Die heutige Problematik rund um die Dorfbrücke in Saanen ist keineswegs neu. Ich habe bereits vor rund 20 Jahren auf diese Entwicklung hingewiesen. Schon vor der Eröffnung des Umfahrungstunnels im Jahr 2010 war für mich klar, dass damit die Verkehrsprobleme im Dorf nicht ...
Die heutige Problematik rund um die Dorfbrücke in Saanen ist keineswegs neu. Ich habe bereits vor rund 20 Jahren auf diese Entwicklung hingewiesen. Schon vor der Eröffnung des Umfahrungstunnels im Jahr 2010 war für mich klar, dass damit die Verkehrsprobleme im Dorf nicht vollständig gelöst sein würden.
Seither ist insbesondere das Rübeldorf stark gewachsen. Die entsprechende Verkehrsentwicklung wurde jedoch meines Erachtens nicht mit einer zukunftsgerichteten Erschliessung begleitet. Ein sinnvoller Zubringer wurde nie realisiert und meines Wissens auch nicht ernsthaft neu studiert.
Dabei gab es bereits in den Siebzigerjahren ein Projekt, welches aus heutiger Sicht wieder interessant wäre: Die Märetmattestrasse sollte über eine neue Brücke über die Saane bei der Schneeberger-Scheune direkt in die Oeyetlistrasse geführt werden. Ergänzend wäre eine neue Chalberhöhni-Brücke notwendig.
Damit hätte das Rübeldorf eine direkte und zweckmässige Erschliessung erhalten. Gleichzeitig könnte der heutige Verkehr im Bereich des Schulhauses deutlich reduziert und damit ein bestehender Gefahrenherd entschärft werden.
Die alte Dorfbrücke könnte ihre heutige Funktion für den motorisierten Verkehr verlieren und stattdessen als sichere Verbindung für Fussgänger und Velofahrer dienen. Das wäre meines Erachtens nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für unsere zahlreichen Besucher und Touristen eine attraktive Lösung.
Es stellt sich deshalb die Frage: Warum wird eine solche langfristige Gesamtlösung nicht wieder ernsthaft geprüft?
Ich finde, dass die Gemeinde den Mut haben sollte, statt immer wieder Einzelmassnahmen und Provisorien zu diskutieren, die Verkehrsplanung langfristig und gesamtheitlich anzugehen. Was bereits vor rund 50 Jahren als Projekt auf dem Tisch lag und vor 20 Jahren erneut hätte aufgegriffen werden können, könnte vielleicht auch heute noch eine tragfähige Lösung für das Rübeldorf, das Schulhaus und die Dorfbrücke darstellen.
Ich bin der Meinung, dass es an der Zeit wäre, nicht nur das bestehende Verkehrsproblem zu verwalten, sondern endlich die Lösung für die nächsten Jahrzehnte zu planen.
JÜRG NEUENSCHWANDER, SAANEN