Caprices – ein Festival gegen Mensch und Tier
24.03.2026 LeserbriefeEs ist Winter, der 15. März 2026, es hat am Vortag nochmals geschneit und die Sonne scheint. Ideale Bedingungen um am letzten Wochenende der Saison auf dem Eggli die toppräparierten Pisten nochmals zu nutzen. Wir dürfen uns glücklich schätzen und jeden Tag dankbar sein, ...
Es ist Winter, der 15. März 2026, es hat am Vortag nochmals geschneit und die Sonne scheint. Ideale Bedingungen um am letzten Wochenende der Saison auf dem Eggli die toppräparierten Pisten nochmals zu nutzen. Wir dürfen uns glücklich schätzen und jeden Tag dankbar sein, dass wir hier in dieser wunderschönen Gegend leben dürfen im Einklang mit der Natur.
Doch die Ernüchterung oben auf dem Berg ist gross. Im Gegensatz zur Talsohle, wo die Musik auch schon unser Dasein Tag und Nacht beeinträchtigt, ist der Lärm meines Empfindens nach hier oben unerträglich. Mir schiesst nur ein Gedanke durch den Kopf: Die armen Tiere, die hier in freier Natur diesem Unsinn ausgeliefert sind. Ich finde, dass es mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbar ist, wie man eine Veranstaltung mit solch einschneidender Tragweite hier durchführt. Es passt einfach nicht hierher. Noch vor ein paar Jahren hat der Tourismusverein verlauten lassen, dass wir bezüglich der Ausrichtung lieber Qualität anstelle von Quantität anbieten wollen. Da frag ich mich schon, wo hier die Qualität bleibt. Und in Anbetracht der anhaltenden Diskussion der Überlastung unserer Tourismusregion ist die Frage meiner Meinung nach wirklich berechtigt: Muss so ein Festival jetzt wirklich auch noch sein?
Das ganze Saanenland und besonders der Grund wird während des Festivals Tag und Nacht mit einem Grundton beschallt, der ganz klar störend ist. Zudem finde ich, dass mit diesen Bewilligungen gleich zwei Mal hintereinander die allgemeine Sonntagsruhe von uns rechtschaffenen Menschen gestört wird. Wir alle, die am Montag wieder fit unserer täglichen Arbeit nachgehen müssen, haben einen Sonntag der Ruhe verdient. Es darf meines Erachtens einfach nicht sein, dass wir darunter leiden, nur damit andere sich volldröhnen lassen. Und wenn es für uns Menschen schon störend ist, wie – bitte schön – ist es für die Tiere, welche noch sensibler sind?
Wenn wir zulassen, dass solche Veranstaltungen regelmässig stattfinden und Mensch und Tier in ihrer gewohnten Umgebung beeinträchtigen, dann tragen wir in keinem Masse dazu bei, Naturschutz zu betreiben. Ich finde, dass mit gesundem Menschenverstand deutlich zu erkennen ist, dass sich dieses Festival weitab von jeglicher propagierter Nachhaltigkeit befindet.
Hinzu kommen ja noch die Auf- und Abräumarbeiten mit dem Helikopter. Und da beziehe ich mich nur auf die Lärmbelastungen fürs ganze Saanenland.
Ich und viele weitere Einwohner im Grund haben Unterschriften gesammelt und ziehen es in Betracht, via Petition an den Gemeinderat und Verwaltung zu appellieren, das nächste Gesuch im Aspekt der Naturverbundenheit, die wir hier leben, gründlicher zu prüfen.
VERA STEINER, GRUND
