Dorforganisation Saanen: neues Co-Präsidium

  01.04.2025 Saanen

17 Jahre – die letzten sieben als Präsident – hat sich Niclas Baumer in der Dorforganisation Saanen engagiert, nun hat er seine Demission eingereicht. Michel Zysset wurde zu seinem Nachfolger als Co-Präsident gewählt, Elvira Haldi neu in den Vorstand.

ANITA MOSER
Gut 60 Personen konnte Co-Präsident Niclas Baumer am vergangenen Donnerstagabend in der Saanen-Stube im Saanen Inn (Pub) zur Hauptversammlung der Dorforganisation Saanen begrüssen. Er führte speditiv durch seine letzte Versammlung. Die Rechnung schloss mit einem kleinen Minus von knapp 500 Franken ab – die Mitgliederbeiträge lagen leicht unter Budget. Grösster Ausgabenposten waren mit 20’500 Franken Beiträge und Spenden. Unter anderem wurde die neue Rutschbahn im Schwimmbad Saanen mit 10’000 Franken unterstützt. Per Ende 2024 verfügte die Dorforganisation Saanen über ein Guthaben von gut 90’000 Franken.

Wie Niclas Baumer erwähnte, verlief die Mitgliederanwerbung nicht ganz so erfolgreich wie im Vorjahr und dennoch verzeichnet die Organisation ein Plus gegenüber dem Vorjahr. Nach drei Austritten und elf Eintritten zählte die Dorforganisation per Ende 2024 353 Mitglieder (Einzelpersonen, Paare oder Firmen).

Neuer Co-Präsident, neues Vorstandsmitglied
Niclas Baumer wurde an der Hauptversammlung im März 2009 in den Vorstand der Dorforganisation Saanen und im Januar 2017 als Nachfolger seines Vaters Ruedi zum Präsidenten gewählt. Seit einem Jahr wurde die Dorforganisation von Vanessa Schwenter und Niclas Baumer im Co-Präsidium geleitet. Nach insgesamt 17 Jahren im Vorstand und Präsidium zieht sich Baumer nun zurück. Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung Michel Zysset. Neu im Vorstand Einsitz nimmt Elvira Haldi – sie folgt auf Michael Tschanz, der nach zehn Jahren im Vorstand aus beruflichen Gründen demissionierte.

Niclas Baumer hinterlasse grosse Spuren und eine grosse Lücke, betonte Co-Präsidentin Vanessa Schwenter in ihrer Würdigung. Sie dankte Baumer im Namen des Vorstandes und der ganzen Organisation für sein jahrelanges Engagement. Als Abschiedsgeschenk überreichte sie dem für einmal kurz sprachlosen Co-Präsidenten eine Treichel. Sie werde einen Ehrenplatz bekommen, versprach Baumer, nachdem er die Sprache wiedergefunden hatte.

Das zahlreiche Erscheinen zeige die Unterstützung und die Wertschätzung der Arbeit, sagte Baumer an die Anwesenden gerichtet. «Wir sind offen für Anregungen, offen für Hinweise, meldet euch, wenn irgendwo der Schuh drückt. Wir sind da für euch, wir arbeiten für euch.»

Ganz aus der Öffentlichkeit zurückziehen wird sich Niclas Baumer aber nicht: Er engagiert sich nach wie vor im OK der Brocante und im OK des Alpkäse- und Glockenmarktes.

Ein aktives und attraktives Dorf
Damit das Dorf für möglichst alle Altersgruppen und für Einheimische wie Gäste attraktiv bleibt, organisiert und unterstützt die Dorforganisation Saanen mit ihren Unterorganisationen Saanen Aktiv und Kulturkommission übers Jahr jeweils zahlreiche Anlässe: Schülerrennen der Schule Saanen, Slope Sound Festival, Mad Muni, Yehudi Menuhin Philosophenweg, Altjahrskonzerte der Concerti Saanen, Deux im Schnee, um nur einige zu nennen. «Oberste Prämisse muss sein, dass wir möglichst viele Leute, Bewohner, Handwerker, Dienstleister in der Region halten können», betonte Baumer und mahnte, dass das Dorf nur so in Zukunft eine Chance hat, weiterhin attraktiv zu bleiben.

Wichtig und wertvoll
Die Dorforganisationen seien wichtig und wertvoll für den Gstaad Saanenland Tourismus, betonte dessen Direktor Flurin Riedi in seinem Grusswort. Er dankte Niclas Baumer ebenfalls für sein Engagement und freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Co-Präsidium. Dreimal im Jahr finde eine Präsidentenkonferenz statt, präsidiert von GST-Präsident Oliver Waser. «Wir tauschen uns an dieser Konferenz nicht nur aus, sondern behandeln verschiedene Traktanden.» Für den GST sei diese Konferenz eine gute Plattform, um den Puls der Dörfer zu spüren, wo man stehe oder wo der Schuh drücke, ob es Erwartungen an den GST gebe usw. Niclas Baumer habe sich an den Konferenzen jeweils sehr stark eingebracht. «Er war definitiv nicht jener, der am wenigsten das Wort ergriffen habe – was durchaus positiv gemeint ist.»

Riedi wies die Anwesenden auf die Hauptversammlung des GST vom Dienstag, 17. Juni in der Mehrzweckhalle in Gsteig hin. Und Matthias In-Albon, Geschäftsführer der Bergbahnen Destination AG, erwähnte in seinem Grusswort die ausserordentliche Gemeindeversammlung, welche diesen Freitagabend stattfindet.


INFORMATIONEN AUS ERSTER HAND VON GEMEINDERAT KLAUS ROMANG

Sanierung Parkhaus Saanen
Im zweiten Teil informierte Gemeinderat Klaus Romang, Präsident der Infrastrukturkommission, zum Stand der Dinge von ein paar wichtigen Bauvorhaben in der Gemeinde Saanen.

Betreffend der Sanierung des Parkhauses Saanen (wir haben berichtet) sei nach wie vor ein Beschwerdeverfahren hängig, weshalb die Vergabung noch nicht neu ausgeschrieben werden konnte, erklärte Romang. Mit der Sanierung könne somit voraussichtlich frühestens im Frühling 2026 begonnen werden (weitere Informationen folgen in einer der nächsten Ausgaben).

Bahnhof Saanen und Dorfbrücke
Wie Romang erläuterte, plant die MOB die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG). Dieses hält fest, dass der ÖV barrierefrei und damit für Menschen mit Beeinträchtigung grundsätzlich autonom nutzbar sein muss. Ebenfalls geplant sei ein drittes Gleis, damit die Züge am Bahnhof Saanen kreuzen können. Damit werde der Gewässerraum tangiert, was bei verschiedenen Ämtern einige (interessante) Fragen aufwerfe. «Die Gewässer haben heutzutage ein hohes Gewicht», so Romang. Eigentlich würde man das MOB-Projekt und das Projekt für den Neubau der Dorfbrücke gerne zusammen eingeben. Aber das sei schwierig, weil sich die zuständigen Bundesämter nicht einig seien. «Uns wurde aber versprochen, dass wir mit der Planung der Dorfbrücke beginnen können, sobald die Daten der neuen Gefahrenkarte vorliegen.» Diese habe man neu erstellen müssen aufgrund von verschiedenen Projekten – nicht zuletzt wegen der geplanten Concert Hall in Gstaad. Man habe verschiedene Standorte für die Brücke abgeklärt, so Romang. «Einerseits sind wir von der Gleishöhe an die MOB gebunden, andererseits braucht das Gewässer genügend Platz.» Einbeziehen ins Projekt betreffend der äusseren Erscheinung müsse man sicher auch das Interesse der vielen indischen Gäste an der bestehenden Dorfbrücke.

Einheitliche Signalisation
Zudem sei die Gemeinde daran, den Schilderwald im Saanendorf zu vereinheitlichen.

Wenn alles gut laufe, könne auch das Hochwasserschutzprojekt beim Chalberhönibach im Herbst 2025 realisiert werden. Am 10. Juli jährt sich das Unwetter zum zehnten Mal.

Die Sanierung des alten Faulturms und der Bau des neuen bei der ARA sei auf Kurs, schloss Romang seine Ausführungen.

MOA

 


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote