Das ist der Alltag des Polizisten Marco Romang
07.08.2026 RegionFERIENPASS 2026 Am Dienstagmorgen schrieben die Kinder vom Ferienpass einen Text für den Anzeiger von Saanen. Sie verfassten einen Bericht anhand des Interviews mit dem Polizisten Marco Romang.
AMIRA ZUMSTEIN/LUANA HALDI/NINA OEHRLI/MAURIN BÜTZBERGER/EMELY ...
FERIENPASS 2026 Am Dienstagmorgen schrieben die Kinder vom Ferienpass einen Text für den Anzeiger von Saanen. Sie verfassten einen Bericht anhand des Interviews mit dem Polizisten Marco Romang.
AMIRA ZUMSTEIN/LUANA HALDI/NINA OEHRLI/MAURIN BÜTZBERGER/EMELY SIGRIST/VIVIEN VON SIEBENTHAL
Auf die Frage: «Was war das Gefährlichste, was Sie erlebt haben?», antwortete Marco Romang, Kantonspolizist bei der Polizeiwache Gstaad: «Nach einem Raubüberfall suchten wir die Täterschaft. Einige Tage später konnten Kollegen aus dem Kanton Waadt sie festnehmen.»
Laut Aussage des Saaner Polizisten gefällt ihm der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern am besten. Er arbeitet seit 15 Jahren als Polizist und kennt viele Leute aus der Region. Deshalb macht ihm die Arbeit als Dorfpolizist besonders Freude.
Das Aussergewöhnlichste, was er je erlebt hat, war: «Nach einem Verkehrsunfall wollten wir den Hund in die Hundebox bringen. Der Hund wollte aber nicht. Die Besitzerin sagte, wir sollten lieber den Hund ins Auto nehmen und sie hier lassen. Das ging natürlich nicht.»
Laut seinen Aussagen gehören zu seinen Arbeitsaufgaben die präventive Präsenz im Dorf, gerichtspolizeiliche Arbeiten nach Diebstählen oder Verkehrsunfällen und viele weitere Einsätze. Er sagte auch, dass kein Tag gleich sei. Manchmal gibt es einen Brand, einen Streit oder einen Unfall. Am Morgen weiss er nie, was ihn an diesem Tag erwartet. Viele denken, dass Polizisten den ganzen Tag unterwegs sind. Marco Romang sagte aber, dass mehr als die Hälfte seiner Arbeit aus Büroarbeit besteht. Nach jedem Einsatz müssen Berichte geschrieben werden.
Nicht immer ist er mit dem Polizeiauto unterwegs. Oft fährt er auch mit einem E-Bike oder ist zu Fuss im Dorf unterwegs.
«Ein Polizist ist immer bewaffnet», sagte Marco Romang. Zu seiner Ausrüstung gehören unter anderem Handschellen, Einsatzstock, Pfefferspray, eine Schutzweste, ein Funkgerät, eine Taschenlampe und seine Dienstwaffe. «Auf Patrouille haben wir auch einen Taser mit dabei.»
ERFAHRUNGSBERICHT DER FERIENPASSKINDER 2026
Was war am Spannendsten?
Polizisten haben den Waffengurt immer dabei.
Was war überraschend?
Überraschend war, dass Polizisten häufig mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Was hat euch nicht überrascht?
Die Einsatzzeiten der Polizisten variieren.
Was war das Spannendste am Interviewführen und Fotografieren?
Das Fotografieren und Bilderbearbeiten war interessant und man hat viel Neues entdeckt. Es war sehr aufregend, dem Polizisten die Fragen zu stellen. Es hat uns überrascht, wie viel man im Nachhinein noch am Bild bearbeiten kann. Nachdem alle Bilder bearbeitet waren, haben wir noch eine Legende geschrieben.
Wie war der Tag generell?
Wir fanden den Tag spannend und haben viele Einblicke erhalten und spannende Sachen entdeckt. Nach der Pause wurden wir in den Lokaljournalismus eingeführt und haben uns für das Interview Fragen überlegt. Die Zeit war ein wenig knapp, denn schon kurz darauf ist Herr Romang erschienen. Das Fotografieren hat Spass gemacht, genauso das Bearbeiten der Bilder und auch der Rest.
Wir fanden den Tag zusammengefasst sehr toll, informativ und man hat einiges Neues gelernt und viele Einblicke gewonnen.
MAURIN BÜTZBERGER UND NINA OEHRLI
Ein Tag, der zuversichtlich stimmt
JOCELYNE PAGE
Journalismus beginnt mit Neugier. Mit der Bereitschaft, Fragen zu stellen, genau hinzuschauen und zuzuhören. Genau das brachten die Kinder des Ferienpasses mit, als sie unsere Redaktion besuchten.
Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Lokaljournalismus und einem Crashkurs im Interviewführen, Fotografieren und Videoschneiden stand bereits der erste Praxiseinsatz an. Gemeinsam hatten wir im Vorfeld ein Interview mit Kantonspolizist Marco Romang organisiert. Nun waren die Kinder an der Reihe.
Am meisten beeindruckt hat mich, wie selbstverständlich sie ihre Aufgabe angenommen haben. Wir gaben bewusst nur wenige Vorgaben. Die Fragen entwickelten sie selbst. Entstanden ist ein Interview, das neugierig und abwechslungsreich war. Die Kinder fragten, was sie wirklich interessierte. Genau darin liegt die Stärke eines guten Interviews.
Ebenso bemerkenswert war ihre Arbeitsweise. Ob hinter der Kamera, beim Fotografieren oder später am Computer: Die Kinder arbeiteten konzentriert, halfen sich gegenseitig und übernahmen Verantwortung. Sie waren motiviert, diszipliniert und selbstständig. Eigenschaften, die sich nicht vermitteln lassen, sondern aus eigenem Antrieb entstehen.
Meine Kollegin Orfa Schweizer, Redaktorin und Ausbildungsverantwortliche beim «Walliser Boten», sagte einst an einer Podiumsdiskussion, dass sie keine andere Branche kenne, die so oft über ihre eigene Krise und den bevorstehenden Untergang berichte wie unsere. Gleichzeitig erlebt sie als Ausbildungsverantwortliche tagtäglich, dass motivierte junge Menschen bereitstehen, den Beruf mit Überzeugung auszuüben. Dieser Einschätzung konnte ich schon damals viel abgewinnen. Nach diesem Tag in unserer Redaktion mehr denn je. Denn wenn Neugier, Verantwortungsbewusstsein und der Wille, Geschichten zu erzählen, die Grundlage sind, dann muss dem Journalismus nicht bange sein. Die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern.
jocelyne.page@anzeigervonsaanen.ch










