Überraschungsempfang für Dania Allenbach
07.04.2026 SportEigentlich hatte Skirennfahrerin Dania Allenbach mit einem Interviewtermin gerechnet: Stattdessen wurde sie am 2. April vom Skiclub (SC) Turbach-Bissen, ihrer Familie und Bekannten mit dem roten Teppich empfangen.
JONATHAN SCHOPFER
«Jetzt heiter mi ...
Eigentlich hatte Skirennfahrerin Dania Allenbach mit einem Interviewtermin gerechnet: Stattdessen wurde sie am 2. April vom Skiclub (SC) Turbach-Bissen, ihrer Familie und Bekannten mit dem roten Teppich empfangen.
JONATHAN SCHOPFER
«Jetzt heiter mi scho grad versecklet», sagte Dania Allenbach mit strahlenden Augen, als sie die vielen Leute sah, die sich ihretwegen versammelt hatten. So fuhr Allenbach zum Klubhaus und Beizli des SC Turbach-Bissen am Wasserngrat in der Annahme, dort um 19.45 Uhr einen Termin mit dem «Anzeiger von Saanen» zu haben. Entsprechend gross war ihre Überraschung, dort Treichler, Unterstützerinnen und Unterstützer, Verwandte und Bekannte anzutreffen. Anlass für den Empfang war ihre starke Saison im Skisport.
Benjamin Mösching, Präsident des SC Turbach-Bissen und Speaker an diesem Abend, blickte auf ihre Saison 2025/2026 zurück. Vier Weltcuprennen habe Allenbach in diesem Winter bestritten, dreimal habe sie dabei Punkte gewonnen. Bei ihrem Weltcupdebüt in Kranjska Gora fuhr sie direkt auf Rang 27. Mösching zählte weitere Spitzenplatzierungen auf. Mit dem Gewinn der Europacup-Disziplinenwertung im Riesenslalom habe sie sich zudem einen fixen Startplatz im Weltcup gesichert. «Wir freuen uns, dich nun an jedem Weltcuprennen zu sehen», sagte Mösching über die Lautsprecher. Die vielen Zuschauenden applaudierten.
Mit der Saison sei sie mehr als zufrieden, sagte Allenbach anschliessend. Auf die Frage von Benjamin Mösching, ob sie vor dem Start ein besonderes Ritual habe, sagte sie: «Ich versuche eigentlich, mir nicht zu viele Rituale anzugewöhnen.» Es gebe manche, die immer zuerst den linken und dann den rechten Skischuh anziehen würden. «Eine gewisse Routine gibt es bei mir aber schon, um den Fokus zu finden. Und dann geht es nach einem kurzen Stossgebet los.»
Im Anschluss fand ein Umtrunk statt, bei dem sich die Athletin Zeit für Gespräche mit den Anwesenden und für Gratulationen nahm.
Gesprächsthema Skischuhe
Später unterhielten sich ihr ehemaliger Trainer Werner von Siebenthal vom SC Turbach-Bissen und Allenbach vertieft über Skischuhe. Wie Allenbach sagte, helfe er ihr bis heute, die Skischuhe richtig anzuschleifen. Werner von Siebenthal gab in einem kleinen Interview Anekdoten zum Besten. «Einmal habe es geregnet und geschüttet und keines der Kinder sei ins Training gekommen – ausser Dania Allenbach.» Auch sei Dania manchmal mit dem Töffli samt Anhänger und den Ski darauf nach Saanen zu den Hublen angereist.
Auch Benjamin Mösching lobte Allenbachs Ehrgeiz und ihre Freude am Skifahren. Er kenne sie seit Kindesbeinen. «Bei ihr muss immer etwas gehen.» Schon früh habe man auch ihr Talent gesehen, etwa bei Leki-BOSV-Rennen. «Ich dachte schon damals, sie werde eines Tages im Weltcup fahren.»
«Das erste Weltcuprennen war schon speziell»
Vater Paul Allenbach ist heute nach unzähligen Skirennen nicht mehr gleich nervös, seiner Tochter beim Skirennfahren zuzusehen. Anders war es beim ersten Weltcuprennen in Kranjska Gora. «Wir sind mit der Familie angereist und es war schon eine Ungewissheit da.» Damals habe man nicht gewusst, wie gross der Rückstand auf die Spitze ausfallen würde – «oder ist es für sie vielleicht noch zu früh, im Weltcup mitzumachen?» Dementsprechend erleichtert war er nach dem Weltcupdebüt.
Roter Teppich zum Zweiten
Der rote Teppich rollte man für Dania Allenbach übrigens schon 2023 einmal aus (wir berichteten), als sie Jugendschweizermeisterin im Slalom und Vize-Jugendschweizermeisterin im Riesenslalom wurde. Paul Allenbach hatte den roten Teppich seither im eigenen Bauernhaus verstaut und nun, nach fast genau drei Jahren, wieder ausgerollt.
Dania Allenbach im Interview:
«Wenn man sieht, wer mich alles unterstützt, berührt das schon»
Dania Allenbach gehört zu den Aufsteigerinnen im Schweizer Skisport: Mit dem Sieg in der Europacup-Disziplinenwertung im Riesenslalom sicherte sie sich einen fixen Startplatz im Weltcup. Im Interview blickt sie auf ihre Saison und ihre nächsten Schritte.
JONATHAN SCHOPFER
Dania Allenbach, was macht es mit Ihnen, wenn Sie von so vielen Leuten überrascht werden?
Ich stehe zwar nicht so gerne im Mittelpunkt. Aber wenn man sieht, von wo überall die Leute herkommen und wer alles hinter mir steht und mich unterstützt, berührt mich das schon.
Sie stehen künftig vermehrt im Mittelpunkt. Lernt man auch, wie man mit dieser Aufmerksamkeit umgeht?
Ja, das wird einem auch beigebracht. Unter anderem werden in der Sportler-RS Kurse angeboten, zum Beispiel zum Umgang mit den Medien.
Haben Sie auch schon Autogramme gegeben?
Das kommt nun vermehrt vor. Zum Teil gibt es Kinder, die Autogramme sammeln. Ich war mir dabei nie so sicher, ob sie mich überhaupt kennen (schmunzelt).
Ihr nächster Schritt ist nun die Sportler-RS?
Zuerst werde ich noch die Schweizer Meisterschaften in St. Moritz in allen Disziplinen bestreiten. Danach rücke ich verspätet in die Sportler-RS ein. Dann werde ich sicher auch einmal Zeit haben, auf die Saison zurückzublicken.
Was sagen Sie zur Saison 2025/2026?
Ich bin dankbar, dass ich so viele Erlebnisse machen durfte und dass es gesundheitlich klappt. Das ist alles nicht selbstverständlich.
Nur Ihr Pokal hat eine Schramme abbekommen.
Ja, der hat wahrscheinlich bei der Champagnerdusche «es Näggi» abgekriegt. Ausserdem sollte ich ihn mal putzen (lacht).
Sie sind inzwischen auf vielen verschiedenen Pisten gefahren. Ist der Tiger Run am Wasserngrat immer noch Ihre Lieblingspiste?
Es gibt nichts Besseres!














