Bowls Club Gstaad international an Europaund Weltmeisterschaften 2026
16.10.2026 SportMitglieder des Bowls Club Gstaad vertraten die Schweiz vom 18. bis 26. September an den Europameisterschaften im walisischen Llandrindod Wells. Vom 6. bis 10. Oktober traten Marianne Künzle und Pierre Vanderhout zudem beim World Bowls Champion of Champions im australischen Barham gegen ...
Mitglieder des Bowls Club Gstaad vertraten die Schweiz vom 18. bis 26. September an den Europameisterschaften im walisischen Llandrindod Wells. Vom 6. bis 10. Oktober traten Marianne Künzle und Pierre Vanderhout zudem beim World Bowls Champion of Champions im australischen Barham gegen die internationale Konkurrenz an.
Die schweizerischen Qualifikationen für die Europameisterschaft 2026 wurden von Swiss Bowls bei den Damen und Herren für je fünf Teilnehmende bereits im Frühjahr 2025 auf der World-Bowls-konformen Anlage in Les Ranchisses durchgeführt. Bei den Damen konnte sich vom BC Gstaad Heidi Gafner als Fünfte qualifizieren, sie war als Lead jeweils im Triples und Fours an diesen Europameisterschaften dabei. Die Thunerinnen Andrea Locher, Karin Rubin und Caroline Lehmann belegten die ersten drei Plätze, konnten demnach ihre Positionen nach Rangierung auswählen, gefolgt von Esther Gamper vom BC Uzwil.
Für die Qualifikationen der Herren reisten auch die Bowls-Club-Gstaad-Mitglieder Pierre Vanderhout aus Kanada sowie Danny Crameri und Markus Merz aus Australien nach Frankreich, um sich für das Swiss-Bowls-Team zu qualifizieren. Pierre, dessen Grossmutter aus dem Obersimmental kommt, konnte sich bei den Herren durchsetzen und hat die Schweiz an dieser EM im Einzel und zusammen mit Danny im Pairs vertreten. Vom BC Gstaad konnten sich Beat Matti als Dritter (Skip im Triples und Third im Fours) und Markus Merz (Lead) als Fünfter ebenfalls für diese EM qualifizieren, sie sind da zusammen mit Tom Schneiter (BC Thun) im Triples und zusätzlich mit Danny Crameri als Skip im Fours angetreten.
Das Schweizer Team war bereits am 14. September angereist, um noch vier Tage auf dem ungewohnten Naturrasen trainieren zu können und sich auch an die wechselnden Witterungsverhältnisse zu gewöhnen.
Die Europameisterschaften dienten auch als zusätzliche Qualifikationsmöglichkeit für die Outdoor-Weltmeisterschaft 2027 in Birmingham, England. Die zwölf besten Nationen der letzten WM 2023 waren dafür schon vorqualifiziert, für die Schweiz hatte sich damals Laura Butler (BC Gstaad, die Tochter von Markus Merz) mit ihrem Viertelfinaleinzug im Women’s Singles bereits einen Startplatz gesichert. Für Europa gab es pro Disziplin neben den bereits qualifizierten Nationen jeweils vier zusätzliche Teilnehmende zu ermitteln.
Im Singles wurde bis auf 21 Shots gespielt, im Pairs und Triples über 15 Ends, im Fours über 12 Ends, in allen Disziplinen galt ein Zeitlimit von einer Stunde und 45 Minuten. In der ersten Hälfte der European Championships 2026 in Llandrindod Wells wurden bei den Damen Singles und Fours und bei den Herren Pairs und Triples gespielt.
Die Europameisterschaften wurden von Bowls Europe und Bowls Wales hervorragend organisiert und auf der sehr schönen Anlage mit drei Greens und insgesamt 18 Rinks bei besten Konditionen unter Mithilfe vieler Freiwilliger und mit fantastischer Gastfreundschaft des Llandrindod Wells BC durchgeführt.
Women’s Singles
Zum Auftakt gelang Karin Rubin gegen Ungarn ein sehr deutlicher 21:2-Erfolg. Gegen die Isle of Man musste sie sich anschliessend mit 12:21 geschlagen geben. Nach einem spielfreien Durchgang folgte gegen Irland eine 4:21-Niederlage. Zum Abschluss der Gruppenphase zeigte die Schweizerin nochmals eine starke Reaktion und gewann gegen die Türkin deutlich mit 21:5. Im Women’s Singles bestritt Karin vier Partien, ihre Bilanz war mit zwei Siegen und zwei Niederlagen ausgeglichen, sie belegte in der Fünfergruppe den dritten Rang, um die Playoffs zu erreichen, fehlte ihr ein zusätzlicher Sieg.
Die Niederländerin Saskia Schaft errang den Titel der Europameisterin im Final gegen Rachel McDonald aus Jersey, Bronze ging nach einem Sieg im kleinen Final gegen Irland an Schottland.
Women’s Fours
Das umfangreichste Programm der ersten Wettkampfhälfte absolvierte das Women’s-Fours-Team mit insgesamt sechs Begegnungen. Zum Auftakt musste sich die Schweiz gegen Spanien mit 8:15 geschlagen geben. Gegen Israel folgte eine weitere Niederlage mit 8:12. Danach gelang gegen Portugal der erste Sieg. In einer sehr engen Partie setzte sich die Schweiz mit 12:11 durch, gegen die Türkei folgte eine klare 3:28-Niederlage. Umso erfreulicher war die Reaktion im nächsten Spiel gegen Gastgeber und späteren Gruppensieger Wales. Die Schweizer Damen erkämpften sich ein sehr gutes 8:8-Unentschieden und damit einen weiteren Punkt. Zum Abschluss wartete Schottland, die Schweiz musste sich mit 8:15 geschlagen geben. Bilanz Women’s Fours: ein Sieg, ein Unentschieden, vier Niederlagen, Rang 6 von sieben Teams in Sektion B. Für eine WM-Qualifikation wären drei zusätzliche Siege notwendig gewesen.
Gold ging im Women’s Fours an Schottland, Silber an Jersey, im Bronzemedaillenspiel gewann Wales gegen Irland.
Men’s Pairs
Im Men’s Pairs startete die Schweiz mit den beiden BC-Gstaad-Mitgliedern Pierre Vanderhout (Lead) und Danny Crameri (Skip) erfolgreich, gegen die Falkland Islands gelang zum Auftakt ein 14:10-Sieg. Gegen Gastgeber Wales folgte eine klare 5:24-Niederlage. Die Begegnung mit Ungarn verlief deutlich enger, ging am Ende jedoch mit 10:13 verloren. Gegen Jersey zeigte das Gstaader Pairs eine gute Reaktion und gewann eine umkämpfte Partie mit 15:13. Im letzten Gruppenspiel gegen die Tschechische Republik musste sich die Schweiz mit 12:21 geschlagen geben.
Bilanz Men’s Pairs: zwei Siege und drei Niederlagen, für eine WM-Qualifikation wären mindestens ein zusätzlicher Sieg und eine deutlich bessere Shotdifferenz nötig gewesen.
Gold ging an das Herren-Pairs aus Irland nach einem Finalsieg gegen Spanien, Bronze holten sich die beiden Niederländer gegen Wales.
Men’s Triples
Bereits zum Auftakt konnte Ungarn mit 15:10 bezwungen werden. Gegen Schottland folgte mit 6:25 eine deutliche Niederlage, auch weil die Schweizer nach frühem Rückstand Risiken eingingen, um ihrerseits durch Jack-Verschiebungen Mehrfache zu schreiben, anstatt zu versuchen, gute zweitoder drittbeste Bowls zu legen. Danach zeigte das Team aber eine sehr gute Reaktion. Gegen Spanien entwickelte sich eine äusserst enge Partie, welche die Schweiz dank einem Shot im letzten End mit 15:14 für sich entscheiden konnte. Gegen Irland ging das Spiel mit 9:21 verloren. Die Schweizer konnten sich nach einem frühen Fünfer gegen sich nach 10 Ends auf 9:9 herankämpfen, bevor Irland einen Vierer markieren konnte und auch die restlichen vier Ends noch schreiben konnte, auch weil das Swiss-Team erneut Risiko eingehen musste. Zum Abschluss kam es gegen die Tschechische Republik nochmals zu einem echten Krimi, mit einem knappen 13:12-Erfolg durch Gewinn des letzten Ends sicherte sich das Schweizer Triples den dritten Sieg im fünften Spiel. Durch die unglückliche Gruppenauslosung mit den bereits für die WM qualifizierten Teams aus Irland und Schottland in derselben Gruppe verpasste das Schweizer Trio auf dem dritten Gruppenrang von sechs Teams eine WM-Teilnahme nur wegen einer schlechteren Shotdifferenz im Vergleich zu andern Gruppendritten. Besonders erfreulich ist, dass zwei der drei Siege in sehr engen Spielen zustande kamen. Genau solche Partien sind auf internationalem Niveau wichtig, weil sie zeigen, dass Swiss-Bowls-Teams auch unter Druck Spiele für sich entscheiden können. Den Titel des Europameisters sicherte sich das Men’s Triples aus Irland, Silber ging an Portugal, das Spiel um Bronze entschied Wales gegen Guernsey für sich.
Zwischenfazit
Nach den ersten vier Disziplinen hatten Swiss-Bowls-Spielerinnen und -Spieler insgesamt 20 internationale Begegnungen (acht Siege, ein Unentschieden, elf Niederlagen) absolviert. Die Swiss-Bowls-Teilnehmenden konnten in allen vier Disziplinen mindestens einen Sieg erzielen und haben mehrfach gezeigt, dass sie auch gegen starke internationale Gegner mindestens phasenweise konkurrenzfähig sind. Gleichzeitig zeigt sich sehr deutlich, in welchen Bereichen, insbesondere bei der Konstanz, sich die Schweizer Spielerinnen und Spieler weiterentwickeln müssen, um auf diesem Niveau konstanter bestehen zu können.
In der zweiten Hälfte der European Championships standen für die Schweiz noch folgende Disziplinen an: Women’s Pairs, Women’s Triples, Men’s Singles, Men’s Fours.
Auch in diesen Disziplinen traf die Schweiz auf starke internationale Konkurrenz.
Women’s Pairs
Die beiden Thunerinnen Andrea Locher und Karin Rubin im Women’s Pairs starteten erfolgreich in den Wettbewerb. Gegen die Tschechische Republik gelang ein knapper, aber wichtiger 15:13-Sieg. Gegen die Isle of Man entwickelte sich danach eine äusserst enge Begegnung. Am Ende fehlte beim 12:13 lediglich ein Shot zum Unentschieden. Gegen Spanien, eines der stärksten Teams der Gruppe, musste sich die Schweiz mit 5:21 geschlagen geben. Im letzten Gruppenspiel warteten die Niederlande, die die Gruppe später ohne Niederlage für sich entschieden. Die Schweiz hielt auch hier dagegen, verlor die Begegnung aber mit 12:16. Damit resultierte für die Schweiz ein Sieg aus vier Spielen und Rang 4 in der Gruppe, für eine WM-Qualifikation wären zwei zusätzliche Siege Pflicht gewesen. Das Damen-Pairs wurde von Wales vor Irland, den Niederlanden und Spanien gewonnen.
Women’s Triples
Die Women’s Triples absolvierten mit sechs Begegnungen ein umfangreiches Gruppenprogramm. Der Auftakt gegen die Isle of Man verlief äusserst knapp. Die Schweizerinnen mussten sich nach einer 9:1-Führung noch mit 11:13 geschlagen geben. Gegen Schottland folgte eine deutliche Niederlage mit 7:28, bevor auch die Türkei beim 19:12 die Oberhand behielt. Danach zeigte das Schweizer Team jedoch eine starke Reaktion. Gegen Zypern gelang mit 17:4 ein überzeugender erster Sieg. Auch gegen die Tschechische Republik zeigte die Schweiz eine sehr gute Leistung und setzte sich klar mit 19:6 durch. Zum Abschluss wartete mit Irland der spätere ungeschlagene Gruppensieger. Die Begegnung ging mit 5:18 verloren. Mit zwei Siegen aus sechs Spielen erreichte das Schweizer Women’s Triples Rang 5 der Gruppe B mit sieben Teams. Bedingt durch das spezielle System haben die drei Schweizer Damen eine WM-Qualifikation lediglich wegen einer um acht Shots zu schlechten Differenz im Vergleich mit Zypern nicht geschafft. Den Titel der Europameisterinnen sicherte sich das Triples aus Jersey im Final knapp gegen Wales, Bronze sicherte sich Irland gegen Schottland.
Men’s Singles
Pierre Vanderhout startete als Gewinner der letztjährigen Swiss-Bowls-Qualifikation für die Schweiz ausgezeichnet in den zweiten Teil der Europameisterschaften. Gegen Italien gelang mit 21:6 ein klarer Auftaktsieg. In der zweiten Runde musste sich Pierre dem starken Craig Hurry aus der Tschechischen Republik mit 15:19 geschlagen geben. Auch gegen das stark auftretende Schottland blieb unser Spieler lange im Spiel, ehe die Partie mit 15:20 verloren ging. Eine sehr überzeugende Reaktion folgte gegen Zypern. Mit 21:5 konnte der zweite Sieg in der Gruppe eingefahren werden. Zum Abschluss wartete Israel, mit einem Sieg hätte sich Pierre als Gruppenzweiter noch für die Playoffs und die WM qualifizieren können. Auch diese Begegnung war umkämpft, ging am Ende jedoch mit 16:20 an den Gegner, welcher dabei seine mit Abstand beste Partie des Turniers spielen musste. Mit zwei Siegen aus fünf Spielen und einer positiven Shotdifferenz von +18 beendete Pierre für die Schweiz die Gruppe auf Rang 4. Den Titel des Europameisters sicherte sich der Irländer Stuart Bennett gegen den Schotten Ewan Shearer, Bronze ging an den Tschechen Craig Hurry nach einem Sieg im kleinen Final über den Spanier Peter Bonsor.
Men’s Fours
Im Men’s Fours begann das Schweizer Team mit einer denkbar knappen Partie gegen Portugal. Am Ende fehlte beim 8:9 lediglich ein Shot zum Unentschieden. Im letzten End musste vom Umpire um den Sieg gemessen werden, was um wenige Millimeter zugunsten der Südeuropäer ausfiel. In der zweiten Begegnung folgte die richtige Antwort, gegen Guernsey setzte sich die Schweiz mit 14:7 durch.
Auch gegen Ungarn blieb die Partie bis zuletzt offen, mit 9:11 musste sich unser Team erneut nur knapp geschlagen geben, die letzte Bowl von Skip Crameri rollte nach dem In-Wick um wenige Zentimeter zu wenig weit, um näher an den Jack zu rollen als die beiden ungarischen Kugeln. Gegen Gastgeber Wales, der die Gruppe mit fünf Siegen aus fünf Spielen dominierte, war beim 4:18 nichts zu holen. Zum Abschluss gelang den Schweizer Männern jedoch nochmals ein schöner Erfolg. Gegen Zypern setzte sich das Team mit 14:10 durch und beendete damit die Europameisterschaften mit einem Sieg. Mit zwei Siegen aus fünf Spielen und einer Shotdifferenz von lediglich −6 belegte die Schweiz Rang 4 der Gruppe. Es haben wenige Millimeter gegen Portugal oder wenige Zentimeter gegen Ungarn gefehlt, damit sich das Schweizer Men’s Fours für die WM 2027 in Birmingham qualifiziert hätte. In diesem Fall wäre die Shotdifferenz dafür ausreichend gewesen.
Schlussfazit der European Championships 2026:
In den vier Disziplinen des zweiten Teils bestritt die Schweiz insgesamt 20 Begegnungen mit sieben Siegen und 13 Niederlagen. Über beide Wettkampfblöcke hinweg spielten die Swiss-Bowls-Spielerinnen und -Spieler damit insgesamt 40 Begegnungen mit 15 Siegen, einem Unentschieden und 24 Niederlagen.
Natürlich wollte das Schweizer Nationalteam Spiele gewinnen und sich Schritt für Schritt näher an die besten europäischen Nationen heranarbeiten. Die Resultate zeigen gleichzeitig sehr deutlich, wo die Schweizer Bowls-Spielenden heute stehen und in welchen Bereichen sie weiterarbeiten müssen.
Es wäre jedoch falsch, diese Europameisterschaften ausschliesslich anhand von Siegen und Niederlagen zu beurteilen, es war erneut ein fantastischer Austausch mit den anderen Nationen, mit zahlreichen wertvollen sportlichen Erfahrungen und vielen freundschaftlichen Begegnungen auf und neben den Greens.
In mehreren Disziplinen waren die Swiss-Bowls-Spielerinnen und -Spieler sehr nahe an zusätzlichen Erfolgen. Im zweiten Teil beispielsweise beim 12:13 der Women’s Pairs gegen die Isle of Man, beim 8:9 der Men’s Fours gegen Portugal oder beim 9:11 gegen Ungarn. Solche Spiele zeigen, dass wir gegen viele Nationen auf Augenhöhe mithalten können. Besonders positiv ist zudem, dass wir in allen vier Disziplinen des zweiten Wettkampfblocks mindestens einen Sieg feiern konnten. Mehrere davon waren sehr deutlich: 21:6 und 21:5 im Men’s Singles, 17:4 und 19:6 bei den Women’s Triples oder die beiden Erfolge unserer Men’s Fours.
Auch als Team hat Swiss Bowls in Wales einen weiteren Schritt gemacht. Eine Europameisterschaft bedeutet mehrere Tage unter hoher Konzentration, unterschiedliche Gegner, wechselnde Bedingungen und immer wieder die Aufgabe, nach Siegen wie auch nach Niederlagen den Fokus neu zu setzen. Genau diese Erfahrungen sind für eine weitere Entwicklung enorm wertvoll.
Das Swiss-Bowls-Team nimmt viel Positives aus Llandrindod Wells mit. Es wurden 15 internationale Begegnungen gewonnen, in zahlreichen weiteren Spielen bis zum Schluss um den Sieg gekämpft und wertvolle Erfahrungen gegen die besten Nationen Europas gesammelt. Das Swiss-Bowls-Team belegte in der Nationenwertung der insgesamt 19 Länder den elften Schlussrang.
Der nächste Schritt führt nur über kontinuierliche Arbeit, über mehr internationale Spielpraxis, gezieltes Training, eine weitere Professionalisierung des Bowls-Sports in der Schweiz und die konsequente Weiterentwicklung der Schweizer Spielerinnen und Spieler.
Ein grosses Dankeschön geht von Swiss Bowls und dem Bowls Club Gstaad an alle Spielerinnen und Spieler, an die Betreuenden und Coaches für ihren Einsatz, ihre Bereitschaft, für die Schweiz anzutreten, und für den guten Teamgeist während dieser intensiven Tage in Wales. Ebenso bedanken sich die Spielerinnen und Spieler beim Teammanager Mark Chardonnens und bei allen, die das Schweizer Team vor Ort und aus der Schweiz unterstützt und die Spiele mitverfolgt haben.
Die Schweizer Spielerinnen und Spieler sowie die Coaches verlassen Wales mit vielen Erfahrungen, neuen Erkenntnissen, schönen Erinnerungen, vielen neuen Bekanntschaften und vor allem mit viel Motivation für die nächsten Aufgaben.
World Bowls Champion of Champions 2026
Vom 6. bis 10. Oktober 2026 traf sich die internationale Lawn-Bowls-Elite im australischen Barham zum World Bowls Champion of Champions. Austragungsort war wie im letzten Jahr erneut der cluBarham im Bundesstaat New South Wales. Insgesamt traten 34 Männer und 28 Frauen aus 35 Nationen an.
Für die Schweiz gingen Pierre Vanderhout bei den Männern und Marianne Künzle bei den Frauen, beide vom Bowls Club Gstaad, als amtierende Champions of Switzerland an den Start. Beide vertraten Swiss Bowls bei einem der bedeutendsten internationalen Singles-Turniere im Kalender von World Bowls.
Die Champion of Champions gehören als Platinum Event zur World Bowls Series. Entsprechend stark war das Teilnehmerfeld besetzt: Neben nationalen Champions standen frühere Champion-of-Champions-Sieger, hochklassierte Spielerinnen und Spieler der World Bowls Series sowie Teilnehmende der Commonwealth Games 2026 in Glasgow auf dem Green.
Marianne Künzle startete mit einem Sieg im Tiebreak gegen die Schwedin mit 4:6, 7:3, 3:1 ins Turnier, es folgten dann Niederlagen gegen die starke Helen Cheung aus Hongkong, China, 6:7, 3:11, gegen Amanda Steenkamp aus Namibia, 7:5, 5:10, 0:5, und gegen Ain Nurnajwa aus Malaysia, 3:10, 4:7. Gegen Hilda Tam aus Macau, China, kehrte Marianne mit 7:6 und 13:0 auf die Siegesstrasse zurück. Mit dem souveränen Zweisatzsieg gegen die Australierin Natalie Lewis mit 8:3, 6:3 gelang Marianne einer der herausragendsten Erfolge der Swiss-Bowls-Historie. Gegen Sue Tarr aus Südafrika konnte Marianne mit 7:2 und 7:4 einen weiteren Sieg gegen eine der grösseren Bowls-Nationen feiern. In der ausgeglichenen Gruppe mit neun Spielerinnen konnte sich Marianne bis zur letzten Partie gegen Tiare Jim von den Cook Islands noch eine theoretische Chance auf eine Viertelfinalqualifikation ausrechnen. Leider verlor die Schweizerin diese Partie mit 3:5, 4:6 und belegte mit vier Siegen und vier Niederlagen in der Gruppe den sechsten Rang, ihre Gegnerin gewann mit diesem Sieg sogar noch die Gruppe.
Pierre Vanderhout hatte ein schwieriges Auftaktprogramm, die erste Partie bestritt er gegen den absoluten Weltklassespieler Izzat Shameer Dzulkeple aus Malaysia, anfangs konnte der Schweiz-Kanadier gut mithalten, verlor den ersten Satz nur mit 5:7, bevor er den zweiten mit 2:10 verlor. Auch im zweiten Match zeigte Pierre eine gute Leistung und unterlag dem australischen Champion Max Kleinig «nur» mit 4:6 und 5:7. Dann verlor Pierre sehr knapp gegen Bob Manson aus Zypern nach diversen gemessenen Bowls zu Ungunsten des Swiss-Bowls-Spielers mit 4:6 und 5:5. Anschliessend konnte Pierre einige schöne Siege feiern, so gegen Zoltan Pavelka, Ungarn, 11:2, 10:5, gegen Ngatukana Ahfo Junior Anthony von den Cook Islands, 7:5, 6:5, gegen Jason Borg aus Malta, 8:3, 6:5. In der abschliessenden Partie traf Pierre auf Pak Keong aus Macau, China, auch dieses Spiel konnte der Schweizer mit 6:6, 8:5 gewinnen. In dieser starken Achtergruppe kamen nur die beiden Erstplatzierten in den Viertelfinal, Pierre belegte mit vier Siegen und drei Niederlagen den sehr guten vierten Rang.
Den Titel der Champion of Champions sicherte sich bei den Damen die Neuseeländerin Mandy Boyd nach ihrem Sieg im hochstehenden Final gegen die Australierin Natalie Lewis, welche in der Vorrunde noch von Marianne bezwungen wurde. Bei den Herren holte sich Iain McLain aus Schottland nach 2014 seinen zweiten CoC-Titel durch einen Finalsieg im Tiebreak gegen den Australier Max Kleinig.
Fazit und Ausblick:
Leider konnten sich an den Europameisterschaften in Wales keine zusätzlichen Swiss-Bowls-Spielerinnen und -Spieler für die Outdoor-WM 2027 qualifizieren. Damit wird Laura Butler in Birmingham die einzige Spielerin des BC Gstaad und der Schweiz im Women’s Singles sein.
Es gab aber auch viele erfreuliche Resultate von BC-Gstaad-Mitgliedern, einzig die Konstanz war noch nicht ausreichend, um auch im Kampf um die Medaillen international ganz vorne dabei zu sein.
Wenn hoffentlich im nächsten Frühling im Grund bei Gstaad die projektierte, schweizweit erste Aussenanlage mit fünf Rinks erstellt werden kann, sollten die Trainings- und Turniermöglichkeiten für die Gstaader und Schweizer Bowls-Spielerinnen und -Spieler markant verbessert werden, was sich dann auf die Resultate an künftigen internationalen Meisterschaften auswirken sollte.
BEAT MATTI/BOWLS CLUB GSTAAD




