18 Jodellieder und «Naturjütz»: Simon Hefti feiert mit Musikfreunden CD-Taufe
12.11.2024 KulturDie Kirche Saanen war bis auf den letzten Platz besetzt. Alle konnten es kaum erwarten, die noch unveröffentlichten Jodellieder und «Naturjütz» zu hören. Die Moderatorin, die durch den abwechslungsreichen Abend führte, begann mit den Worten von Simon Hefti: «Ich bin ein heimatliebender Mensch, ich liebe das Saanenland, meine Berge, meine Täler, die Dörfer und vieles mehr!» Ein herzergreifender Abend.
ERICH KÄSER
«Für d’Heimat»: Mit dieser Komposition – der auch der Titel der brandneuen CD ist – eröffneten die sechs Frauen und sechs Männer des Jodlerchörlis «Abeglanz» das Konzert am Samstag. In dieser Formation ist Simon Hefti von Anfang an dabei und auch der Dirigent.
Auf das Chörli folgten die «Horeflue Jutzer» Saanenland. An einem ominösen 29. Dezember im Bahnhöfli Schönried haben Patric Seewer, Matthias von Siebenthal und Simon Hefti an einem Tisch angefangen zu singen. Dies hat den Anwesenden so gut gefallen, dass sie fast nicht aufhören konnten zuzuhören…! Dies war der Startschuss für die «Horeflue Jutzer» Saanenland. Aus zeitlichen Gründen verabschiedete sich Simon Hefti aus dieser Formation – es war somit vorerst sein letzter Auftritt mit diesen Jutzern. Die letzten gemeinsamen Lieder dieser Truppe waren entsprechend sehr emotional. Die Originalformation bleibt aber weiterhin auf der neuen CD zu hören.
Und es folgten neue Töne, dies mit den Liedern des Jodlerklubs «Gruss vom Wasserngrat», welcher die Präsentation des Buches und der CD einläutete.
Die CD-Taufe
Mit der Anwesenheit der Jodelkoriphäe Ueli Moor glückte dem Organisationskomitee die perfekte Überraschung für Simon. Dieser war nämlich der Annahme, dass Moor an diesem Abend ganz anders beschäftigt sei. Simon Hefti hat in jungen Jahren zu Ueli Moor aufgeschaut, später hat er sich von ihm inspirieren lassen und wurde für Hefti zum Wegbegleiter und mittlerweile auch zum sehr guten Freund. Ueli Moor begann seine Rede mit den Worten: «Liebe Simon, mi hetts mängisch fasch verschrisse.» Denn bei den zahlreichen Telefonaten musste er sich richtig zusammennehmen, dass er nicht etwas «tuet lafere» und herauskam, dass er über die Taufe mehr wusste, als Simon annahm. Ueli Moor sprach mit Begeisterung über die wunderschönen Texte und herzergreifenden Melodien und erwähnte sogar, dass sich manche Menschen nach dem Hören der Musik um einiges besser fühlten. Er übergab Simon Hefti die erste CD mit dem dazugehörenden Büchlein, dies auch an alle Personen und Vereine, die bei diesem Projekt mitgewirkt haben.
Walter Fölmli von der Firma Phonoplay international wand allen Mitwirkenden, die immer wieder den Weg in das Studio im luzernischen Adligenswil gefunden haben, ein Kränzlein und schloss mit den Worten: «Vielleicht gibt es ja bald eine zweite CD.»
Johann von Grünigen, Mitglied des Jodlerchörlis «Abeglanz» und des Jodlerklubs «Gruss vom Wasserngrat», erzählte, dass Simon Hefti vor vier Jahren angefragt habe, ob sie ihm helfen möchten, eine CD mit vom ihm komponierten Liedern aufzunehmen. Er möchte diese gerne mit jenen Klubs produzieren, welche er dirigiere. Die Klubs haben diesem Vorhaben sofort zugestimmt und gratulierten Hefti zu dieser CD.
Den Abend hätten ursprünglich vier Formationen bestreiten sollen. Allerdings konnte das Terzett «Farbeklang» aufgrund eines erkrankten Mitglieds nicht teilnehmen.
Zügeln nach Schönried
Nach einer Zugabe in der Kirche Saanen gingen die Besuchenden in die Mehrzweckhalle nach Schönried, wo das Fest mit Liedern und der Buchvernissage weiterging.
Im Interview zwischen Elio von Grünigen und Simon Hefti wurde näher auf das Büchlein mit den Texten der Lieder und über deren Entstehung und Fotos aus dem Saanenland eingegangen. Simon Hefti erzählte eindrücklich, wie er die Lieder in seinem «Schublädli» zusammentrug, änderte, bis es «stimmig und harmonisch» war – oder eben auch Ideen komplett verworfen hat. Es blieb anschliessend noch viel Arbeit, bis die 18 Lieder mit den vier bis sechs Stimmen standen.
Simon Hefti bedankte sich von Herzen bei seiner Frau Anita, welche die ganze Organisation des Abends auf sich genommen habe, und bei allen Personen, die zum Gelingen dieser Aufnahmen beigetragen hätten.






