Donald Trump
31.07.2026 KolumneOb es überhaupt sinnvoll sein kann, über Donald Trump zu schreiben: Es bleibe dahingestellt. Aber dennoch darf man sich daran erinnern, welche politischen Entscheidungen er in seiner zweiten Präsidentschaft getroffen hatte.
Am Tag seiner Amtseinführung, dem 20. Januar ...
Ob es überhaupt sinnvoll sein kann, über Donald Trump zu schreiben: Es bleibe dahingestellt. Aber dennoch darf man sich daran erinnern, welche politischen Entscheidungen er in seiner zweiten Präsidentschaft getroffen hatte.
Am Tag seiner Amtseinführung, dem 20. Januar 2025, hob er unmittelbar nach dem Amtseid, wie angekündigt, 78 Dekrete, Verfügungen und Memoranden auf, die sein Amtsvorgänger Joe Biden erlassen hatte. Darunter fiel der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen. Jedes Mal, bei ganz schlechtem Wetter oder wenn die Temperatur über 30 Grad steigt, wird man daran erinnert.
Sodann wurde das Moratorium für Hinrichtungen auf Bundesebene von 2021 aufgehoben. Die Todesstrafe lebt weiter. Die ausländischen Drogenkartelle stufte er als Terrororganisationen ein. An der Grenze zu Mexiko rief der US-Präsident den Notstand aus. Seine 1500 am Sturm auf das Kapitol beteiligten Anhänger und Gewalttäter, sie wurden von Trump allesamt begnadigt. Dies, obschon Trumps Aktion 144 verletzte Polizisten und fünf Todesopfer forderte. Im Januar 2026 erfolgte dann der offizielle Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der Präsident war der Meinung, die USA müssten der WHO viel zu viel Geld bezahlen.
Noch Joe Biden hatte Kuba von der Liste der terrorismusunterstützenden Staaten gestrichen. Nun korrigierte Donald Trump diesen «Fehler» sogleich wieder. Die von Joe Biden organisierte humanitäre Unterstützung von Kuba, Haiti, Nicaragua und Venezuela wurde am ersten Tag von Trumps Amtszeit aufgehoben. Wer einmal auf Haiti war, konnte dort das positive Wirken der amerikanischen Entwicklungsorganisation US-AID verfolgen.
Für Haiti ist dieser Entscheid buchstäblich überlebensgefährlich. Dann wurde der von seinem Vorgänger erlaubte Militärdienst transgeschlechtlicher Personen in der US Army verboten, ebenso deren Teilnahme am Sportunterricht. Auch der besondere Schutz von transgeschlechtlichen Personen in Bundesgefängnissen wurde aufgehoben.
Die US-Entwicklungshilfe liess Präsident Trump während dreier Monate pausieren, um deren Nutzen zu evaluieren. Das Resultat wurde nicht bekannt gegeben und wird somit unbekannt bleiben. Die Liste der merkwürdigen Entscheidungen von Donald Trump ist aber noch länger.
Wahrscheinlich fälschlicherweise werden zuweilen Donald Trump, aber manchmal auch die Amerikanerinnen und Amerikaner als Menschen mit wenig mehr denn einem mittleren Intelligenzquotienten bezeichnet. Mit den 500 Milliarden Dollar Intelligenzinvestitionen ist die amerikanische Dummheit – sofern sie überhaupt je existiert hatte – endgültig vom Tisch. Denn am 21. Januar 2025 gab der US-Präsident mit Stolz bekannt, dass private Investitionen in dieser Höhe in die amerikanische Infrastruktur für künstliche Intelligenz fliessen würden.
Das war und ist der allerwichtigste und auch der beste Entscheid, den Trump in seinen beiden Amtszeiten gefällt hat. Vorausgesetzt, er wird künftig nur noch via Chat-GPT regieren. Damit kann seine Politik endlich wieder besser und besser werden.
Zum Schluss hier noch eine ganz besondere Ehrerbietung, derer sich Trump wird rühmen können. Er, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, hat kürzlich den ersten und bisher einzigen «FIFA-Friedenspreis – Fussball vereint die Welt» von FIFA-Präsident Gianni Infantino im legendären «John F. Kennedy Center for the Performing Arts» in Washington D.C. bekommen. Denn Trump, so Infantino, habe «unerschütterlichen Einsatz für den Frieden auf der ganzen Welt gezeigt» und überreichte ihm eine Goldmedaille, ein Zertifikat, den Friedenspokal und zum Schluss erhielt Trump auch noch eine riesige, von einem halben Dutzend Personen getragene goldene Weltkugel. Auf der Weltkugel fehlte nur noch die Inschrift: «Verkehrte Welt».
OSWALD SIGG
JOURNALIST, EHEMALIGER BUNDESRATSSPRECHER oswaldsigg144@gmail.com

