus der Gemeinde Saanen. Auch Gstaad Saanenland Tourismus schloss sich den Glückwünschen an. Erst im vergangenen Jahr hatte der Tourismusverein mit Fabrice von Grünigen eine Key Story gedreht und ihn als sehr kooperativen und unkomplizierten Partner kennengelernt, dessen Leidenschaft für den Sport deutlich spürbar gewesen sei. Im Anschluss an die Worte von Skiclubpräsident Christian Müllener, in denen er Fabrice als imposanten Menschen bezeichnete und ihm für seine Leistung dankte, erhielt Fabrice von Grünigen noch ein Präsent, bevor die Anwesenden zum Raclette und einem gemütlichen Abend im Vereinshaus eingeladen waren.






