Das Alters- und Pflegeheim Pfyffenegg meistert Baujahr
22.05.2026 SaanenIm Alters- und Pflegeheim Pfyffenegg in Saanen blickte der Trägerverein an der Vereinsversammlung auf ein erfreuliches, aber zugleich anspruchsvolles Jahr 2025 zurück. Im Zentrum standen die Jahresberichte von Präsident Urs Zumbrunnen und Heimleiter Edwin von Siebenthal ...
Im Alters- und Pflegeheim Pfyffenegg in Saanen blickte der Trägerverein an der Vereinsversammlung auf ein erfreuliches, aber zugleich anspruchsvolles Jahr 2025 zurück. Im Zentrum standen die Jahresberichte von Präsident Urs Zumbrunnen und Heimleiter Edwin von Siebenthal sowie der neue Auftritt mit Logo und geplanter Homepage.
CLAUDIA HEINE
Präsident Urs Zumbrunnen begrüsste die Anwesenden herzlich und erinnerte daran, dass alle Personen im Saal – unabhängig von einer formellen Aufnahme – für ein Jahr Vereinsmitglieder sind und stimmberechtigt mitentscheiden dürfen. Dieser unkomplizierte Zugang ist in den Statuten verankert und unterstreicht den offenen Charakter des Trägervereins. Diesem unterlief ein kleiner Formfehler in der im «Anzeiger von Saanen» publizierten Traktandenliste, welcher gleich zu Beginn der Versammlung geklärt wurde: Tatsächlich stand in diesem Jahr nur die Wiederwahl der Revisionsstelle an, nicht aber Vorstandswahlen. Das Protokoll der letztjährigen Versammlung, verfasst und verlesen von Sekretärin Katrin Trummer, wurde anschliessend einstimmig genehmigt – verbunden mit einem herzlichen Dank für ihre zuverlässige Arbeit.
Jahresbericht des Präsidenten: Qualität und Verantwortung
In seinem Jahresbericht bezeichnete Urs Zumbrunnen das Jahr 2025 als «sehr erfreulich und zugleich anspruchsvoll». Der Vorstand traf sich zu drei ordentlichen Sitzungen, in denen strategische und operative Fragen rund um den Heimbetrieb, die Organisation und die Zukunft des Hauses im Mittelpunkt standen. Ein zentrales Thema blieb die personelle Situation: Die Rekrutierung von qualifiziertem Pflegepersonal sei weiterhin schwierig und verlange eine sorgsame Balance zwischen Attraktivität als Arbeitgeber und wirtschaftlicher Verantwortung.
Dazu beschloss der Vorstand verschiedene Massnahmen, etwa Anpassungen im Personalreglement, die gezielte Förderung von Aus- und Weiterbildung sowie zusätzliche Anreize für kurzfristige Einsätze. Trotz der Herausforderungen zeigte sich Zumbrunnen überzeugt, dass dank der hohen Fachkompetenz und dem grossen Herzblut der Mitarbeitenden eine qualitativ hochwertige Betreuung sichergestellt werden konnte. Mit warmen Worten dankte er dem gesamten Team, den Bewohnerinnen und Bewohnern, ihren Angehörigen sowie seinen Kolleginnen und Kollegen im Vorstand für Vertrauen, Unterstützung und konstruktive Zusammenarbeit.
Schwerpunkt Altbau: Sanierung im laufenden Betrieb
Einen grossen Raum nahm im Bericht des Präsidenten die Sanierung der Nasszellen und Zimmer im Altbau ein. Zwölf Zimmer wurden grundlegend erneuert, insbesondere die Badezimmer auf den neuesten Stand gebracht, was den Bewohnerinnen und Bewohnern mehr Komfort und den Pflegenden bessere Arbeitsbedingungen verschafft. Das Projekt wurde in mehreren Etappen von Januar bis Juli umgesetzt und trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen termingerecht und unter Budget abgeschlossen.
Urs Zumbrunnen würdigte dabei ausdrücklich das Engagement von Heimleiter Edwin von Siebenthal, der zusätzlich zu seinen regulären Aufgaben die Bauführung übernahm, sowie von Vorstandsmitglied Emanuel Perreten, der den Vorstand in der Projektbegleitung vertrat. Beide hätten die Handwerker kompetent koordiniert und dafür gesorgt, dass die Arbeiten möglichst reibungslos in den Heimalltag integriert werden konnten.
Alltag zwischen Baustelle und Begegnungen
In seinem eigenen Jahresbericht schilderte Heimleiter Edwin von Siebenthal die Sanierung aus Sicht des Betriebs. Während rund eines halben Jahres wurde stockwerkweise gebaut; am helllichten Tag waren Baulärm, provisorische Lösungen und Zimmerwechsel für die Bewohnenden zu spüren. Zeitweise standen vier Zimmer weniger zur Verfügung, was eine sorgfältige Planung der Belegung nötig machte.
Trotz kleinerer Pannen – etwa einer Schraube in der Stromleitung, die das Wiedereinschalten des Stroms verhinderte – konnte der Betrieb dank raschem Eingreifen der Handwerker stets aufrechterhalten werden. Nach Abschluss der Arbeiten waren alle Zimmer wieder belegt, und die Handwerker wurden zu einem Dankesessen in der Pfyffenegg eingeladen – ein Zeichen der Wertschätzung für ihren Einsatz im laufenden Betrieb.
Leben im Heim
Neben allen Baustellen blieb im Berichtsjahr auch Zeit für schöne Momente. Ein vom Frauenverein gesponserter Bewohnerausflug führte mit dem Reichenbach Taxi nach Montreux, wo nach einem Spaziergang dem See entlang eine feine Lasagne direkt am Wasser serviert wurde. Damit auch Rollstuhlfahrende teilnehmen konnten, wurde die Reise sorgfältig geplant. Ein Tag, der vielen noch lange in guter Erinnerung blieb.
Im Haus selbst prägten ein Jahresessen im Le Grand Chalet, Gstaad, ein von Mitarbeitenden organisierter Line-Dance-Abend mit Pizza, Salat und Dessertbuffet sowie ein feines Nachtessen für die Freiwilligen den Jahreslauf. Drei langjährige Mitarbeiterinnen konnten Dienstjubiläen feiern: Erika Reuteler (20 Jahre in der Küche), Corinna Rasch (15 Jahre in der Pflege) und Monika Bach (10 Jahre im Sekretariat) – Ausdruck grossen Engagements und Verbundenheit mit der Pfyffenegg. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer bereichern mit Lotto, Vorlesen, Spielen, Spazieren und Singen den Alltag der Bewohnenden und wurden von der Heimleitung mit grossem Dank gewürdigt.
Neuer Auftritt nach aussen
Am Ende der Versammlung informierte Urs Zumbrunnen über die bereits vollzogene Neugestaltung des Logos und der Beschriftung am Gebäude. Viele Besucherinnen und Besucher hätten früher den Eingang gesucht; mit der neuen Hausanschrift und der klaren Kennzeichnung des Zugangs sei nun deutlich erkennbar, «zu welcher Balkontüre man hinein muss». Parallel dazu werden eine neue Homepage und eine aktualisierte Informationsmappe für Interessierte erarbeitet, um den Auftritt des Heims zeitgemäss und übersichtlich zu gestalten.
FINANZIELL ERFOLGREICHES JAHR MIT ERFREULICHEM JAHRESERGEBNIS
Die Jahresrechnung 2025 wurde den Anwesenden in gedruckter Form abgegeben und von Urs Zumbrunnen kommentiert. Trotz tieferer Pflegetaxen infolge der während der Sanierung nicht belegbaren Zimmer resultierte eine Erhöhung der Gewinnreserve von Fr. 1’584’000.– im Jahr 2024 auf Fr. 1’823’000.– im Jahr 2025. Das Jahresergebnis belief sich auf Fr. 256’000.–. «Diese solide finanzielle Basis erlaubt es uns, weiterhin in Infrastruktur und Qualität unseres Angebots zu investieren», so Urs Zumbrunnen. Die Jahresrechnung wurde einstimmig genehmigt und der Revisionsbericht zur Kenntnis genommen.
CHE


