André Albisser ist Inhaber der Sägewerke Christen AG in Luthern und Willisau. In Luthern, eine Gemeinde im Luzerner Hinterland, beantwortete der mit dem Schwingsport sehr verbundene Albisser viele Fragen zum Thema Sägemehl.
Stimmt es, dass ...
André Albisser ist Inhaber der Sägewerke Christen AG in Luthern und Willisau. In Luthern, eine Gemeinde im Luzerner Hinterland, beantwortete der mit dem Schwingsport sehr verbundene Albisser viele Fragen zum Thema Sägemehl.
Stimmt es, dass Sägemehl nicht gleich Sägemehl ist?
Ja, das ist so. Es wird unterschieden zwischen den Holzarten, welche wir in den Schweizer Wäldern vorfinden. Wir, Christen AG, sind ein klassisches Nadelholzsägewerk. Tannen- und Fichtenholz findet man im Luzerner Hinterland, im Napfgebiet, in grösseren Mengen.
Wird Sägemehl extra für Schwingfeste produziert?
Nein, Sägemehl entsteht während der Produktion von Bauholz für Holzbaubetriebe und Schreinereien. Das Rundholz wird mit einer Vollgattermaschine eingeschnitten. So entstehen Balken, Bretter und eben auch Sägemehl.
Gibt es Unterschiede in der Qualität von Sägemehl?
Ja, aber von minderwertiger Qualität würde ich nicht sprechen. Unser Sägemehl entsteht aus frisch geschnittenem und nicht aus bereits verarbeitetem Holz. Ein wesentlicher Faktor ist auch die Verarbeitungsmethode. In unserem Sägewerk werden die Baumstämme vor dem Einfräsen entrindet. Zudem wird das Sägemehl in einer Siebanlage gefiltert, um gröbere Stücke auszuscheiden.
Ist Ihr Sägemehl bei den Schwingern beliebt?
Offenbar, beliefern wir doch seit vielen Jahren grössere und kleinere Schwingfeste in der Region und schweizweit. So dürfen wir, zusammen mit einem Glarner Sägewerk, das ESAF 2025 in Mollis bedienen.
Ihr Sägewerk liefert 245 Kubikmeter Sägemehl nach Mollis!
Nein, nicht ganz 245 Kubikmeter, einige Kubikmeter liefert eine einheimische Sägerei. Dennoch, die sieben Schwingringe à 14 Meter Durchmesser und 15 Zentimeter Sägemehlhöhe benötigen je 35 Kubikmeter Sägemehl pro Ring.
Gibt es für die Herrichtung der Sägemehlringe Richtlinien?
Im technischen Regulativ des Eidgenössischen Schwingerverbandes ist die Beschaffenheit des Schwingplatzes wie folgt beschrieben:
– Erste Phase: Die unterste Schicht wird gewässert und mit einer 1,5-Tonnen-Strassenwalze verdichtet.
– Zweite Phase: Die zweite Schicht wird mit einem Drittel der Sägemehlmenge wieder gewässert und eingewalzt.
– Dritte Phase: Der Deckbelag wird nicht mehr so hart eingewalzt und gewässert.
Den Schwingern werden kompakte Ringe zur Verfügung stehen, die an den Rändern hinsichtlich der Unfallprophylaxe flach auslaufen. Früher, um es salopp ausdrücken, hatte man das Sägemehl einfach ausgeleert, hingestreut. Heute ist die Arbeit vergleichbar mit jenem eines Gartenbauers. Nach mehreren Schwinggängen wird gewässert und «Rechli»- Mannen oder -Buben stellen den Schwingplatz wieder tipptopp her.
Wird das Sägemehl nach dem Eidgenössischen in Mollis weiterverwendet?
Unser Transporteur holt das Sägemehl ab, um dieses der Industrie zur weiteren Verarbeitung zuzuführen. Es entstehen Spanplatten, Pellets oder es wird als Heizmaterial genutzt. Weil der Isolationswert von Sägemehl sehr hoch ist, wird damit neuerdings auch Schnee abgedeckt, wie das zum Beispiel in Davos auf Langlaufloipen der Fall ist.