Bergbahnen: Berner Oberland verzeichnet schwächeren Winter
12.05.2026 WirtschaftDie Schweizer Bergbahnen blicken insgesamt positiv auf die Wintersaison 2025/26 zurück. Im Berner Oberland gingen die Gästezahlen im Vergleich zum Rekordwinter 2024/25 allerdings leicht zurück.
Die Wintersaison 2025/26 ist für die Schweizer Bergbahnen ...
Die Schweizer Bergbahnen blicken insgesamt positiv auf die Wintersaison 2025/26 zurück. Im Berner Oberland gingen die Gästezahlen im Vergleich zum Rekordwinter 2024/25 allerdings leicht zurück.
Die Wintersaison 2025/26 ist für die Schweizer Bergbahnen insgesamt besser verlaufen als zunächst erwartet. Zwar lagen die Gästezahlen schweizweit leicht unter dem Rekordwinter 2024/25, im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt resultierte laut Seilbahnen Schweiz aber ein Plus von 13 Prozent, wie sie in einer aktuellen Medienmitteilung verlauten lassen.
Berner Oberland: Drei Prozent Rückgang
Im Berner Oberland mussten die Bergbahnen im Vergleich zum Vorjahr hingegen einen Rückgang von drei Prozent bei den Ersteintritten hinnehmen. Damit liegt die Region im landesweiten Vergleich im Mittelfeld. Positiv entwickelten sich unter anderem das Wallis sowie die Waadtländer und Freiburger Alpen, die leicht zulegen konnten.
Die Saison begann schwierig. Wenige Schneefälle sorgten laut dem Branchenverband für einen äusserst schwachen Saisonstart. Zwischen Anfang November und Mitte Dezember lagen die Gästezahlen schweizweit 37 Prozent unter dem Vorjahr. Auch das Weihnachtsgeschäft blieb hinter den Erwartungen zurück. Erst während der Sportferien stabilisierte sich die Situation zunehmend.
Besonders stark entwickelte sich schliesslich das Saisonende. Ab Mitte März legten die Gästezahlen schweizweit um 28 Prozent zu. Ein trockener und sonniger April mit guten Pistenbedingungen sowie zahlreiche Veranstaltungen am Berg sorgten laut Seilbahnen Schweiz für einen gelungenen Abschluss der Wintersaison. Im April wurden im Vergleich zum Vorjahr 23 Prozent mehr Gäste gezählt. Gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt lag das Plus sogar bei 37 Prozent.
Unterschiede bei den Höhenlagen der Skigebiete
Die Auswertung zeigt zudem deutliche Unterschiede je nach Höhenlage. Hoch gelegene Skigebiete über 2000 Metern konnten das Vorjahresniveau halten. Skigebiete zwischen 1500 und 2000 Metern verzeichneten einen Rückgang von drei Prozent. Besonders schwierig war die Saison für tiefer gelegene Gebiete unter 1500 Metern, die ein Minus von sechs Prozent registrierten. Als entscheidender Faktor gilt laut Verband die Schneesicherheit durch technische Beschneiung.
Auch die Gästestruktur spielte eine Rolle. Destinationen mit vielen Tagesgästen litten stärker unter den wechselhaften Wetterbedingungen an den Wochenenden, insbesondere im März. Regionen mit mehr Residenzgästen oder einem ausgeglicheneren Gästemix schnitten besser ab.
Trotz der regional unterschiedlichen Entwicklung zieht Seilbahnen Schweiz insgesamt eine positive Bilanz. «Die Lust auf den Berg ist ungebrochen», wird Direktor Berno Stoffel in der Mitteilung zitiert. Viele Bergbahnen würden sich zunehmend zu Ganzjahresbetrieben entwickeln. Der starke April habe gezeigt, dass Wintersportangebote bis weit in den Frühling hinein attraktiv bleiben könnten, wenn die Bedingungen stimmen.
PD/JOP
