Bund und Kanton reagieren auf Folgen der Trockenheit
28.08.2026 PolitikDie anhaltende Hitze und Trockenheit setzt die Landwirtschaft zunehmend unter Druck. Nun reagieren Bund und Kanton Bern mit finanziellen Massnahmen. Unter anderem sollen Direktzahlungen früher ausgerichtet und zusätzliche Mittel für zinslose Betriebshilfen bereitgestellt ...
Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzt die Landwirtschaft zunehmend unter Druck. Nun reagieren Bund und Kanton Bern mit finanziellen Massnahmen. Unter anderem sollen Direktzahlungen früher ausgerichtet und zusätzliche Mittel für zinslose Betriebshilfen bereitgestellt werden. Entsprechende Forderungen waren in den vergangenen Wochen auch aus dem Berner Oberland laut geworden.
Die grosse und lang anhaltende Hitze und Trockenheit im Sommer 2026 hat starke Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Höhere Produktionskosten und erhebliche Ertragseinbussen belasten die Betriebe und können zu Liquiditätsproblemen führen.
Der Kanton Bern hat deshalb in Abstimmung mit dem Bund Massnahmen beschlossen, wie die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion in einer Medienmitteilung schreibt. Geplant ist, einen Teil der Direktzahlungen vorzeitig auszurichten. Damit sollen die Landwirtschaftsbetriebe früher als üblich finanzielle Mittel erhalten und ihre Liquidität kurzfristig verbessern können.
Zudem können Betriebe, die als Folge der Trockenheit in finanzielle Bedrängnis geraten sind, einen zinslosen Überbrückungskredit in Form eines Betriebshilfedarlehens beantragen. Die Gesuche werden im Einzelfall geprüft, weshalb die Bearbeitung gemäss Kanton entsprechend Zeit in Anspruch nimmt.
Bund stellt zusätzliche Mittel in Aussicht
Auch auf Bundesebene sind weitere Unterstützungsmassnahmen vorgesehen. Der Bundesrat befasste sich am Mittwoch, 26. August, mit der Hitzeund Trockenheitssituation. Er stellt insgesamt mehr als 70 Millionen Franken für Massnahmen zur Anpassung des Waldes an den Klimawandel sowie zur Unterstützung von Landwirtschaftsbetrieben in Aussicht. Bis Ende Oktober wollen die zuständigen Departemente zudem eine Lageanalyse vornehmen und prüfen, ob weitere Massnahmen gegen die Folgen von Hitze und Trockenheit notwendig sind.
Forderungen aus dem Berner Oberland
Bereits Ende Juli hatte SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh aus Kandergrund rasche Unterstützungsmassnahmen für die Landwirtschaft gefordert und unter anderem die Prüfung einer ausserordentlichen Lage verlangt. Anfang August folgte der Berner SVP-Nationalrat Thomas Knutti aus Weissenburg mit der Forderung, die Direktzahlungen bereits per 1. September auszuzahlen (wir haben berichtet). Damit folgen nun auf kantonaler und nationaler Ebene konkrete finanzielle Massnahmen, nachdem sich die Lage für zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe während des Sommers weiter verschärft hat.
PD/AMO/JOP
