Dialog zwischen Landwirtschaft und Tourismus über Umgang mit Grossraubtieren
03.03.2026 LandwirtschaftAm 23. Februar fand im Rahmen der Dialogplattform Weidemanagement und Grossraubtiere ein Onlineaustausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Tourismus, Langsamverkehr und Prävention statt. Im Zentrum standen der Austausch von Erfahrungen und ...
Am 23. Februar fand im Rahmen der Dialogplattform Weidemanagement und Grossraubtiere ein Onlineaustausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Tourismus, Langsamverkehr und Prävention statt. Im Zentrum standen der Austausch von Erfahrungen und Lösungsansätzen im Spannungsfeld von Weidemanagement, Freizeitnutzung und der Rückkehr grosser Beutegreifer.
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB), der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) und der Schweizer Bauernverband (SBV) betreiben seit mehreren Jahren gemeinsam die Dialogplattform Weidemanagement und Grossraubtiere. Die Ausbreitung der Grossraubtiere stelle die Berggebiete vor grosse Herausforderungen, ist der gemeinsamen Medienmitteilung zu entnehmen. Die politischen Debatten hätten die Fronten zunehmend verhärtet. Lösungen zur Grossraubtierproblematik könnten aber nur im Dialog herbeigeführt werden.
Mit der Plattform Weidemanagement und Grossraubtiere würden der Erfahrungsaustausch und die sachliche Diskussion zwischen den verschiedenen Nutzergruppen gefördert.
Der Tourismus sei durch die Grossraubtierproblematik insbesondere durch Konflikte mit Herdenschutzhunden, durch gesperrte oder verlegte Wander- und Bikewege sowie grundsätzlich durch Unsicherheiten im Umgang mit der Thematik betroffen. Fachpersonen aus dem Tourismus und Langsamverkehr präsentierten am Onlineaustauschtreffen vom 23. Februar aktuelle Erkenntnisse und praxisnahe Ansätze zum Konfliktmanagement zwischen Herdenschutz, Freizeitnutzung und Tourismus.
Sensibilisierung zeigt Wirkung
Der Austausch habe gezeigt, dass das Thema bei den betroffenen Verbänden und Organisationen angekommen sei, schreiben die Verbände. In vielen Regionen bestünden erprobte Lösungsansätze und die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Freizeitnutzung werde aktiv gestaltet. Sensibilisierungsmassnahmen zeigten Wirkung, was entsprechende Rückmeldungen und Zahlen belegen würden. Gleichzeitig bestünden bei einzelnen Zielgruppen, beispielsweise im Bereich Mountainbike, weiterhin Informations- und Sensibilisierungslücken. Die Kommunikation über Verhaltensregeln, gesperrte Gebiete usw. müsse deshalb zielgruppenorientiert verstärkt werden.
«Ein zentrales Anliegen ist die bestehende und zu bewahrende Einheitlichkeit der Kommunikation und Signalisation. Eine klare, verständliche und möglichst schweizweit konsistente Signaletik schafft Orientierung und Wiedererkennung, erhöht die Sicherheit und fördert die Akzeptanz von Schutzmassnahmen. Deshalb ist auch in Zukunft eine gesamtschweizerische Koordination wichtig.»
Regionaler Dialog bleibt zentral
In der Diskussion sei betont worden, dass lokal und regional entwickelte Lösungen entscheidend seien, um standortangepasste Umsetzungen sicherzustellen. Die Dialogführung und Koordination sollte dabei bei regionalen Trägerschaften liegen, da sie die Gegebenheiten vor Ort, die Soft-Faktoren sowie die relevanten Akteursgruppen am besten kennen würden. Positive Beispiele wie dasjenige von Arosa Tourismus würden zeigen, dass diese Koordinationsrolle zum Beispiel bei den Destinationsmanagementorganisationen (DMO) liegen könne. Doch auch Regionalpärke oder andere regionale Zusammenschlüsse würden diese Rolle übernehmen können und den Dialog zwischen allen betroffenen Akteuren ermöglichen.
«Der kontinuierliche Dialog zwischen Landwirtschaft, Tourismus, Freizeitnutzung und weiteren Beteiligten bleibt zentral», so die Verantwortlichen. «Nur durch Austausch, gegenseitiges Verständnis und gemeinsame Verantwortung kann eine tragfähige Koexistenz mit Grossraubtieren langfristig gelingen.»
PD/AMO
