Dorforganisation Lauenen: Uli Mass neu im Vorstand
24.03.2026 LauenenMaja Perreten führte am vergangenen Freitagabend im Hotel Alpenland zügig durch ihre erste Hauptversammlung als Präsidentin der Dorforganisation Lauenen. Zwei Vorstandsmitglieder wurden für eine weitere Amtsdauer bestätigt, Uli Mass für den nach neun Jahren ...
Maja Perreten führte am vergangenen Freitagabend im Hotel Alpenland zügig durch ihre erste Hauptversammlung als Präsidentin der Dorforganisation Lauenen. Zwei Vorstandsmitglieder wurden für eine weitere Amtsdauer bestätigt, Uli Mass für den nach neun Jahren abtretenden Bernhard Perreten neu in den Vorstand gewählt.
ANITA MOSER
Die Dorforganisation Lauenen blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Ein Highlight war die Einweihungsfeier des Bergsteigerdorfes im Rahmen der 1.-August-Feier. «Wir sind alle gespannt, was uns das Bergsteigerdorf in den kommenden Monaten bringt», schreibt Maja Perreten, Präsidentin der Dorforganisation, in ihrem Jahresbericht. «Es muss unser aller Ziel sein, dass die Gäste die Natur so sehen und zu spüren bekommen, wie sie ist und dass auch kommende Generationen unsere Landschaft noch so erleben dürfen, wie wir sie lieben.» Man stehe aber noch vor grossen Herausforderungen. «Doch ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, Lösungen zu erarbeiten, wie der Gast besser gelenkt und geführt werden kann, um wieder einen respektvollen Umgang mit der Region und den Bewohnern zu bekommen.» Das gehe jedoch nicht von heute auf morgen und auch nicht mit der Brechstange. Sie sei jedoch überzeugt, so Perreten, «dass wir alle mit dem Vorleben unserer Gepflogenheiten den Gast damit abholen können».
Der Winter begann wie fast schon üblich: mit frühem Schnee und einem Wärmeeinbruch und Regenfällen. Aber rechtzeitig zu Weihnachten war ein Teil der Langlaufloipe offen, ebenso das Kinderland mit dem Zauberteppich. Und wenige Tage später waren auch der Skilift sowie ein Teil der blauen Piste in Betrieb – «und so konnten die Skischule Lauenen und viele andere Skifahrer das schöne Wetter auf der Piste geniessen», wie die Präsidentin schreibt. Zum Jahreswechsel war das Dorf wiederum gut besucht, viele Ferienwohnungen und Chalets waren besetzt. «Trotzdem hielten sich die Feuerwerke im Rahmen und das ist genau das, was unsere Wildtiere und unser Bergdorf brauchen», schliesst der Jahresbericht.
Neubau Spielplatz und Jubiläumsfeier K.U.H.
Das Jahresprogramm der Dorforganisation habe mit dem gut besuchten Dorfapéro am 7. Februar erfolgreich begonnen, informierte die Präsidentin die rund 30 Anwesenden. «Es war ein super Anlass, bei super Wetter und mit vielen zufriedenen Leuten.» In diesem Jahr in Angriff genommen werden soll der Neubau des Spielplatzes Blatterli. das 20-jährige Bestehen des Vereins Kultur und Handwerk K.U.H. gefeiert. Der Verein wurde zwar vor 21 Jahren gegründet, doch zugunsten der Bergsteigerdorffeier im vergangenen Jahr hat der Verein die Jubiläumsfeier auf den Nationalfeiertag 2026 verschoben. Die Vorbereitungen seien angelaufen, «es wird ein ganz cooler Anlass», versprach Maja Perreten. Ihr persönlich und dem ganzen Vorstand sei es ein Anliegen, Ideen zu sammeln für Projekte, für Anlässe, «für Sachen, die euch beschäftigen und wofür wir eventuell etwas in die Wege leiten könnten».
Wiederwahlen und Neuwahl
Mit Applaus wurden die Vorstandsmitglieder Amely Reichen und Rolf Reichenbach für eine weitere Amtsdauer bestätigt. Ebenfalls mit Applaus neu in und zwar für den nach neun Jahren im obligatorischen Austritt stehenden Bernhard Perreten. «Ich bin sehr stolz darauf, haben wir wiederum einen Macher für den Vorstand gewinnen können», betonte die Präsidentin. Mit herzlichen Worten hiess sie den gebürtigen Bayer im Vorstand willkommen und verabschiedete Bernhard Perreten mit bestem Dank für sein Engagement. «Es waren neun spannende Jahre, es hat mir immer gefallen und wir haben viel bewegt», sagte der Angesprochene. «Es wird mir fehlen, aber neun Jahre sind neun Jahre…», so Bernhard Perreten.
Rechnung mit Defizit
Die Rechnung 2025 schliesst bei einem Ertrag von 11’776 Franken und Ausgaben von 46’576 Franken mit einem Minus von 34’700 Franken ab. Grund für dieses Defizit ist der ausserordentliche Betrag von 30’000 Franken für den Neubau des Spielplatzes Blatterli (siehe Kasten). Auch das Budget 2026 sieht ein Defizit von 8100 Franken vor. Rechnung und Budget wurden von der Versammlung einstimmig genehmigt und der Vorstand entlastet.
Im vergangenen Jahr verzeichnete die Dorforganisation Lauenen einen Eintritt und sieben Austritte. Aktuell zählt die Dorforganisation 158 Mitglieder.
Applaus vom Tourismusdirektor
Einen Applaus verdient habe auch der Vorstand, betonte Tourismusdirektor Flurin Riedi und dankte den Vorstandsmitgliedern für ihr Engagement zugunsten des Dorfes Lauenen und der Region. Er erwähnte zudem, dass die diesjährige GST-Hauptversammlung am 13. Mai in Lauenen stattfinde. «Es gibt eine spannende Versammlung mit einem guten zweiten Teil, bei dem auch der Austausch nicht zu kurz kommen wird.»
Riedi informierte weiter, dass an der diesjährigen Gstaader Messe am Stand des GST das Thema Dorforganisationen im Vordergrund stehen. «Wir möchten die Arbeit der Dorforganisationen nicht nur würdigen, sondern den Besucher:innen einen Einblick geben und aufzeigen, was eine Dorforganisation ist und macht.»
Lauenen und seine Veränderungen im Laufe der Zeit
Im zweiten Teil der Versammlung zeigte Willi Oehrli Fotos und Zeitungsausschnitte von früher und heute. Die Wohnbevölkerung ist von 1798 bis 2016 von 623 auf 846 gestiegen. Wobei das Dorf im Jahr 1900 nur 527 Einwohner zählte. Aktuell sind 878 Personen in Lauenen angemeldet. Die Anwesenden erfuhren vom Referenten unter anderem, dass Ueli Brand (1865 bis 1968), der bisher älteste Lauener, 103-jährig wurde und dass das erste Telefon in Lauenen 1901 im Restaurant Wildhorn installiert war. Willi Oehrli machte einen Streifzug durch die Geschichte der Wirtshäuser – davon gab es Lauenen zahlreiche –, durch Handwerk, Handel und Gewerbe sowie den öffentlichen Verkehr, sprich Postkurswagen. Auch dokumentieren seine Bilder eindrücklich den Gletscherrückgang oder die Bewaldung, die im Vergleich zu früher zugenommen hat. Die Aufnahmen zeigten weiter, wie sich Lauenen in den letzten Jahrhunderten von einer dünn besiedelten Ortschaft in ein (Ferien-)Dorf mit verschiedenen, dicht besiedelten Ortsteilen entwickelt hat. Nicht fehlen in dieser «Rundschau» durfte natürlich der Lauenensee – musikalisch untermalt mit dem «Louenesee» in der Fassung mit «Span» und dem lokalen Jodlerklub – sowie zum Abschluss ein Video mit dem eindrücklichen Panorama vom 2477 Meter hohen Lauenenhorn.
Im Anschluss waren die Anwesenden zu einem Apéro eingeladen.
ERÖFFNUNG DES SPIELPL ATZES VORAUSSICHTLICH IM HERBST
Die 30’000 Franken von der Dorforganisation Lauenen für den neuen Spielplatz seien derzeit beim GST auf dem Projektkonto, informierte Jan Brand, Leitung Infrastrukturen und Projekte bei Gstaad Saanenland Tourismus. Bis zum 31. März laufe noch die Einsprachefrist. Die Bewilligung liege beim Amt für Gemeinden und Raumordnung. «Ich war auch schon in engem Austausch mit ihnen.» Sie hätten gefragt, ob der Spielplatz überhaupt rechtsgültig sei. Da sei er kurz ins Schwitzen gekommen, schmunzelte Brand. Die Gemeindeverwaltung sei aber im Archiv fündig geworden, aus dem Jahr 1985 liege eine «Bewilligung von einem Spielhaus und einem Spielplatz» vor. «Die Rechtsgültigkeit ist damit bestätigt und ich hoffe, dass wir die Bewilligung erhalten.» Laufe alles gut und gebe es keine Einsprachen, rechne man damit, mit dem Neubau des Spielplatzes im Juli/August starten und ihn im Verlauf des Herbstes eröffnen zu können. Das Projekt sei in zwei Etappen geplant. Die Finanzierung laufe sehr positiv, sagte Brand und erwähnte speziell die eigens gegründete IG Spielplatz. «Von der zweiten Etappe ist schon viel finanziert», so Brand. Weitere Sponsorengelder seien jedoch sehr willkommen.
MOA


