Nach 25 Jahren werden jeweils die Gräber auf dem Friedhof Saanen aufgehoben. Eine würdige ökumenische Feier unter Leitung der Pfarrerin Marianne Kellenberger führte über in die neue Phase der Trauer, des Trostes und der Erinnerung.
TONI ...
Nach 25 Jahren werden jeweils die Gräber auf dem Friedhof Saanen aufgehoben. Eine würdige ökumenische Feier unter Leitung der Pfarrerin Marianne Kellenberger führte über in die neue Phase der Trauer, des Trostes und der Erinnerung.
TONI SIEGRIST
Über 100 Leute fanden sich vor der Aufbahrungshalle ein, um nach vielen Jahren seit der Beerdigung ein weiteres Mal Abschied zu nehmen von lieben Angehörigen. Gefühlvoll und behutsam führte Marianne Kellenberger durch die schlichte Feier. Unterstützt wurde sie von der Bläsergruppe der Musikgesellschaft Gstaad, Martin Hefti als Vertreter der Gemeinde Saanen, Toni Siegrist als Angehöriger der katholischen Kirchgemeinde und dem Sigristen Luc Mosimann.
Markanter Schritt
Die Aufhebung eines Grabes ist ein markanter Schritt. Der Ort, wo man sich einem Verstorbenen nahe fühlen kann, verschwindet. Erinnerung und Trauer treten in eine neue Phase über. «Gfüehl hei en anderi Zyträchnig. Dr Fridhof, als Ort vo där Truur, als ganz fassbare Ort vor Erinnerig, dä fallt wäg. U vilecht isch das itz guet so. Allz het sini Zyt.» So umschrieb Marianne Kellenberger die Situation. Und weiter: «Du bist da. Du bist fern. Du bist nah. Ich trage dich im Herz in meiner Ewigkeit.»
Als Zeichen der Dankbarkeit durften alle eine weisse Feder auf das Grab legen und ihre Gedanken und Gefühle an diesen Ort bringen: «E Fädere uf ds Grab – liecht wie der Luft, fiin wie ünsi Dankbarkeit, zart wie ünsi Liebi.»
Der Text und die Melodie des Liedes «Für immer uf Di» von Patent Ochsner schwebten zum Abschluss über die Anwesenden. «Es Glas uf d’Liebi un eis uf z’volle Läbe u eis uf all das, wo wier nit chöne häbe. Es Tor geit uuf un es anders geit zue. Blibsch i mim Härz (sogar no denn) wes afaht weh tue.» Bestärkt und mit einer farbigen Rechaudkerze als Erinnerung verliessen die Anghörigen nach und nach den Friedhof.
Ab dem 1. Mai werden die Gräber von der Friedhofsgärtnerei sorgfältig und still geräumt. Das Terrain wird eingeebnet, Rasen angesät und so ein Stück weit der Natur übergeben.