Ein Abend voller Heimatklänge
06.11.2026 KulturHeimat, das ist da, wo die Menschen sich im Tal, dem Dorf, den Bergen heimisch fühlen und das Miteinander unter den Bewohnern ein gutes Gefühl vermittelt. Dazu gehört auch Singen und Musizieren mit gleichgesinnten jeden Alters. Wie schön ist es, dass man die ...
Heimat, das ist da, wo die Menschen sich im Tal, dem Dorf, den Bergen heimisch fühlen und das Miteinander unter den Bewohnern ein gutes Gefühl vermittelt. Dazu gehört auch Singen und Musizieren mit gleichgesinnten jeden Alters. Wie schön ist es, dass man die Gelegenheit hat, einen Abend voller Heimatklänge zu erleben. Zu diesem Abend haben die Brass Band «Harmonie» Saanen (BBHS) und der Jodlerklub «Bärgfriede» Gstaad eingeladen.
LÉONIE MÜLLER
Eine Reise durch die Schweiz
Das Herbstkonzert mit dem Titel «Schwizer Heimatabe» begann mit Klängen, die nicht nur von der Bühne, sondern von allen Seiten den Saal zum klingen brachten, bis schlussendlich alle Musikerinnen und Musiker ihre Plätze auf der Bühne eingenommen hatten. Die zahlreich erschienenen Konzertbesucherinnen und -besucher wurden musikalisch einmal ins Bündnerland, dann ins Tessin, die Innerschweiz, nach Bern, auf den Urnerboden und an weitere schöne Orte in unserem Land mitgenommen. Die Titel und Schweizer Destinationen wurden durch Mitglieder des Jodlerklubs «Bärgfriede» angesagt. Stephan Jaeggi, einer der grössten Schweizer Komponisten und Dirigenten unseres Landes, hat bereits mit 16 Jahren seine erste Komposition geschrieben. Insgesamt stammen 148 Kompositionen und 176 Bearbeitungen aus der Feder des leider viel zu früh verstorbenen Komponisten. Der Marsch «Infanterie Regiment 13» war eine absolute Lieblingskomposition des erst kürzlich verstorbenen Markus S. Bach, der wie kein Zweiter seit Jahrzehnten die Brassbandmusik in Saanen gefördert hat. Ihm zu Ehren und im Gedenken an ihn wurde der Marsch von der BBHS gefühlvoll vorgetragen. Nach diesen mit vielen Emotionen verknüpften Brassbandklängen war es am Jodlerklub «Bärgfriede» die Bühne zu erobern.
Jodlerclub mit «Swiss Lady»
Gleich zu Beginn kam der Jodlerklub «Bärgfriede» auf die Bühne und mit dem Alphorn dabei ihr neuer Dirigent Reto Stadelmann. Das Alphorn, ein Instrument, das Heimat, doch auch Heimweh in seinen Tönen vereint. Daher kamen auch die Worte «Öppis Schöners als es Alphorn chasch nid ha».
Ein oft und gern gehörter Jutz, der es an zig kantonale Jodlerfeste geschafft hat, ist der «Meielsgrundjutz» von Edwin Walker. Wer hinter den schönen Klängen vom «Staldejutz» steht, weiss man nicht so genau. Mit dem witzigen Lied «Handy-Fieber» brachten die Sänger die Leute zum Schmunzeln. Das «Fieber» über einen unverzichtbaren Gegenstand, das täglich Leute infiziert, stammt aus der Feder von Heinz Güller.
Sandra Jost, Präsidentin der Brass Band «Harmonie» Saanen, führte ein Interview mit Reto Stadelmann. Der abtretende Dirigent Jürg Domke hatte dem neuen Dirigenten des Jodlerklubs «Bärgfriede» das Zepter überlassen. Zur Frage, wie er zur Musik gekommen sei, erzählte er, dass es bei ihnen zu Hause viele Instrumente gegeben habe und er Freude hatte, diese zu spielen. Als Sohn von Franz Stadelmann könne man der Musik nicht entfliehen, da sei man geprägt. Als Komponist verbindet Reto Stadelmann Volksmusik mit zeitgenössischer und klassischer Musik und «man setzt sich mit jedem Instrument auseinander». Er vermischt Tradition und Moderne und ist offen für spannende musikalische Experimente und als Dirigent habe er einen guten Ausgleich zum Komponieren.
Traditionen beibehalten
Nachdem die Schweizerreise im Welschland bei einem der jüngsten Musiker und Schweizer Komponisten für Brass Bands, Orchester und Filmmusik – wie auch Dirigenten – Théo Schmitt, «Hashtag», Halt gemacht hatte, gabs einen «Urnerbode Kafi»-Halt. Corina Brügger und Lionel von Grünigen versüssten diesen mit ihrem Cornet-Duo. Nach den beiden Schweizerhits «Scharlachrot» und «Petra Sturzenegger» folgte noch das grosse Finale. «Ärdeschön» waren die Lieder von der prächtigen grossen Linde, «My Boum», von Therese Aebersold-Häusler, «Bärgandacht» von Reto Stadelmann und «Zfriede sy» von Jürg Domke, begleitet mit wunderschöner tragender Musik von der Brass Band «Harmonie» Saanen. Die musikalische Schweizerreise endete somit wieder in Saanen, in der Heimat. Einfach «zfriede sy», ein Wunsch, der den Konzertbesucherinnen und -besuchern mit auf den Weg gegeben wurde. Die Komposition «Schwingerlüüt im Schwizerland» von Christoph Walter beendete den musikalisch hochstehenden Abend. Michael Bach, Dirigent der BBHS, freute sich, dass nach zehn Jahren wieder ein gemeinsames Konzert durchgeführt werden konnte. Er hoffe, dass man die Tradition beibehalten könne.




