Das Turbach-Archiv feiert seinen ersten Geburtstag
23.06.2026 KulturVon historischen Dokumenten über Fotografien bis zu persönlichen Erinnerungen: Das Turbach-Archiv wächst kontinuierlich weiter. Ein Jahr nach dem Start bietet die digitale Sammlung einen immer umfassenderen Einblick in die Geschichte des Turbachtals.
Seit ...
Von historischen Dokumenten über Fotografien bis zu persönlichen Erinnerungen: Das Turbach-Archiv wächst kontinuierlich weiter. Ein Jahr nach dem Start bietet die digitale Sammlung einen immer umfassenderen Einblick in die Geschichte des Turbachtals.
Seit einem Jahr ist das Turbach-Archiv online. Was mit der Aufschaltung der Website begann, ist seither stetig gewachsen: Thomas Reichenbach und sein Team sammeln, digitalisieren und erschliessen weiterhin Dokumente, Fotos und Erinnerungen aus dem Turbachtal. So entsteht ein lebendiges Archiv, das die Geschichte des Tals bewahrt und für alle zugänglich macht.
Ein Archiv wächst weiter
Das Turbach-Archiv ist seit dem 16. Juni 2025 für alle frei zugänglich und integraler Bestandteil der Gemeinde Saanen. Jenny Sterchi hat im AvS vom 27. Juni 2025 über die Aufschaltung berichtet. Nun darf das Archiv bereits auf sein erstes Jahr zurückblicken.
Von kaum einem anderen Bergtal dürften die Medien in den letzten Jahrzehnten so viel berichtet haben wie vom Turbachtal. Im Fokus standen oft kulturelle Themen. Darüber hinaus hat das Tal aber auch eine aussergewöhnlich reiche Geschichte, die zwar weniger bekannt, jedoch genauso interessant ist.
Mit Herzblut gesammelt
Um das Vermächtnis dieses Tals vor dem Vergessen zu retten, beschäftigt sich Thomas Reichenbach seit gut zwei Jahren ehrenamtlich damit, Unterlagen zu sammeln, zu digitalisieren, professionell aufzuarbeiten und das Turbach-Archiv fast täglich zu erweitern. Die Homepage selbst wurde durch die Gemeinde Saanen finanziert.
Das Kernteam, bestehend aus Veronika Althaus-Brand, Huldi Reichenbachvon Siebenthal und Margrith Brand-Raaflaub, konnte vor Ort über hundert Beteiligte aus der Talbevölkerung und darüber hinaus dazu motivieren, ihre Archive oder selbst geschriebenen Texte und Audioaufnahmen einzureichen. Allen Mitwirkenden sei an dieser Stelle für ihr grosses Engagement herzlich gedankt.
Wie ein digitaler Bildband
Das Archiv kann ohne Account und ohne Bestellung von Inhalten genutzt werden. Auch qualitativ heben sich die Inhalte von vielen anderen Online-Archiven ab. Denn es macht einen Unterschied, ob Unterlagen zeitund kostensparend digitalisiert werden müssen oder ob sie ehrenamtlich und mit Herzblut aufgearbeitet werden können. So liest sich das Turbach-Archiv eher wie ein digitaler Bildband.
Mit der integrierten Suchfunktion können Inhalte schnell nach Jahr, Personen oder Themen gefunden werden. Nebst den beiden Rubriken «News» und «Kontakt» ist das Archiv in acht thematische Hauptrubriken gegliedert: «Historisches», «Infrastruktur», «Schule», «Theater», «Kultur», «Landwirtschaft», «Organisationen» und «Portraits». Unter «News» finden sich aktuelle Informationen oder Links dazu, was zum Beispiel vor 10, 20 oder 50 Jahren aktuell war.
Dokumente nicht einfach entsorgen
Wer beim Entrümpeln des Estrichs Dokumente oder Fotos findet, wird gebeten, unter «Kontakt» nachzufragen, ob diese Unterlagen für das Archiv von Interesse sein könnten. Jeder Beitrag, der eine Lücke schliesst, ist wertvoll.
Vom Säumerweg bis zur Theaterkultur
Die acht Hauptrubriken beinhalten mehr als 80 Unterrubriken. Sie erzählen unter anderem von der frühen Besiedlung des Tals, vom historischen Säumerweg über den Trütlisbergpass, vom früheren Badhaus, von der Pfaffenbergkapelle, von den Heimatwochen zwischen 1924 und 1951, von Skilagern ab den 1930er-Jahren, vom Hochwasser 1948, vom Einsatz des Internationalen Zivildienstes, von den Musikwochen ab den 1960er-Jahren und von der bekannten Theaterkultur im Turbach. In der Rubrik «Organisationen» finden sich zudem Unterlagen zahlreicher Vereine und Genossenschaften. Dazu gehört auch das Archiv des ehemaligen Chörli Bärglerchli mit Berichten und Fotografien aus mehreren Jahrzehnten Vereinsgeschichte.
Auch überregional bekannte Persönlichkeiten der Neuzeit sind im Turbach aufgewachsen und haben ihre Schulzeit dort verbracht. Dazu gehören unter anderem der klassische Pianist Reto Reichenbach, Marieke Kruit, die amtierende Stadtpräsidentin von Bern, sowie der Grossrat Simon Bach.
THOMAS REICHENBACH
Weitere Informationen sind unter: www.turbach-archiv.ch zu finden.



