Ein Prachtstag für die Viehzucht – die 22. Topschau
06.11.2026 LandwirtschaftEin Prachtstag für die Viehzucht im Saanenland: Die 22. Topschau fand dieses Jahr in Gsteig statt. Insgesamt 91 Kühe der Rassen Simmental, Swiss Fleckvieh und Red Holstein/Holstein wurden aufgeführt und von Richter David Gerber beurteilt. In spannenden Titelkämpfen wurden die ...
Ein Prachtstag für die Viehzucht im Saanenland: Die 22. Topschau fand dieses Jahr in Gsteig statt. Insgesamt 91 Kühe der Rassen Simmental, Swiss Fleckvieh und Red Holstein/Holstein wurden aufgeführt und von Richter David Gerber beurteilt. In spannenden Titelkämpfen wurden die schönsten Kühe und Euter der drei Rassen ausgezeichnet. Auch dieses Jahr erfreute sich die Topschau grosser Beliebtheit bei der Bevölkerung.
VRENI MÜLLENER
Was ursprünglich zur Belebung und zum Erhalt der lokalen Viehschauen ins Leben gerufen wurde, ist ein fester Bestandteil der Viehschauwoche im Saanenland geworden: die Topschau. Aus allen Viehzuchtvereinen werden die gut rangierten Kühe durch die Vereinsmitglieder zur Teilnahme an der Topschau bestimmt. Zusätzlich kommen alle neu mit dem Punktemaximum gezeichneten Kühe zum Zug sowie diejenigen, die bereits einen Misstitel gewonnen haben. Seit Jahren erfreut sich diese Schau grosser Beliebtheit in der Bevölkerung.
So auch dieses Jahr, als der Viehzuchtverein Gsteig die Schau in ihr Dorf holte. Der Vorstand der Viehzüchter des Saanenlandes mit ihrem Präsidenten Daniel Trachsel war für die Organisation der Schau verantwortlich, während die Gsteiger Züchter den Schauplatz und die ganze Infrastruktur zur Verfügung stellten. Als Richter amtete David Gerber aus dem Schangnau zusammen mit seinem Nachbarn Niklaus Gerber, der als Ringman ruhig, aber bestimmt die Aussteller mit ihren Tieren im Ring richtig einreihte.
Spannende Titelkämpfe im Final
In den drei Rassen Simmental, Swiss Fleckvieh und Red Holstein/Holstein wurde je eine Miss Topschau, eine Schöneutersiegerin sowie eine Ehrerwähnung gekürt.
Swiss Fleckvieh
Einen starken Auftritt hatten die SF-Züchter, stellten sie doch 33 der 91 aufgeführten Tiere. An Kilian Unique von Celine Hauswirth gab es kein Vorbeikommen. Mit ihrem jugendlichen Auftritt bestach die Drittlaktierende mit viel Ringpräsenz. Zudem zeigte sie ein nahezu perfektes Euter und holte sich den Titel Miss Topschau 2026. Den Schöneuterpreis holte sich die junge Roxel Maya der GG Haldi mit einem in allen Teilen vorzüglichen Euter. Die Ehrerwähnung ging ebenfalls an eine junge Kuh: Lario Beverly von Georg Reichenbach und Patrick Matti, die durch ihren Ausdruck bestach. In diesen Tieren stecke viel Zukunft, begründete Gerber seine Entscheide.
Red Holstein/Holstein
Einige der 20 aufgeführten Kühe der Kategorie Red Holstein/Holstein könnten auf schweizerischem Niveau gut mithalten. Mit ihrem harmonischen Auftritt und ihrer nach wie vor eindrücklichen Kondition auf der ganzen Linie präsentierte sich Thunderstorm Monalisa von Roland Zahler. Die Sechsjährige liess die starke Konkurrenz hinter sich und holte verdient den Titel Miss Topschau. Mit einem perfekten, sehr leistungsfähigen Euter bestach Power Fiorela von Lorenz Bach, Izabela und Nairton Eidt Kaiser. Die Ehrerwähnung ging verdient an die siebenjährige Ammo Edda von Gobeli Holstein, Ruedi Gasser und Hansjörg Räz.
Simmental
Mit 38 anwesenden Simmentaler Kühen markierte diese Sektion einmal mehr ihre Stärke im Saanenland. Gletscher Tara von Johann und Matthias von Grünigen sei ihm schon den ganzen Tag aufgefallen, so der Richter. Mit ihren idealen Typeigenschaften, dem mit starken Bändern ausgestatteten Euter und den wunderbaren Stichen holte sie sich souverän den Titel Miss Topschau. Calvin Florida von Björn und Jan Brand, bestach durch ihr gut beadertes Euter, ausschlaggebend für den Schöneutertitel war der perfekte Strich in Form und Stellung. Sehr viel Potenzial zeigte die junge Kuh Elvis Kaisa von Simon Walker. Dank ihren Typeigenschaften und der Beschaffenheit des Euters wurde ihr die Ehrerwähnung zugesprochen.
«Wir konnten Nachschub holen, sonst hätte es nicht für alle gereicht»
Tagsüber war der Viehzuchtverein Gsteig für die Versorgung der Besucher zuständig. Robin Kohli hatte Einsitz im Organisationskomitee, das unter der Leitung von Martin Perreten stand. Er übernahm die Verantwortung für die Festwirtschaft am Tag. Im Interview gibt er Auskunft, wie er mit seinen Helfer:innen die gegen 500 Besuchende über die Mittagszeit bedienen konnte.
VRENI MÜLLENER
Robin, wie viele Stunden haben Sie für die Organisation der Verpflegung investiert?
Vorgängig war ich an einem Tag ungefähr sechs bis sieben Stunden dran, am Donnerstag und Freitag war ich, wie alle Vereinsmitglieder, irgendwie und irgendwo mit Vorbereitungen beschäftigt. Zusammen mit meinen Helfer:innen bauten wir das Festzelt auf und richteten das Buffet und die «Küche» praktisch ein.
Mit wie vielen Besuchern haben Sie gerechnet und wie war dann die Nachfrage?
Anhand der Zahlen von früheren Topschauen rechneten wir mit 350 Mittagessen. Auch wenn ich noch nicht genau gerechnet habe, wie viel wir verkauften, steht fest, dass wir wesentlich mehr Essen und Tranksame benötigten, als voraus berechnet. Wir konnten in der Metzgerei und beim Getränkehändler Nachschub holen, sonst hätte die bereitgestellte Ware nicht ausgereicht. Ausser den Grilladen, die wir im Angebot hatten, war David Perreten mehr oder weniger den ganzen Tag damit beschäftigt, Raclettekäse zu schmelzen.
Wie haben Sie das Personal rekrutiert?
Wir sind im Viehzuchtverein 18 Mitglieder. Unsere Frauen und zum Teil auch die Jungen halfen tatkräftig mit. Wir teilten den Tag in drei Schichten auf, so war es für die Interessierten möglich, das Geschehen im Ring auch einen Moment zu verfolgen. Dank Selbstbedienung benötigten wir kein Servicepersonal.
Sie hatten den Mut, die Verpflegung bedarfsgerecht, aber einfach zu halten?
Ja, wir verzichteten auf Frites und gaben Brot zu den Bratwürsten und den Steaks. Zum Raclette wurden «Gschwellti» serviert. So konnten wir die Aufgaben mit Personal aus den eigenen Reihen stemmen. Zum Kaffee und Dessert gab es Cakes, die unsere Frauen gebracht hatten. An einem Aussenstand wurden zudem Sandwiches und Getränke verkauft, damit der Ansturm am Mittag auf zwei Stationen verteilt war.
Ein volkstümlicher Züchterabend gehört zur Tradition
Zur Topschau gehört traditionell auch ein volkstümlicher Züchterabend. Gegen 250 Gäste genossen in der Gsteiger Turnhalle ein feines Nachtessen, lüpfige Ländlermusik und ein reichhaltiges Kuchenbuffet. Die Kapelle «Rondom» aus dem Appenzell sorgte für gute Stimmung und lockte zahlreiche Tanzfreudige aufs Parkett.
VRENI MÜLLENER
Für einmal war es nicht nur der örtliche Viehzuchtverein, der für die Verpflegung an der Topschau zuständig war. Die Zusammenarbeit mit dem Turnverein Gsteig wurde als sehr angenehm geschildert. Während die Gsteiger Bauern tagsüber für das leibliche wohl ihrer Gäste sorgten, organisierte der Turnverein einen wunderbaren Züchterabend in der Turnhalle. Für die knapp 250 Gäste gab es ein feines Menu aus der «Bären» Küche, abgerundet mit einem grossartigen hausgebackenen Kuchenbuffet. Die gute Stimmung, die die Ländlerkapelle «Rondom» aus dem Appenzell verbreitete, motivierte Junge und Junggebliebene, eifrig das Tanzbein zu schwingen. Später folgte die Auflösung der Tombola mit vielen schö- nen Preisen. Dass dieser Abend in einem geheizten Raum stattfand, wirkte sich positiv auf die Besucherzahlen aus. Es waren nicht nur die Bauern, die diesen volkstümlichen Abend mit einem feinen Znacht und lüpfiger Musik zu geniessen wussten.
DIE GEEHRTEN
Missen:
SI: Gletscher Tara, von Grünigen Johann und Matthias, Turbach
SF: Panoramahof Kilian Unique, Hauswirth Celine, Gstaad
RH/HO: Zahler’s Thunderstorm Monalisa, Zahler Roland, Gstaad
Eutersiegerinnen:
SI: Calvin Florida, Brand Björn und Jan, Lauenen
SF: Haldi’s Roxel Maya, GG Haldi, Saanen
RH/HO: Bachs Roses Power Fiorela, Bach Lorenz, Izabela und Nairton Eidt Kaiser
Ehrerwähnung:
SI: Elvis Kaisa, Walker Simon, Feutersoey
SF: Stalden Lario Beverly, Reichenbach Georg und Matti Patrick, Gstaad
RH/HO: Gobeli’s Ammo Edda, Gobeli Holstein, Gasser Ruedi und Räz Hansjörg,
Saanen
VM















