Wer Ursula Stacher in Lauenen besucht, merkt rasch: Ihr Herz schlägt für Schwalben und Mauersegler. Mit grossem Engagement schafft und pflegt sie seit Jahren Nistplätze für die gefiederten Sommerboten und leistet damit einen wertvollen Beitrag zum ...
Wer Ursula Stacher in Lauenen besucht, merkt rasch: Ihr Herz schlägt für Schwalben und Mauersegler. Mit grossem Engagement schafft und pflegt sie seit Jahren Nistplätze für die gefiederten Sommerboten und leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Vogelschutz.
Ursula Stachers Herz schlägt seit vielen Jahren für die Vögel, insbesondere für Schwalben und Segler. Sie ist die stolze Besitzerin von über 80 «Mietwohnungen», die sie ihren gefiederten Freunden in Lauenen und Umgebung jährlich frisch geputzt zur Verfügung stellt. Gemeint sind da künstliche Nistgelegenheiten, die sie unter den Vordächern mehrerer Chalets und Scheunen unter Mithilfe von Peter Matti anbringen liess. Es sind dies total 70 Mehlschwalbennester und 14 Mauerseglernistkästen.
Nützliche Insektenjäger
Normalerweise bauen Mehlschwalben ihre Nester selbst, indem sie feuchte Lehmklümpchen mit ihrem Speichel vermischen um so ihre halbkugeligen Brutstätten an verputzten Fassaden unter das Vordach kleben. Da jedoch infolge vermehrter Asphaltierung von Strassen und Wegen diese wichtigen Baustoffe fehlen und in unserer Umgebung mehr Holz- als Steinhäuser gebaut werden, wird es für die nützlichen Insektenfresser immer schwieriger, ihre Bruten aufzuziehen, da ihre Nester an behandeltem Holz schlecht haften. Bietet man ihnen jedoch künstliche Nachahmungen aus Holzzement an, werden diese Ersatznester gerne angenommen.
Gegen Ende Sommer versammeln sich dann Jung und Alt, um gegen Süden ins Überwinterungsgebiet zu ziehen.
Schwalben und Segler sind sehr nützliche Insektenjäger, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel von einer vierköpfigen Brut während der Aufzuchtzeit nachweisbar ca. 150’000 Mücken und Fliegen vertilgt werden! Häufig haben Mehlschwalben sogar eine Zweitbrut. Rechnet man nun die 70 Nester à zweimal vier Junge gemäss vorgenanntem Nahrungsvolumen aus, so kommt man auf die erstaunliche Menge von ca. 21 Mio. Insekten, die da in dieser Umgebung jährlich «entsorgt» werden… Ist das nicht genial?
Nachtruhe im Segelflug
Dasselbe gilt für die Mauersegler – auch Spyren genannt –, welche ebenfalls mehr und mehr auf Nisthilfen angewiesen sind, da bei den vielen Neubauten in unserem Gebiet Schlupflöcher und Öffnungen in den Dachkonstruktionen fehlen. Das Interessante an diesen Flugkünstlern, die bis zu 200km/h fliegen können, ist, dass sie gut 90 Prozent ihres Lebens in der Luft verbringen – und das sogar auch nachts, indem sie im Halbschlaf in Höhen bis zu 3600m ü.M. im leichten Segelflug ihre Nachtruhe verbringen. In diesem Zusammenhang sind sie sehr dankbar, dass wenigstens dieses Jahr die 1.-August-Feuerwerksknallerei abgesagt wurde, welche die Vögel in den letzten Jahren jeweils zu Tode erschreckte und aus ihrem Brutgebiet vertrieb.
BERT INÄBNIT