Nach zwei Jahren Unterbruch kehrt Urs von Siebenthal in den Gemeinderat Gsteig zurück. Der Feutersoeyer wurde in stiller Wahl gewählt. Von sich aus hatte er sich allerdings nicht für das Amt gemeldet. Auch Gemeindepräsidentin Barbara Kernen stimmt die schwierige Suche ...
Nach zwei Jahren Unterbruch kehrt Urs von Siebenthal in den Gemeinderat Gsteig zurück. Der Feutersoeyer wurde in stiller Wahl gewählt. Von sich aus hatte er sich allerdings nicht für das Amt gemeldet. Auch Gemeindepräsidentin Barbara Kernen stimmt die schwierige Suche nach Kandidierenden nachdenklich.
JONATHAN SCHOPFER
Urs von Siebenthal (Jahrgang 1980) gehörte bereits von 2013 bis Ende 2024 dem Gemeinderat Gsteig an. Nach drei aufeinanderfolgenden vierjährigen Amtsperioden musste er aufgrund der Amtszeitbeschränkung ausscheiden. Diese beschränkt die Zahl der aufeinanderfolgenden Amtsperioden, schliesst aber eine spätere Rückkehr nicht aus. Nun kehrt von Siebenthal für die vierjährige Amtsperiode ab dem 1. Januar 2027 zurück.
Wie die Gemeinde Gsteig mitteilt, ging für den noch offenen Gemeinderatssitz bis zum Ablauf der Eingabefrist lediglich ein Wahlvorschlag ein. Der Gemeinderat erklärte von Siebenthal deshalb gemäss Urnenwahlreglement in stiller Wahl als gewählt. Der für den 29. November vorgesehene Wahlgang entfällt.
«Ob das nun schlau ist, wieder in den Gemeinderat zu gehen, das wird man sehen», sagt der Feutersoeyer von Siebenthal. Von sich aus habe er sich nämlich nicht erneut zur Wahl gestellt, erklärt er auf Anfrage. Vielmehr sei er vorgeschlagen worden. Dafür waren die Unterschriften von mindestens zehn Stimmberechtigten sowie seine Zustimmung erforderlich. Zugesagt habe er, weil er zum politischen System Sorge tragen wolle. «Unser System, von dem alle profitieren, ist ja kein Selbstläufer.» Schlussendlich ist es auch schade, meint er: «Es gibt genug fähige Leute in der Gemeinde Gsteig. Aber die müssten sich halt zur Verfügung stellen.»
Schwierige Suche nach Kandidierenden
«Es stimmt mich nachdenklich, dass sich für den zweiten Sitz niemand Neues gemeldet hat», sagt auch Gemeindepräsidentin Barbara Kernen. Bereits Mitte August war Robin Kohli in stiller Wahl in den Gemeinderat gewählt worden (wir berichteten). Da für den zweiten Sitz keine Kandidatur eingegangen war, hatte der Gemeinderat gemäss Reglement eine Woche Zeit, eine Person zu finden. Kernen habe mehrere Personen telefonisch angefragt: «Leider hat sich niemand für eine Kandidatur bereit erklärt», sagt die Gemeindepräsidentin. Somit wurde der zweite Sitz am 25. August erneut ausgeschrieben.
Positiv ist für Kernen hingegen, dass sie sich auf die erneute Zusammenarbeit mit von Siebenthal freuen kann. Sie habe bereits acht Jahre mit ihm im Gemeinderat zusammengearbeitet und schätze seine Kompetenz. Ausserdem sei sie froh, dass kein Amtszwang nötig war.
Wäre nämlich auch bei der zweiten Ausschreibung kein Wahlvorschlag eingegangen, hätte der Gemeinderat auf die im Organisationsreglement vorgesehene Möglichkeit des Amtszwangs zurückgreifen müssen. Bereits 2023 musste Gsteig einen Gemeinderatssitz auf diese Weise besetzen: damals mit Cornelia Walker-Kübli.