Warum das Wohnbauprojekt Ebnitmatte überarbeitet wurde
19.06.2025 GstaadDie gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Ebnitmatte hat das Wohnbauprojekt überarbeitet: Statt der ursprünglich geplanten fünf Doppelhäuser mit je zwölf Wohnungen soll es nun sieben Gebäude mit je neun Wohnungen geben. Wie kam es dazu? Und bleibt sonst alles wie ...
Die gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Ebnitmatte hat das Wohnbauprojekt überarbeitet: Statt der ursprünglich geplanten fünf Doppelhäuser mit je zwölf Wohnungen soll es nun sieben Gebäude mit je neun Wohnungen geben. Wie kam es dazu? Und bleibt sonst alles wie vorgesehen?
SONJA WOLF
Die Wohnbaugenossenschaft Ebnitmatte hat beschlossen, ihr erstes Vorprojekt grundlegend zu überarbeiten. Der ursprüngliche Entwurf sah zwölf Wohnungen pro Gebäude vor – mehr als laut geltendem Baureglement zulässig. Das Projekt hätte mehrere Ausnahmen benötigt, weshalb es von der Baukommission abgelehnt wurde.
Daher wurde das Wohnbauprojekt nun neu proportioniert. Anstelle der ursprünglich vorgesehenen 60 Wohnungen wird es nun 63 Wohnungen geben – jeweils neun auf sieben Gebäude verteilt. Die Wohnfläche wurde damit leicht vergrössert. Wir fragten den Architekten der Wohnbaugenossenschaft, Hanspeter Reichenbach, nach den Gründen.
Hanspeter Reichenbach, warum konnte man das ursprüngliche Vorprojekt mit den je zwölf Wohnungen in fünf Gebäuden nicht beibehalten?
Das Saaner Baureglement sieht ein Maximum von neun Wohnungen pro Gebäude vor, wenn diese zu 100 Prozent von Einheimischen bewohnt werden. Wir hätten das in unserer ursprünglichen Planung gleich berücksichtigen sollen. Auch wenn es schade ist, weil dieser Artikel im Baureglement für gemeinnützigen, günstigen Wohnraum hinderlich ist.
Nun mussten Sie umplanen. Das war sicher ein Zeitverlust. Nicht viel.
Die neuen, überarbeiteten Pläne haben uns etwa zwei Monate Zeit gekostet.
Hätte die ursprüngliche Planung nicht einfach von der Gemeinde als Ausnahme bewilligt werden können?
Das schon, aber nach eingehender Diskussion im Vorstand und im Austausch mit der Gemeinde haben wir entschieden, auf rechtlich aufwendige Sonderlösungen wie eine Überbauungsordnung oder Ausnahmegesuche zu verzichten. Diese hätten nicht nur hohe Zusatzkosten, sondern auch erhebliche zeitliche Verzögerungen von zwei bis drei Jahren mit sich gebracht. Zudem bestand ein hohes Risiko von Einsprachen.
Dann war die Umplanung also die weitaus schnellere und günstigere Lösung?
Ja. Denn die Genossenschaft will ja rasch und kosteneffizient bezahlbaren Wohnraum schaffen und setzt daher auf die überarbeitete, baurechtskonforme Projektversion.
Hat sich an der ursprünglichen Konzeption etwas geändert?
Nein, wir streben nach wie vor einen Wohnungsmix aus verschieden grossen Wohnungen an – von der 2½- bis zur 5-Zimmer-Wohnung. Wegen der sieben anstelle der ursprünglich fünf Gebäude ergeben sich natürlich Veränderungen. Zum Beispiel einfachere Gebäudevolumen, dafür in der Umgebung mehr verteilt, zwei Lifte und zwei Treppenhäuser mehr als vorher und so weiter.
Erhöhen sich dadurch die Baukosten?
Wir denken, dass sie grosso modo in der Grössenordnung bleiben wie ursprünglich kalkuliert. An kostenoptimierten Lösungsansätzen arbeiten wir jetzt intensiv.
Wie viel Genossenschaftskapital brauchen Sie, um mit dem Bau zu beginnen?
Unser Ziel ist mindestens 6,2 Mio. Genossenschaftskapital. Wir freuen uns, dass wir bisher schon 70 Genossenschafter mit an Bord haben, die bis heute insgesamt rund 4,2 Millionen Franken schriftlich zugesichert und davon bereits 3,9 Millionen Franken eingezahlt haben. Neben vielen Unternehmen haben wir erfreulicherweise auch Private, welche sich für die positive Entwicklung der Wohnsituation in der Region einsetzen. Wir hoffen, dass in der nächsten Zeit noch mehr potenzielle Genossenschafter zur Überzeugung kommen, dass die Arbeitskräfte und Einwohner im Saanenland irgendwo wohnen müssen, und sich an diesem umfangreichen gemeinnützigen Wohnbauprojekt beteiligen. An unserer Generalversammlung nächste Woche gehen wir gerne auf weitere allfällige Fragen ein.



