Dynamisches Gleichgewicht zwischen Wald und Wild stärken
28.11.2025 KantonDer Kanton Bern will die Grundlagen für zukunftsfähige Wälder sichern, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Dafür sei ein ausgewogenes Zusammenspiel zwischen Wald, Wildtieren und Mensch nötig. Dies sei im Kanton Bern nicht mehr überall gegeben. Mit der ...
Der Kanton Bern will die Grundlagen für zukunftsfähige Wälder sichern, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Dafür sei ein ausgewogenes Zusammenspiel zwischen Wald, Wildtieren und Mensch nötig. Dies sei im Kanton Bern nicht mehr überall gegeben. Mit der Strategie Wald-Wild-Lebensraum zeige der Kanton auf, wie eine vielfältige, klimaangepasste Waldverjüngung sichergestellt werden könne, die auch geeigneten Lebensraum für Wildtiere biete.
Im Kanton Bern sei das Gleichgewicht zwischen Wald und Wild an vielen Orten gestört, so die Wiertschafts-, Energie- und Umweltdirektion. Das zeige das Wildeinflussgutachten, welches das Amt für Wald und Naturgefahren alle zwei Jahre erstellt. In mehreren Regionen könnten sich junge Bäume nicht mehr von selbst durchsetzen. Der Druck von Reh, Gämse und Rothirsch auf den Wald sei zu gross. Besonders die Bestände der Rothirsche seien regional zu stark angewachsen. Es bestehe Handlungsbedarf.
Einigkeit bestehe im Ziel: gesunde, klimaangepasste Wälder und naturnahe Wildtierbestände sowie gute Lebensraumqualität. Wie der Wildeinfluss wirksam reduziert werden kann: Darüber gehen die Meinung in der Öffentlichkeit zuweilen weit auseinander.
Vier Handlungsfelder
«Mit der Strategie Wald-Wild-Lebensraum haben das Amt für Wald und Naturgefahren und das Jagdinspektorat das Thema zusammen mit den Beteiligten – Jagd, Waldbesitzende, Naturschutz und Landwirtschaft – aufgenommen und Ziele und Massnahmen definiert. Im Zentrum stehen vier Handlungsfelder», schreibt der Kanton weiter.
– Jagd: Die Wildbestände würden gezielt reguliert. Grundlage sei eine neu organisierte Jagdplanung. Entscheidend sei, dass mehr weibliche Tiere erlegt und die Jagdziele konsequent erreicht werden.
– Waldbewirtschaftung: Die Bewirtschaftung sei naturnah und auf natürliche Verjüngung ausgerichtet, sofern die waldbaulichen Ziele erreicht werden können. Da es keine Bewirtschaftungspflicht gibt, setze der Kanton auf Anreize und Beratung für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer.
– Wildschadenverhütung: Damit der Wald nachwachsen könne, bräuchten Wildtiere genügend Raum und Ruhe. Aufgewertete Waldränder, Vernetzungselemente im Offenland und Wildruhezonen würden dabei helfen. In stark belasteten Gebieten würden junge Bäume zusätzlich geschützt.
– Kommunikation: Alle Beteiligten entwickelten ein gemeinsames Verständnis der Wald-Wild-Problematik, einigten sich auf Massnahmen und setzten diese gemeinsam um.
Ambitioniertes Ziel bis 2040
«Mit der Strategie Wald-Wild-Lebensraum setzen wir uns ambitionierte Ziele, die wir nur erreichen können, wenn alle Beteiligten gemeinsam handeln», sagt Christoph Ammann, Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektor. «Wir werden den Fortschritt überprüfen. Die Indikatoren dafür sind die Ergebnisse des Wildeinflussgutachtens und die Entwicklung der Bestände von Rothirsch, Gämse und Reh.»
Die Ergebnisse werden alle zwei Jahre im Rahmen des Wildeinflussgutachtens überprüft. Bis 2040 sollen die Ziele erreicht sein.
PD/AMO
