BLS überprüft Reisezentrum Zweisimmen und reduziert Zugbegleitung
11.09.2026 WirtschaftDie BLS will ihre Kosten senken und baut dafür Leistungen ab. Fünf Reisezentren werden bis Ende 2030 geschlossen. In Zweisimmen ist die Zukunft des gemeinsam mit der MOB betriebenen Angebots noch offen. Auf der Linie Spiez–Zweisimmen sollen die Züge künftig zudem ...
Die BLS will ihre Kosten senken und baut dafür Leistungen ab. Fünf Reisezentren werden bis Ende 2030 geschlossen. In Zweisimmen ist die Zukunft des gemeinsam mit der MOB betriebenen Angebots noch offen. Auf der Linie Spiez–Zweisimmen sollen die Züge künftig zudem nur noch tagsüber ständig begleitet werden.
Die BLS reagiert mit mehreren Sparmassnahmen auf den zunehmenden finanziellen Druck im regionalen Personenverkehr. Betroffen sind Reisezentren, die Begleitung in den Zügen sowie Reinigung und Unterhalt. Bis Ende 2030 soll dadurch auch der Personalbedarf um rund 40 Vollzeitstellen sinken.
Für das Obersimmental ist insbesondere die Situation in Zweisimmen von Bedeutung. Dort überprüft die BLS nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit mit der Montreux-Berner-Oberland-Bahn (MOB). Welche Konsequenzen diese Überprüfung für das Reisezentrum Zweisimmen haben könnte, kann die BLS im Moment nicht sagen, wie der Mediensprecher Stefan Locher auf Anfrage schreibt. «Wir sind aktuell daran, verschiedene Varianten zur Zusammenarbeit mit der MOB zu prüfen. Sobald die Details zur Zusammenarbeit feststehen, werden wir informieren.» Definitiv geschlossen werden sollen bis Ende 2030 hingegen die fünf BLS-Reisezentren in Seftigen, Hasle-Rüegsau, Ins, Münsingen und Zollikofen. Die BLS begründet die Anpassungen unter anderem mit dem veränderten Kaufverhalten. Immer mehr Billette und Abonnemente würden über digitale Kanäle statt an bedienten Verkaufsstellen oder Automaten gekauft.
Auch die Öffnungszeiten am Wochenende werden angepasst. Sonntags sollen künftig nur noch die Reisezentren Spiez und Interlaken West ganzjährig geöffnet sein. In Kandersteg bleibt das Reisezentrum während der Sommersaison auch sonntags offen.
Weniger Zugbegleitung, ausser beim GoldenPass Express
Änderungen gibt es auch auf der Regio-Linie Spiez–Zweisimmen. Die Züge sollen künftig nur noch tagsüber ständig durch Reisebegleiterinnen und Reisebegleiter begleitet werden. Was dies konkret für die Abendverbindungen bedeutet und ab wann die Änderung gilt, führt die BLS in ihrer Mitteilung nicht näher aus.
Anders sieht es beim GoldenPass Express zwischen Interlaken Ost und Zweisimmen aus. Auf dieser touristisch wichtigen Verbindung sollen die Reisebegleiterinnen und Reisebegleiter weiterhin in allen Zügen präsent sein. Dasselbe gilt für den RegioExpress am Lötschberg und Simplon. Auf der RegioExpress-Linie Bern– Langnau–Luzern stellt die BLS ab 2028 von einer ständigen Begleitung auf sporadische Kontrollen um.
Weitere Einsparungen sind beim Unterhalt vorgesehen. Die Aussenseiten der Züge sollen künftig nur noch einmal monatlich gereinigt werden. Heute durchlaufen die Fahrzeuge durchschnittlich alle zwei Wochen eine Reinigungsanlage. Auch die Intervalle für die Entleerung der Abwassertanks und die Befüllung der Frischwassertanks werden verlängert.
Rund 40 Vollzeitstellen weniger
Mit den verschiedenen Massnahmen rechnet die BLS bis Ende 2030 mit einem um rund 40 Vollzeitstellen geringeren Personalbedarf. Nach Angaben des Unternehmens sollen Stellen nach Möglichkeit über natürliche Fluktuation oder interne Wechsel abgebaut werden. Die betroffenen Mitarbeitenden und Sozialpartner seien informiert worden.
Für 2027 und 2028 erwartet die BLS Einsparungen von jeweils rund fünf Millionen Franken. Dadurch soll die von Bund und Kantonen finanzierte Abgeltung für den regionalen Personenverkehr auf jährlich rund 150 Millionen Franken sinken. Nicht betroffen ist laut BLS das Fahrplanangebot. Dieses soll weiterhin in Absprache mit den Kantonen weiterentwickelt werden.
PD/JOP
