Ein Traum wird wahr: Leonie Steffen an der U18-EM
14.07.2026 SportAus einem Traum ist Realität geworden: Die Saanerin Leonie Steffen hat sich für die U18-Europameisterschaft der Leichtathletik in Rieti (Italien) qualifiziert. Mitte Juli vertritt die 16-Jährige die Schweiz erstmals an einem internationalen Grossanlass.
...Aus einem Traum ist Realität geworden: Die Saanerin Leonie Steffen hat sich für die U18-Europameisterschaft der Leichtathletik in Rieti (Italien) qualifiziert. Mitte Juli vertritt die 16-Jährige die Schweiz erstmals an einem internationalen Grossanlass.
MAXIME VÖGELE
Als der «Anzeiger von Saanen» Leonie Steffen vergangenen Dezember porträtierte, erzählte die damals 15-Jährige von ihrem grossen Traum: der Teilnahme an der Leichtathletik-U18-Europameisterschaft in Italien. Nun hat sie ihr Ziel erreicht. Mitte Juli startet die Saanerin über 200 Meter für die Schweiz. Wenige Tage vor der Abreise hat der «Anzeiger von Saanen» die junge Sprinterin auf dem Sportplatz Ebnit getroffen. Beim Rückblick auf die erfolgreiche Qualifikation erinnert sie sich vor allem an ihre Gefühle, als ihre Teilnahme feststand: «Ganz viel Freude und Erleichterung.»
Qualifikation geschafft
Für die Qualifikation musste Leonie Steffen die 200 Meter in weniger als 25 Sekunden laufen. Mit der erfüllten Limite – vorgegeben von European Athletics – war die Teilnahme allerdings noch nicht gesichert. Weil gleich vier Schweizerinnen die Vorgabe unterboten hatten, entschied ein Selektionswettkampf – die sogenannten Trials – darüber, welche zwei Athletinnen die Schweiz an der EM vertreten dürfen. Die Saanerin setzte sich durch: «Im Ziel ist dann die ganze Last abgefallen.»
Um dieses Niveau zu erreichen, hat Leonie Steffen in den vergangenen Monaten ihr Training deutlich intensiviert: «Geändert hat sich vor allem, dass ich jetzt dreimal pro Woche intensiv Sprinttraining habe.» Dafür fährt sie jeweils nach Thun, wo sie zusätzliche Sprinttrainings bei einem anderen Trainer absolviert. Daneben trainiert sie zweimal pro Woche mit dem TV Saanen-Gstaad und absolviert selbstständig Krafttraining. Insgesamt trainiert die 16-Jährige sechsmal pro Woche: «Sport ist derzeit das Wichtigste in meinem Leben.» Dank der Swiss Olympic Card kann sie den Unterricht bei Bedarf früher verlassen, um rechtzeitig ins Training zu kommen.
Doppelte Unterstützung
Eine wichtige Stütze ist ihre Mutter, die gleichzeitig auch ihre Trainerin beim TV Saanen-Gstaad ist. Weil sie jederzeit über Training, Wettkämpfe und Schule informiert ist, falle die Koordination des Alltags deutlich einfacher. «Es geht alles schneller», sagt Leonie Steffen.
Auch die Unterstützung im Verein bedeutet der 16-Jährigen viel. «Alleine trainieren macht nicht so viel Spass», sagt sie. Gerade in den intensiven Trainingseinheiten helfe es, mit Trainingskolleginnen und -kollegen unterwegs zu sein und sich gegenseitig zu pushen.
Erstmals im Nationalteam
Mit dem Schweizer Nationalteam unterwegs zu sein, ist für Leonie Steffen eine neue Erfahrung. Die Europameisterschaft ist ihr erster internationaler Grossanlass. Gleichzeitig reist sie erstmals ohne ihre gewohnten Betreuungspersonen an einen Wettkampf. «Es ist etwas anderes, wenn meine Mutter oder mein Trainer aus Thun nicht mitkommen», sagt sie. Stattdessen wird sie während der Europameisterschaft von den Trainerinnen und Trainern von Swiss Athletics – dem Schweizer Leichtathletikverband – betreut.
Ein besonderer Moment war für sie bereits die Einkleidung des Schweizer Teams: Mit einem Koffer voller Nationalteam-Kleidung rückte die Europameisterschaft plötzlich ganz nah. «Die Schweiz zu vertreten, ist eine sehr grosse Freude für mich», sagt sie.
Vorfreude auf Rieti
Auch wenn die Europameisterschaft viele neue Eindrücke mit sich bringt, kennt Leonie Steffen einige der Athletinnen und Athleten, die mit ihr nach Italien reisen, bereits von vergangenen Wettkämpfen.
Mit Vorfreude blickt sie auf die gemeinsame Reise und das Teamgefühl. «Dass man die anderen Schweizer Athleten noch einmal besser kennenlernt», ist für sie einer der Höhepunkte der Woche.
Sportlich möchte die 16-Jährige vor allem Erfahrungen sammeln. Ganz ohne Ambitionen reist sie aber nicht nach Italien: «Der Halbfinal ist eigentlich mein Ziel.»
Zunächst gilt es allerdings erst einmal, gut in Rieti anzukommen. Ein Gegenstand darf dabei auf keinen Fall fehlen: die Nagelschuhe. «Die kommen mit ins Handgepäck», sagt sie lachend. Schliesslich sollen die wichtigsten Schuhe nicht irgendwo auf dem Weg nach Italien verloren gehen.



