BOSV zieht SM-Bilanz: gute Resultate, Nachholbedarf im Technikbereich
17.04.2026 SportDer Berner Oberländische Skiverband (BOSV) blickt auf die Elite-Schweizermeisterschaften in St. Moritz zurück. Die Athletinnen und Athleten erreichen mehrere Top-Ten-Plätze. In den technischen Disziplinen ortet der Verband jedoch eine Lücke, wie er festhält: ...
Der Berner Oberländische Skiverband (BOSV) blickt auf die Elite-Schweizermeisterschaften in St. Moritz zurück. Die Athletinnen und Athleten erreichen mehrere Top-Ten-Plätze. In den technischen Disziplinen ortet der Verband jedoch eine Lücke, wie er festhält: «Die Hausaufgaben bleiben bestehen.»
Vom 7. bis 13. April 2026 organisierte Alpine Sports Events St. Moritz-Engadin die Elite-Schweizermeisterschaften auf der WM-Anlage Salastrains. Der Berner Oberländische Skiverband (BOSV) zieht in einer Medienmitteilung Bilanz: Die Athletinnen und Athleten aus der BOSV-Region erreichten 16 Top-Ten-Platzierungen. Für das sportliche Highlight sorgte Dania Allenbach (SC Turbach-Bissen) mit ihrem Titel im Riesenslalom (siehe AvS vom Dienstag, 14. April).
Anspruchsvolle Bedingungen
Die Speed-Wettbewerbe begannen am 7. April auf der Weltcupstrecke. Die Bedingungen waren anspruchsvoll, unter anderem weil Damen und Herren auf derselben Strecke fuhren. Darauf weist laut BOSV auch die vergleichsweise hohe Anzahl an Torfehlern in den Trainingsläufen hin. In der Nacht auf den 9. April wurde die Piste nochmals präpariert. Die Minustemperaturen sorgten am ersten Renntag für harte Bedingungen.
Abfahrt vom 9. April: zwei Mal knapp am Podest vorbei
Bei der ersten Entscheidung verpasste Dania Allenbach vom SC Turbach-Bissen das Podest nur knapp. Mit einem Rückstand von 0,26 Sekunden auf Bronze landete sie auf dem vierten Platz.
Céline Reichenbach (SC Lauenen) wurde Sechste, Lars Rösti (SC St. Stephan) Achter. Beide erreichten damit ebenfalls ein Top-Ten-Resultat.
Abfahrt vom 10. April: Podestplatz bei Liechtensteiner Meisterschaften
Céline Reichenbach gelang auch am zweiten Speedtag ein Top-Ten-Ergebnis: Sie erreichte bei der Abfahrt Rang
Super-G vom 11. April: viele Ausfälle
Der Super-G war laut BOSV von einer hohen Ausfallquote geprägt: Von 52 gestarteten Athletinnen kamen 23 ins Ziel. 61 von 108 Athleten beendeten das Rennen. Bei der «Ausfall-Orgie» hat Dania Allenbach Nervenstärke gezeigt und fuhr unter die Top-Ten: Am Ende lag sie auf Platz fünf.
Riesenslalom vom 12. April – Titel für Allenbach
Bei diffusen Lichtverhältnissen gewann Dania Allenbach den Schweizermeistertitel im Riesenslalom. «Die erst 19-jährige Saanerin zeigte, was es bei schwierigen Verhältnissen braucht, um ganz oben auf dem Podest zu stehen. Sei es mit Startnummer vier im ersten Durchgang oder mit Nummer 30 im zweiten Lauf», schreibt das BOSV. Zwei Laufbestzeiten reichten für einen Vorsprung von über zwei Sekunden und damit zum ersten nationalen Titel. Sue Piller (SC Schönried) wurde Fünfte.
Slalom vom 13. April: gute Resultate ohne Kaderstatus
Der Start der beiden Slaloms vom Montag musste infolge von Niederschlag um gut zwei Stunden verschoben werden. Die Organisatoren zusammen mit den Betreuern der Athletinnen und Athleten gaben alles, damit um 10 Uhr mit den ersten Durchgängen gestartet werden konnte. Bei schwierigen Bedingungen waren es drei Berner Oberländer ohne Kaderstatus, die mit Top-Ten-Ergebnissen überzeugen konnten, darunter Luc Herrmann (SC Schönried). Er klassierte sich auf dem siebten Rang.
BOSV ordnet Resultate differenziert ein
Am Ende zieht der Verband Bilanz: Aus der Region des BOSV standen an diesen Meisterschaften insgesamt knapp 50 Athletinnen und Athleten in den verschiedenen Disziplinen am Start. «Von den 16 Top-Ten-Ergebnissen – den Titel von Dania Allenbach hier ausgeklammert – entfallen lediglich sieben auf die technischen Disziplinen Riesenslalom und Slalom», schreibt der BOSV. Vier dieser Top-Ten-Ergebnisse erreichten ältere Athleten ohne Kaderstatus. «Dies zeigt auf, wo die Hausaufgaben künftig gemacht werden müssen.»
Eine beträchtliche Anzahl Spitzenfahrer aus der Schweiz auf Speed-Stufe stamme aus dem BOSV. «Demgegenüber klafft in den technischen Disziplinen im Verband hinter dem Damen-Duo Piller/Allenbach und dem jüngst verletzten Zurbrügg noch eine gewisse Lücke, die mindestens auf Stufe Europacup von Fahrern langsam aufgefüllt werden müsste», ordnet der Skiverband ein.
«Gott sei Dank gaben Athleten, die ihren Kaderstatus jüngst verloren haben, nicht so schnell auf», schreibt der BOSV. Diese vier Fahrer hätten die «Fahne» des Berner Oberlandes in den Technikdisziplinen der Herren in St. Moritz hochgehalten.
An diesen Meisterschaften habe man sich zudem über zahlreiche junge BOSV-Fahrer der Jahrgänge 2008 und 2009 gefreut, die sich erstmals mit einer breiten Spitze an denselben Rennen messen durften. «Wir hoffen, dass diese Nachwuchsfahrer dranbleiben und weiter an ihren Fähigkeiten im Slalom und Riesenslalom arbeiten. Das ist und bleibt die Basis für den Aufbau einer soliden Skisportkarriere.»
PD/JOP



